Salzgitter Flachstahl und Partner errichten HT-Elektrolyseur mit 720 kW

116
Überblick über das bisherige Projekt GrinHy 1.0
Quelle: Salzgitter AG

Im Hüttenwerk der Salzgitter Flachstahl GmbH errichtet der Stahlproduzent gemeinsam mit Partnern die weltweit leistungsstärkste Hochtemperatur-Elektrolyse (HTE) zur energieeffizienten Wasserstofferzeugung. Im Rahmen des Projekts „Green Industrial Hydrogen via steam electrolysis“ (GrinHy2.0), an dem auch die Sunfire GmbH, Paul Wurth S.A., Tenova SpA, das französische Forschungszentrum CEA und der Salzgitter Mannesmann Forschung GmbH beteiligt sind, wird damit erstmals im industriellen Umfeld eine Hochtemperatur-Elektrolyse mit einer elektrischen Nennleistung von 720 Kilowatt realisiert. Wie Sunfire mitteilte, beträgt das Gesamtbudget des Projekts 5,5 Mio. €.

Der HT-Elektrolyseur soll bis Ende 2022 mindestens 13.000 Stunden in Betrieb sein und insgesamt etwa 100 Tonnen Wasserstoff von hoher Reinheit (99,98 Prozent) liefern. Nach Angaben von Sunfire soll der Wasserstoff für Glühprozesse im integrierten Hüttenwerk genutzt werden und dabei auf Basis von Erdgas erzeugten Wasserstoff ersetzen.

Wasserstoff soll Kohlenstoff bei Verhüttung von Eisenerzen ersetzen

Wasserstoff als Reduktionsmittel ist auch das zentrale Element von dem Konzept „Salzgitter Low CO2 Steelmaking“ (Salcos), das der Salzgitter-Konzern für eine CO2-arme Stahlproduktion entwickelt hat. Dabei ersetzt Wasserstoff, der idealerweise mit Strom aus regenerativen Quellen erzeugt wird, den bislang für die Verhüttung von Eisenerzen erforderlichen Kohlenstoff. Salcos basiert auf Einzelbausteinen erprobter Technologien und ermöglicht eine zeitnahe industrielle Realisierung.

Mit der Maßstabsvergrößerung des Hochtemperatur-Elektrolyseurs kann beim Projekt GrInHy2.0 die Einbindung von „grünem“ Wasserstoff in die Prozesse des Hüttenwerks umfangreich getestet und erprobt werden. Dazu wird das gasförmige Produkt des Elektrolyseurs vom Typ Sunfire-HyLink zunächst in einem Aggregat von Paul Wurth, Anlagenbauer für die Stahlindustrie, verdichtet und getrocknet. Den Betrieb der Anlagen und die Einspeisung in das eigene Wasserstoffnetz übernimmt die Salzgitter Flachstahl.

Begleitstudie untersucht Umstellung der europäischen Stahlindustrie auf wasserstoffbasierte Stahlherstellung

Parallel führt das französische CEA mehrjährige Versuche mit Elektrolyse-Stacks durch, welche die zentralen Elemente der HTE-Technologie darstellen. Tenova, ein weiterer Anlagenbauer für die Stahlindustrie, erstellt projektbegleitend eine technisch-ökonomische Studie zur Umstellung der heutigen europäischen Stahlindustrie auf eine CO2-arme, wasserstoffbasierte Stahlherstellung. Die Salzgitter Mannesmann Forschung ist für die Projektkoordination und -leitung verantwortlich.

Obwohl die derzeitigen energiepolitischen Rahmenbedingungen eine wirtschaftliche Umsetzung noch in Frage stellen, sind die Projektpartner Sunfire zufolge entschlossen, diese für die Zukunft bedeutsame, klimaschonende Technologie konsequent weiterzuentwickeln.

Förderung im Rahmen von Horizon 2020

Gefördert wird das Projekt, das nahtlos an die bereits erfolgreich in Salzgitter betriebene erste Stufe von GrInHy anknüpft, vom Fuel Cells and Hydrogen 2 Joint Undertaking (JU), das durch das Forschungs- und Innovationsprogramm Horizon 2020 Unterstützung erhält. Weitere Informationen finden stehen unter http://www.green-industrial-hydrogen.com bereit. Über die Aktivitäten der Salzgitter AG im angrenzenden Projekt Salcos finden sich weitere Details unter https://salcos.salzgitter-ag.com/.

Lesen Sie dazu auch:

Paul Wurth investiert in Power-to-Liquid-Spezialisten Sunfire

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Bitte Kommentar einfügen!
Bitte geben Sie Ihren Namen hier ein