Sektorkopplung als Schlüssel einer erfolgreichen weltweiten Energiewende

568

Am Strommarkt sind die erneuerbaren Energien vor einigen Jahren zu einem bemerkenswerten Siegeszug angetreten. Seitdem sind von Jahr zu Jahr neue Rekorde aufgestellt worden: noch nie wurde so viel Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt wie heute, noch nie waren die Stromgestehungskosten so niedrig.

In den Sektoren Wärme und Verkehr sind die Fortschritte aber deutlich kleiner. Und das ist ein Problem – auch mit Blick auf die Klimaziele, die sich Deutschland und die internationale Staatenwelt gesetzt haben. Ein aktueller Bericht der internationalen Agentur für erneuerbare Energien (Irena) stellt den Status quo der weltweiten Energiewende dar und stößt in der globalen Perspektive auf die gleichen Probleme, die in Deutschland prägend für die Energiewende sind. Wie schaffen wir echte Fortschritte beim Umstieg auf nicht-fossile Energieträger? Ein „Weiter-so“ bringt die erneuerbaren Energien nur in ganz kleinen Schritten voran, Fortschritte allein auf dem Strommarkt werden nicht ausreichen für eine große Trendwende.

Einen Ansatzpunkt sieht die Irena in der Sektorkopplung, etwa wenn besonders günstiger Strom aus Wind- und Solaranlagen einen elektrifizierten Verkehr antreibt. EUWID Neue Energie stellt die Irena-Studie auf dem Titel vor. Insgesamt umfasst die fünfte Ausgabe des Brancheninformationsdienstes auf 40 Seiten 92 Nachrichten, Berichte und Analysen zur Energiewende zur Verfügung. Einen Überblick über die gesamte Ausgabe können Sie hier abrufen. „Sektorkopplung“ ist auch in Deutschland ein Schlüsselwort, das eine wesentliche Rolle bei der nächsten Phase der Energiewende spielen soll. Zugleich ist es auch ein Reizwort, denn nicht jeder hinterlegt dem Begriff Sektorkopplung die gleichen Implikationen. Das Bundeswirtschaftsministerium hat unter dem jetzt ins Außenministerium gewechselten Ressortchef Sigmar Gabriel eine sehr klare Idee von einer Sektorkopplung als umfassende Elektrifizierung von Wärme- und Verkehrsbereich gehabt. Die Bioenergiebranche verweist darauf, dass sie als einzige Technologiegruppe über den Energieträger Biomasse eine Kopplung der drei Sektoren ermöglicht und Lösungen in den Bereichen Strom- und Wärmeerzeugung sowie Kraftstoffbereitstellung anbietet.

Viele Beobachter bezweifeln zudem, ob ein hinreichend schneller weitgehender Umstieg auf reine Stromlösungen im Wärme- und Verkehrssektor kurz- und mittelfristig überhaupt möglich ist. Und es ob es nicht sinnvoll wäre, etwa am Wärmemarkt auf effiziente Gastechnologien in Verbindung mit einer Einkopplung von Strom über Power-to-X-Ansätze zu setzen. Für die Akteure am Energiemarkt sind die Unsicherheiten vor diesem Hintergrund sehr groß. Zukünftige Entwicklungen sind nur schwer zu prognostizieren, es zeigt sich aber bereits heute, dass Sektorgrenzen verschwimmen. Branchenfremde Akteure stoßen in den Markt, umgekehrt ergeben sich etwa für Stadtwerke und Versorger ganz neue Möglichkeiten, in anderen Bereichen mit Produkten und Dienstleistungen aktiv zu werden. In der aktuellen Ausgabe stellt EUWID Neue Energie verschiedene Studien zu Handlungsoptionen und Geschäftsmodellen vor. Auch greift der Brancheninformationsdienst die Diskussionen auf der Handelsblatt-Tagung Energiewirtschaft auf, die sich ebenfalls intensiv mit Fragen der Sektorkopplung, der Digitalisierung und der Entstehung neuer Geschäftsmodelle für die Energiebranche befasst hat.

Weitere Themen in EUWID Neue Energie:

  • EUWID-Marktbericht für Sägerstholz: Etliche Holzpelletproduzenten haben den Einsatz von Hackschnitzel-Sortimenten bei der Pelletproduktion erhöht. Grund ist unter anderem eine Verknappung des Angebots an Sägespänen.
  • Gabriel verabschiedet sich aus BMWi mit „Markt“-Empfehlung bei der Sektorkopplung: Sigmar Gabriel hat sich bei der Handelsblatt-Jahrestagung Energiewirtschaft noch einmal als Wirtschaftsminister präsentiert und der Politik empfohlen, beim Schlüsselthema Sektorkopplung auf die Marktkräfte zu setzen.
  • Entwurf für Gebäudeenergiegesetz integriert Energieeffizienz und Erneuerbare: Bundeswirtschafts- und -umweltministerium haben einen Referentenentwurf zur Neukonzeption des Energieeinsparrechts für Gebäude vorgelegt. Darin sollen EnEG, EnEV und EEWärmeG zusammengeführt werden.
  • Trendforschung Alltag und Energiewelt: Schranke zwischen heutigen Branchen fällt: Künftig werden Kunden mit kompletten Angeboten versorgt, die auf ihre individuellen Bedürfnisse abgestimmt sind. Dabei fällt die Schranke zwischen heutigen Branchen wie Versorgung, Verkehr oder Kommunikation.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Bitte Kommentar einfügen!
Bitte geben Sie Ihren Namen hier ein