Sektorkopplung: „Gute Chancen für NRW, sich als Industrieland zu profilieren“

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Quelle: vencav / Fotolia

Um die Sektorkopplung in Nordrhein-Westfalen geht es in einem 70-seitigen Papier, das eine Expertengruppe der EnergieAgentur.NRW im Auftrag des Landes erarbeitet hat. “Die Umsetzung der Klimaschutzziele erfordert einen weitgehenden Umbau der heutigen Energieversorgung”, heißt es in dem Papier. Zentrale Voraussetzung sei das Heben der Energieeffizienzpotenziale, nicht zuletzt, um die mit dem Umbau verbundenen Kosten zu begrenzen. Parallel dazu hält das Expertengremium einen „engagierten Ausbau erneuerbarer Energien“ für erforderlich.

Die Sektorkopplung biete vor diesem Hintergrund geeignete Möglichkeiten, um die Klimaschutzziele nicht nur bei der Strombereitstellung auf effiziente Art und Weise zu erreichen, sondern auch im Bereich der Endenergiesektoren Industrie, Verkehr und Gebäude. „NRW bieten sich in diesem Bereich gute Chancen, sich weiterhin als guter Standort für Energieinfrastruktur sowie als Industrieland zu profilieren“, heißt es in dem Papier. Im Interesse der Effizienz des Gesamtsystems sei dabei eine Synchronisierung der drei Strategieelemente Energieeffizienz, Ausbau Erneuerbarer und Sektorkopplung anzustreben.

“Kurzfristig verfügbare Optionen der Sektorkopplung nutzen”

Bis zum Jahr 2025 gehe es darum, heute bereits verfügbare Optionen der Sektorkopplung (z.B. Batterie-, Brennstoffzellen- und Erdgas-Busse sowie LNG-LKW, Substitution fossilen Wasserstoffs in der Industrie, Power-to-Heat mit Wärmespeichern) umzusetzen, „sofern mit ihnen ein direkter Vorteil (z.B. THG-Minderung) verbunden ist“. Zudem müssten zentrale F&E- sowie Demonstrationsmaßnahmen (z.B. innovativer Endanwendungen) durchgeführt werden.

Mittelfristig (bis 2030) gehe es um die Bereitstellung der notwendigen leitungsgebundenen Infrastrukturen für die Umsetzung der Sektorkopplung durch die Weiterentwicklung bestehender Strukturen (z.B. Strom- und Gasnetze, Speicher, Kuppelstellen mit dem Ausland) und ggf. den bedarfsorientierten Aufbau neuer Strukturen. Die Maßnahmen der Kopplung – gerade in der Weiterentwicklung der Infrastruktur – sollten synchronisiert und kohärent verlaufen, um Ineffizienzen zu vermeiden. „Lock-in Effekte“ sollten vermieden werden, um innovative Lösungen von morgen nicht zu blockieren.

Langfristig Energiebereitstellung auf “weitgehend erneuerbare respektive klimaneutrale Energien” im Blickpunkt

Langfristig (bis 2050) steht dem Expertengremium zufolge die Energiebereitstellung auf „weitgehend erneuerbare respektive klimaneutrale Energien“ im Blickpunkt. Eine flächendeckende Umsetzung der Sektorkopplung sei dafür das strategische Schlüsselelement. Sektorkopplung könne nicht nur einen entscheidenden Beitrag zur Reduktion der mit den Endenergiesektoren verbundenen THG-Emissionen leisten, sondern auch ein hohes Maß an Flexibilität bereitstellen und damit entscheidend zur Systemstabilität der Energienetze und Versorgungssicherheit der Verbraucher beitragen.

Das Expertenpapier richtet sich nach Angaben der Energieagentur.NRW an eine breite Zielgruppe aus Wirtschaft (unter anderem. Energiewirtschaft, Anlagenbau, Grundstoffindustrie), Investoren und Kapitalgeber sowie Politik und Gesellschaft. Es kann hier heruntergeladen werden.

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