Kommunale (Energieversorgungs-) Unternehmen gelten als wichtige Wegbereiter für die Smart City. Die Unternehmen bieten immer mehr Dienstleistungen an, die über die klassische Energie- und Wasserversorgung hinausgehen und sind an übergreifenden Smart-City-Konzepten interessiert, denn Energielösungen gelten als Wachstumstreiber in der vernetzten Stadt der Zukunft. Auch die E-world 2019 setzt auf das Thema Smart city.

Aktualisiert am 11. Oktober 2018.

Als Grundlagen für zukünftige innerstädtische Entwicklungen gelten die Digitalisierung aller Bereiche und die intelligente Nutzung und Auswertung großer Datenmengen. Beispielsweise verfügt die Stadt Regensburg jetzt über ein öffentlich zugängliches Netz für das Internet der Dinge (IoT), das stadtweit verfügbar ist und Chancen für neue Geschäftsmodelle eröffnen soll.

Die Smart City, die Stadt der Zukunft, ist klimagerecht, energie- und ressourceneffizient, innovativ und bürgernah. Als zentrale Felder identifiziert der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) Mobilität und Infrastruktur, Energie und Umwelt, Verwaltung und Wirtschaft sowie Bildung und Arbeit.

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Quelle: VKU

Neben Mobilitätslösungen spielten verknüpfte Angebote bei Energie und Wohnen eine besondere Rolle

Der zentrale Leitgedanke bei der Entwicklung von Smart Cities sollte laut einer aktuellen Analyse des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater (BDU) sein, die Bürger mit ausgeprägter Nutzerfreundlichkeit und unmittelbar erkennbaren Mehrwerten zu überzeugen. Die starke Bürgerorientierung führe zwangsläufig dazu, tradierte Kompetenz- und Handlungsfelder in Frage zu stellen und neue Schwerpunkte zu setzen. Der Verbesserung der Verkehrssituation fällt dabei eine tragende Rolle zu, und neben den nutzerorientierten Mobilitätslösungen spielten verknüpfte Angebote bei Energie und Wohnen eine besondere Rolle.

Auf dem Weg zur Smart City arbeiten viele Städte und Kommunen mit kommunalen Versorgern bzw. Stadtwerken zusammen. Aus Sicht des Rheinenergie-Chefs Dieter Steinkamp sind Stadtwerke der ideale Partner für die Nutzung kommunaler Leistungen und damit von Smart City-Konzepten. 

Lesen Sie hier unser Dossier: Trends bei Energiedienstleistungen.

Energielösungen gelten als Wachstumstreiber in der Smart City, ihr Umsatzvolumen wächst nach einer Einschätzung der  Strategie- und Unternehmensberatung Arthur D. Little  (ADL) und eco – Verband der Internetwirtschaft bis bis 2022 auf 3,5 Mrd. €, nach rund 1,4 Mrd. € im Jahr 2017. Der größte Treiber des Wachstums im Smart City Segment Energie sind dabei Smart Grids. Allerdings mahnen ADL und eco, dass sich die vielversprechenden Ansätze der Smart City indes nur verwirklichen lassen, wenn auch der Ausbau der Daten-Infrastruktur Schritt hält.

Aktuelle Smart City-Projekte

1Nachhaltige Energieversorgung: Lübeck will Smart City werden

Quelel: Linus Ziegler – stock.adobe.com

Lübeck will zur Smart City werden und als intelligent vernetzte Stadt die Lebensqualität, die Wirtschaft und die Zukunftsfähigkeit als urbanen Lebensraum verbessern und Lösungen für bevorstehende Herausforderungen bieten.

Konkret geht es zum Beispiel um eine nachhaltige Energieversorgung, gesündere und komfortablere Wohnräume, intelligentere Verkehrs- und Transportsysteme, bessere und gerechtere Bildung und transparente und schnelle öffentliche Dienstleistungen der Verwaltung, erklärte Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) anlässlich der Vorstellung der Eckpunkte einer digitalen Strategie für die Hansestadt.

2Kiwigrid, Drewag Netz, exelonix, Robotron und die TU wollen Dresden zur Smart City machen

Quelle: Kiwigrid

Dresden wird im Rahmen des Verbundprojektes „EdiS – Energiedienste in der intelligenten Stadt“ zur Smart City. Wie das IT-Unternehmen Kiwigrid, einer von fünf Konsortialpartnern, mitteilt, sollen durch die Nutzung intelligenter Messsysteme und den Einsatz von Diensteplattformen nicht nur Anwendungen zur Absicherung des regulierten Netzbetriebs, sondern auch die Erweiterung dieser Infrastruktur für Geschäftsmodelle in anderen Lebensbereichen ermöglicht werden.

Hierzu werden exemplarisch drei Anwendungsszenarien entwickelt und prototypisch umgesetzt. Insbesondere die Bereiche „Begleitetes Wohnen“, „Elektromobilität“ und die Schaffung einer regionalen Energie Community stehen dabei im Vordergrund.

3Energieerzeugung, -speicherung und -verbrauch: Smart City Projekt in Wien bis 2023 verlängert

Quelle: Wien Energie

Dem Projekt Aspern Smart City Research (ASCR) in Wien steht bis 2023 ein Budgetvolumen von 45 Mio. € für weitere Forschungen zur Verfügung.

Damit wird das 2013 in der Seestadt Aspern, einem der größten Stadtentwicklungsprojekte in Europa, von Siemens, Wien Energie, Wiener Netze, der Wirtschaftsagentur Wien und der Seestädter Entwicklungsgesellschaft Wien 2013 gestartete Projekt um fünf Jahre verlängert.

4Energetisches Nachbarschaftsquartier auf ehemaligem Fliegerhorstgelände in Oldenburg

Quelle: DLR

Auf einer Teilfläche des ehemaligen Fliegerhorstgeländes in Oldenburg soll ein energetisches Nachbarschaftsquartier (ENaQ) realisiert werden. Dazu hat das Institut für Vernetzte Energiesysteme des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) gemeinsam mit 20 Partnern aus Industrie und Forschung den Zuschlag erhalten.

Wie das DLR mitteilt, sei Ziel des Projektes, auf dem innenstadtnahen Areal unter Einbindung der Öffentlichkeit ein klimaneutrales Quartier mit rund 110 Wohneinheiten aus Bestandsgebäuden und Neubauten zu konzipieren und umzusetzen, teilte das DLR mit.

5Drei neue energetische Quartierskonzepte in Karlsruhe, Berlin und im Landkreis Oberallgäu 

Quelle: Martin Lang – stock.adobe.com

Energetische Quartierskonzepte, die energieeffiziente Stadt sowie Smart Cities werden immer mehr ein Thema für die deutschen Energieversorger. Im Rahmen der dezentralen Energiewende stehen dabei Technologien für Gebäude und Stadtquartiere sowie Sektorkopplung, Nachhaltigkeit und Digitalisierung im Fokus.

In den Projekten werden neben den Energieversorgern die Bürger, die Wohnungswirtschaft, private Eigentümer und Mieter einbezogen. Wie sich die Energiewende in den Städten vollzieht, zeigen drei interessante Projekte aus dem Oberallgäu, aus Berlin und aus Karlsruhe.

Kommunen sollten die Entwicklung einer Smart City unbedingt zur Chefsache machen

 

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