Senec.Cloud 2.0 koppelt Strom-, Wärme- und Mobilitätssektor

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Die Deutsche Energieversorgung GmbH, die Speicherlösungen unter dem Markennamen Senec vertreibt, bietet ab sofort die „Senec.Cloud 2.0“ an. Wie das Leipziger Unternehmen mitteilte, kann damit zu jedem Zeitpunkt und überall selbstproduzierter Strom genutzt werden. Das bedeutet, dass Senec-Kunden ihren eigenen Strom nicht nur für Strom und Wärme in den eigenen Räumen, sondern auch mobil nutzen und mit einem Elektroauto an über 45.000 Tanksäulen in Europa tanken können. Mit diesem Ansatz lasse sich Unabhängigkeit bei der externen Stromversorgung zu 100 Prozent realisieren. Schon über die ursprüngliche Cloud von Senec konnten Betreiber von Photovoltaik-Anlagen ihre Wärmepumpen und Nachtspeicherheizungen mit selbsterzeugtem Strom betreiben. Das Neue an der Cloud 2.0 ist, dass erstmals auch größere Wärmepumpen, die einen zweiten Netzanschluss haben, mit dem eigenen Photovoltaik-Strom versorgt werden können. Folglich tragen die Clouds von Senec zur Kopplung von Strom- und Wärmemarkt bei. Mit der Cloud 2.0 wird jedoch erstmals auch der Mobilitätssektor mit dem Strom- und Wärmesektor gekoppelt. Während sich die Fahrer von Elektrofahrzeugen bisher häufig mit unterschiedlichen Ladesäulen und Abrechnungskonzepten beschäftigen mussten, vereinfache die Cloud 2.0 den Ladeprozess. Mit einer Senec-Tankkarte können Kunden europaweit tanken und dabei virtuell den selbsterzeugten Strom nutzen. „Damit haben wir die Vollendung der Cloud erreicht – wir haben Licht, wir haben Wärme, wir haben Mobilität“, sagte Thomas Pilgram, Mitglied der Geschäftsführung, bei der Vorstellung des Konzepts auf der Messe „Intersolar“. Eigenen Angaben zufolge setzt die Deutsche Energieversorgung mit den neuen Produkten auf langfristige Sicherheit für die Kunden, da Überschüsse mit Hilfe der für 20 Jahre festgelegten EEG-Vergütung erzielt werden. Diese Sicherheit sei beispielsweise bei Stromprodukten nicht gegeben, die sich durch die Teilnahme am Regelenergiemarkt refinanzieren, sagte Pilgram. „Gerade der Markt für Primärregelleistung verliert an Attraktivität, da bei gleichbleibender Leistung immer mehr Kapazität zur Verfügung gestellt wird. Die Preise sind in diesem Markt gesunken und werden nach unserer Einschätzung auch weiterhin sinken, so dass darauf basierende Stromprodukte anderweitig refinanziert werden müssten." Beispielhaft berechnet die Deutsche Energieversorgung die Wirtschaftlichkeit der Cloud 2.0 für einen Haushalt mit einem Jahresstrombedarf von 4.500 kWh sowie einer Photovoltaikanlage mit einem Jahresertrag von 7.000 kWh. Mit einem Stromspeicher wird ein Autarkiegrad von 70 Prozent erreicht, was 3.150 kWh entspricht. Die restlichen 3.850 kWh werden in die Cloud 2.0 eingespeist. Um den Jahresstrombedarf komplett zu decken ergibt sich zwischen dem Jahresstrombedarf von 4.500 kWh und dem Eigenverbrauch von 3.150 kWh eine Lücke von 1.350 kWh. Der Kunde muss in diesem Beispiel jährlich 179,40 € (14,95 € im Monat) als Cloud-Beitrag für 1.000 kWh freie Liefermenge zahlen. Der Strompreis pro kWh bei Mehrverbrauch über der freien Liefermenge liegt bei 0,14 €. Somit kommen für den Mehrverbrauch von 350 kWh 0,14 € je kWh hinzu, was 49 € entspricht. Jährlich müsste der Kunde folglich 228,40 € an Strombezugskosten bezahlen. Aus der Differenz des in die Cloud eingespeisten Stroms von 3.850 kWh und dem aus der Cloud entnommenen Strom von 1.350 kWh ergibt sich die Strommenge, die nach dem EEG vergütet wird. In dem Beispiel sind das 2.500 kWh. Bei einer EEG-Vergütung von 0,1227 € je kWh ergibt sich daraus eine EEG-Vergütung von 306,75 € im Jahr. Somit hat der Kunde nach Abzug der Strombezugskosten von 228,40 € einen jährlichen Überschuss von 78,35 € erwirtschaftet. Im Vergleich zur Ausgangssituation entspreche das einer Ersparnis von rund 1.383 € pro Jahr. Die Deutsche Energieversorgung weist darauf hin, dass die Senec.Cloud 2.0 im Vergleich zu Konkurrenzprodukten ohne Erwerb von zusätzlicher Hardware (Stromzähler, Zählerschrank etc.) und ohne Montagekosten genutzt werden kann. Nur unter Berücksichtigung dieser Kosten sei ein fairer Vergleich mit Stromtarifen von Mitbewerbern möglich.

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