Schleswig-Holstein fördert Energiespeicher in Bordesholm

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Energieminister Robert Habeck (r.) mit Frank Günther, Geschäftsführer der Versorgungsbetriebe Bordesholm. (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) Energieminister Robert Habeck (r.) mit Frank Günther, Geschäftsführer der Versorgungsbetriebe Bordesholm.
Quelle: Landesregierung Schleswig-Holstein

Das Land Schleswig-Holstein treibt die Entwicklung von Speichertechnologien für die Energiewende voran. Wie die Landesregierung mitteilte, hat Energieminister Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen) Ende August einen Förderbescheid in Höhe von 1,68 Mio. € an den Geschäftsführer der Versorgungsbetriebe Bordesholm (VBB), Frank Günther, überreicht. Das Geld fließt in den Bau eines Batteriespeichers, der die kommunale Stromversorgung aus überwiegend erneuerbaren Energien beim Ausfall des übergeordneten Netzes ermöglichen soll.

„Dieses Pilotprojekt ist nicht nur ein Vorbild für andere Kommunen, sondern auch eine wichtige Forschungsplattform für die wissenschaftliche Arbeit an weiteren Lösungen auf der Basis erneuerbarer Energien“, sagte Habeck. „Dazu kommt der unmittelbare positive Klimaschutzeffekt durch das Projekt: Wir rechnen mit einem geschätzten Rückgang von etwa 12.000 Tonnen CO2-Äquivalent pro Jahr.“ Mit dem Bau des Speichers wollen die Versorgungsbetriebe Bordesholm eine vollständige Stromversorgung aus erneuerbaren Energien möglich machen.

Leistung von 8 MW und Speicherkapazität von 12 MWh

Die VBB planen den Bau eines Batteriespeichers mit einer Leistung von 8 Megawatt (MW) und einer Speicherkapazität von 12 Megawattstunden (MWh). Davon sollen 4,5 MW und 8 MWh als Regelenergie wirtschaftlich vermarktet werden, um Schwankungen in den Stromnetzen auszugleichen. „Diesen Teil des Speichers finanzieren wir komplett selbst und rechnen dadurch ab 2018 mit einer Umsatzsteigerung von knapp zehn Prozent auf etwa 17 Mio. €“, sagte VBB-Geschäftsführer Günther. Die hundertprozentige Tochter der Gemeinde Bordesholm rechnet durch dieses Entwicklungsprojekt bis zum Jahr 2023 mit der Schaffung von drei neuen Arbeitsplätzen.

Der förderrelevante Teil des Batteriespeichers soll als Teil eines lokalen Inselnetzes fungieren. Sollte es zu Störungen bei der Regelung der Stromversorgung über das Hauptnetz oder zu einem kompletten Ausfall kommen, so soll dieser Speicherteil mit 3,5 MW und 4 MWh ein regional begrenztes Gebiet weiter mit Energie versorgen – ohne Spannungsunterbrechung. Mittelfristiges Ziel dabei ist, dies aus 100 Prozent erneuerbaren Energien sicherzustellen.

Projekt zeigt Bedeutung der Digitalisierung für die Energiewende

Die technischen Voraussetzungen dafür sind anspruchsvoll: Neben einer geschlossenen Netzinfrastruktur ist unter anderem ein spezieller Speicher mit zusätzlichen Erweiterungen wie zum Beispiel Synchron-Kuppelschaltern nötig, um Strom aus erneuerbaren Energien in das Inselnetz einzuspeisen. Zur Echtzeit-Kommunikation zwischen sämtlichen technischen Komponenten und den Kunden wird darüber hinaus ein leistungsfähiges Glasfasernetz benötigt, das in Bordesholm bereits komplett vorhanden ist. „Das Projekt zeigt sehr gut, welche Bedeutung die Digitalisierung auch für die Energiewende hat“, so Minister Habeck.

Wissenschaft erhält Zugang zu den Projektdaten

Die Erkenntnisse dieses Forschungsvorhabens, stehen nach Abschluss des Förderprojektes Forschungseinrichtungen als Datenquelle für weitere Untersuchungen zur Verfügung. So können Wissenschaftler ermitteln, welche Voraussetzungen erfüllt werden müssten, um eine stabile, autarke und nachhaltige Notfall-Inselnetzlösung auch auf andere Kommunen übertragen zu können.

Gefördert wird das Projekt im Rahmen des Ladensprogramms Wirtschaft. Das Landesprogramm bündelt im Zeitraum 2014 bis 2020 Fördermittel der Europäischen Union – Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), der Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) sowie Landesmittel für die wirtschafts- und regionalpolitische Förderung in Schleswig-Holstein.

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