Siemens Gamesa kämpft mit schwachem Markt in Indien

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Der frisch fusionierte Windturbinenhersteller Siemens Gamesa hat erstmals eigene Quartalszahlen vorgelegt. Demnach muss Siemens Gamesa im abgelaufenen Quartal einen Umsatzrückgang um sieben Prozent auf knapp 2,7 Mrd. € hinnehmen. Der operative Gewinn brach um 21 Prozent auf 211 Mio. € ein, wie das Unternehmen am Mittwoch berichtet.

Als Grund für den schlechten Absatz führt das Unternehmen Probleme auf dem indischen Markt an. Das Land stellt seine Auftragsvergabe derzeit um und führt ein Auktionssystem ein, wie Siemens Gamesa erläuterte. Unter dem Strich verdiente Siemens Gamesa bereinigt 135 Mio. €. Analysten hatten laut der vom Unternehmen veröffentlichten Konsensschätzungen mit besseren Ergebnissen gerechnet.

Die Probleme mit dem indischen Markt dürften sich auch noch im vierten Quartal fortsetzen, erläuterte Vorstandsvorsitzender Markus Tacke in einer Analystenkonferenz. Eine Stabilisierung des Marktes sei voraussichtlich im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2018 zu erwarten. Zudem rechnet der Manager mit Preisdruck. Für die zwölf Monate per 30. September rechnet Tacke auf einer Pro-forma-Basis mit Umsätzen von 11 bis 11,2 Mrd. € sowie einem bereinigten Ebit von etwa 900 Mio. €.

Auftragsvolumen sinkt um 25 Prozent

Im dritten Quartal gingen die Erlöse aus dem Verkauf von Windenergieanlagen um 8,7 Prozent zurück auf 2,393 Mio. €. Diese Entwicklung geht auf ein geringeres Auftragsvolumen von 1.950 Megawatt (MW) zurück (-25 Prozent), infolge von zeitweiligen Marktbedingungen im Onshore-Geschäft, aber auch aufgrund der üblichen Schwankungen im Offshore-Markt.

Im Wartungs- und Instandhaltungsgeschäft stieg der Erlös um acht Prozent auf 300 Mio. € mit einer bereinigten Marge von 16,7 Prozent. Die zu wartende Anlagenflotte ist weiter gewachsen (+13 Prozent) und hat jetzt eine Gesamtleistung von weltweit 54 GW.

Synergien schneller heben als angekündigt

Tacke kündigte an die Synergien durch den Zusammenschluss schneller heben zu wollen als ursprünglich geplant. Die anvisierten jährlich 230 Mio. € seien nun das „Minimalziel“, teilte das Unternehmen mit. Zudem sollen sie schon im dritten Jahr erreicht werden und nicht wie geplant im vierten Jahr der Fusion. Vorstandsvorsitzender Markus Tacke zeigte sich mit dem Fortschreiten der Integration „hoch zufrieden“.

Ferner berichtet das Unternehmen aus Mexiko einen Auftrag über 36 Turbinen erhalten zu haben. Die installierte Leistung liegt bei 76 Megawatt, so das Unternehmen. Zum Umfang des Geschäfts wurden keine Angaben gemacht. Die Turbinen sind für den Tizimín-Windpark auf der mexikanischen Halbinsel Yucatan vorgesehen, der 2018 in Betrieb gehen soll. Der Vertrag beinhaltet zudem den Betrieb und die Wartung der Turbinen über fünf Jahre. Für Siemens Gamesa zählt Mexiko zu den Ländern mit größtem Wachstumspotenzial.

Der Zusammenschluss des Windkraftgeschäfts von Siemens mit dem spanischen Konkurrenten Gamesa war Anfang April wirksam geworden. Siemens hält 59 Prozent an dem Unternehmen und konsolidiert es voll in seiner Bilanz.

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