Siemens Gamesa will bis zu 6.000 Stellen streichen und das Portfolio straffen

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Der Windanlagenbauer Siemens Gamesa Renewable Energy schockiert Anleger und Mitarbeiter gleichermaßen. Wie das Unternehmen anlässlich der Vorlage seines Geschäftsberichts mitteilte, wolle man in dem zusammengeschlossenen Unternehmen bis zu maximal 6.000 Stellen streichen. Bislang war von einem Abbau von 700 Stellen die Rede. Im Schlussquartal schrieb das Unternehmen rote Zahlen: Der Nettoverlust belief sich auf 147 Mio. €.

„Unser Geschäftsergebnis ist noch nicht auf dem Niveau, das wir anstreben“, sagte der neue Vorstandschef Markus Tacke am Montag. Mit den Entscheidungen reagiere die Siemens-Tochter auf sich verändernde Marktbedingungen. „Ich bin zuversichtlich, dass die von uns getroffenen Entscheidungen es uns erlauben werden, besser auf sich ändernde Marktbedingungen zu reagieren.“ Von dem Abbau betroffen sind vor allem sechs Länder, darunter auch Deutschland. Die Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern haben noch nicht begonnen.

Quelle: Siemens Gamesa

Siemens Gamesa hat im Geschäftsjahr 2017 Umsatzerlöse von 11 Mrd. € mit einer EBIT-Marge von sieben Prozent erwirtschaftet. Seit der Fusion im April ist der Umsatz jedoch um zwölf Prozent eingebrochen. Das lag neben dem Kostendruck auch daran, dass Indien alle Windkraft-Projekte vorübergehend gestoppt hatte, erläutert die Siemens-Tochter. Bis März 2018 plant die indische Regierung zentrale Ausschreibungen über drei GW Gesamtleistung, und der dortige Markt soll sich 2019 vollständig erholen, so die Hoffnung.

Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) schrumpfte in den sechs Monaten seit der Fusion um fast zwei Drittel auf 192 Mio. € zusammen. Für das Geschäftsjahr 2016/17 stand ein operatives Minus von 18 Prozent auf 774 Mio. € zu Buche, vor allem weil Siemens Gamesa Lagerbestände in Südafrika und in den USA abschreiben musste.

Für das gesamte Geschäftsjahr rechnet Siemens Gamesa mit 9 Milliarden bis 9,6 Milliarden Euro Umsatz. Das wären 2 Milliarden weniger als im Vorjahr.

Portfolio soll gestrafft werden

Neben dem Abbau von vielen hunderten Stellen hat die Geschäftsleitung entschieden, bis 2020 pro Marktsegment nur eine Technologie anzubieten. Siemens Gamesa wird sein Onshore-Portfolio straffen und die Vielzahl seiner Produkte um ungefähr 65 Prozent reduzieren. Außerdem wird das Unternehmen eine auf einer einzigen Plattform basierende Strategie im Offshore-Geschäft umsetzen. Das neue Produktportfolio soll Ende November auf der Messe und Konferenz „WindEurope 2017“ in Amsterdam vorgestellt werden.

Positiv entwickelt haben sich Unternehmensangaben zufolge das Offshore- sowie das Servicegeschäft. Das Offshoregeschäft verzeichnete eine Umsatzsteigerung von 16 Prozent. Auch der Umsatz beim Servicegeschäft stieg um neun Prozent auf 621 Mio. €, mit einer bereinigten Marge von 17,4 Prozent. Laut Siemens Gamesa verzeichnen Wartungsverträge weiterhin Wachstum und umfassen eine Gesamtleistung von weltweit 55.000 MW, dies entspricht einer Steigerung von 12,4 Prozent.

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