Sicherheit beim Betrieb von Ladestationen: VDE-Institut zertifiziert ersten „Ladelichtmast“

VDE widmet sich über VDE|DKE auch der Sicherheit der Daten beim Laden

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EnBW-Ladelichtmast-zertifiziert
Quelle: VDE

Der Ladelichtmast „Sm!ght Base Tower“ des EnBW-Innovationscampus ist die erste multifunktionale Ladestation, die vom VDE-Institut zertifiziert worden ist. Die Station verfügt neben der Ladefunktion für Elektroautos auch über eine sieben Meter hohe LED-Straßenleuchte, die mit Sensoren für Staubbelastung, Temperatur, Feuchte und Lärm sowie WLAN ausgestattet ist.

Der Ladelichtmast ist ausgelegt für das gleichzeitige Laden von zwei Fahrzeugen mit einer maximalen Stromstärke von 24 Ampere und entspreche mit diesen Funktionen der Klasse 5 für integrierte multifunktionale Humble Lampposts nach DIN SPEC 91347, heißt es in einer gemeinsamem Mitteilung von VDE-Institut und EnBW.

Arbeitskreis „Informationssicherheit für Elektromobilität gegründet

Die Prüfung umfasste die elektrische und funktionale Sicherheit, die elektromagnetische Verträglichkeit sowie das Verhalten beim Ladevorgang. Hinzu kamen Umweltprüfungen wie die Bestimmung der Schutzart durch Staub- und Wassereinwirkung sowie der Resistenz des Gehäuses gegen Vandalismus. Schon während des Entwicklungsprozesses hätten die Experten des VDE-Instituts die Konformität mit den normativen Anforderungen geprüft, wodurch sich der Zertifizierungsablauf nach Abschluss der Entwicklung erheblich verkürzt habe, heißt es. Weitere Ladestationen und Infrastrukturelemente aus der EnBW-Entwicklung sollen ebenfalls die VDE-Zertifizierung erhalten.

Neben der elektrischen Sicherheit gibt es beim Laden von Elektrofahrzeugen einen weiteren Sicherheitsaspekt beim Thema „Daten“. Die Normungsexperten von VDE|DKE haben jetzt einen Arbeitskreis „Informationssicherheit für Elektromobilität“ gegründet. Ziel ist die Entwicklung eines Standards, der IT-Security von Beginn an in den Systemansatz integriert. Mit der neuen VDE-Anwendungsregel „Zertifikats-Handhabung für E-Fahrzeuge, Ladeinfrastruktur und Backend-Systeme im Rahmen der Nutzung von ISO 15118“ (VDE-AR-E 2802-100-1) beschreiben die Experten den sicheren Austausch des digitalen Schlüsselmaterials und der digitalen Zertifikate zwischen den beteiligten Akteuren und setzen damit das Prinzip Plug & Charge aus der ISO 15118 um.

Manipulationsfreier Lade- und Abrechnungsvorgang erforderlich

„Der gesamte Geschäftsprozess erfordert einen sicheren und manipulationsfreien Lade- und Abrechnungsvorgang und involviert dabei eine Vielzahl an Akteuren im E-Mobilitätsmarkt. Wichtig ist, dass diese reibungslos miteinander kommunizieren und die nötigen Informationen austauschen können“, sagt der VDE-Vorstandsvorsitzende Ansgar Hinz.

Für den Datenaustausch kommen sogenannte Public-Key-Infrastrukturen (PKI) zum Einsatz, deren Verwendung die neue VDE-Anwendungsregel genau spezifiziert. Sie zeigt mögliche technische Alternativen zur Installation eines Vertragszertifikats in das Fahrzeug sowie die nötigen Prozesse für die Bereitstellung und das Zurückziehen der Vertragszertifikate auf. „Letztendlich ist es die Standardisierung der IT-Sicherheit, die für die Nachhaltigkeit und Investitionssicherheit aller beteiligten Akteure sorgt“, sagt VDE-Chef Hinz.

Die VDE-Anwendungsregel VDE-AR-E 2802-100-1 ist Teil des vom Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie geförderten Projektes „Datensicherheit und Datenintegrität in der Elektromobilität beim Laden und eichrechtskonformen Abrechnen“ (kurz: Delta) und erscheint Anfang Oktober 2017.

Thema Ladeinfrastruktur bei EUWID Neue Energie:

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