Der Runde Tisch Erneuerbare Energien (RT-EE) hat ein Arbeitspapier für die Umsetzung der Wärmewende verabschiedet. „Während die Finanzierung der elektrischen Energieversorgung mit erneuerbaren Energien als gesellschaftliche Aufgabe akzeptiert und gesetzlich geregelt ist, findet die Finanzierung der Wärmeversorgung derzeit im Wesentlichen auf individueller Basis statt und ist in weiten Bereichen unzureichend“, heißt es in dem Papier, das vom Runden Tisch einstimmig verabschiedet wurde. „Die Art und Weise, eine dementsprechend angemessene Finanzierung der Wärmewende zu erreichen, ist jedoch ein noch offener Diskussionspunkt“, hält der RT-EE fest.

Der Runde Tisch für Erneuerbare Energien beschreibt sich als eine offene Runde mit Vertretern von Vereinen, Initiativen und Nichtregierungsorganisationen, die sich regional und bundesweit für 100 Prozent erneuerbare Energien bis spätestens 2030 einsetzen. Aktiv im RT-EE sind unter anderem das Bündnis Bürgerenergie (BBEn), die Deutsche Gesellschaft für Solarenergie (DGS), der Solarenergie-Förderverein (SFV), die Energy Watch Group und Eurosolar.

Die Ausführungen zur Wärmewende folgen einem ersten Arbeitspapier, das Vorschläge zu einer schnellen Energiewende im Stromsektor beinhaltet. Weitere Arbeitspapiere befinden sich in der Abstimmung innerhalb des Runden Tisches. In der Gesamtbetrachtung sollen alle letztlich verabschiedeten Papiere ein gemeinsames Fundament bilden, auf dessen Grundlage sowohl das 1,5 Grad Ziel des Pariser Klimaabkommens als auch 100 Prozent Erneuerbare bis spätestens 2030 – so auch der Leitsatz des Runden Tisches – erreichbar sein sollen.

Im Bereich der Wärmewende strebt der Runde Tisch an, dass die Wärmeversorgung ab 2030 nur noch auf der Basis von erneuerbarer Energie betrieben werden soll und die Gebäude nicht mehr Energie verbrauchen, als dies der KFW-55-Standard beschreibt. „Verbräuche, die über dieser Norm liegen, werden mit einer Abgabe belegt“, heißt es. Unter anderem sollen Kommunen nach dem Papier bis Ende 2023 einen Rahmenplan zur Wärmenutzung mit ausschließlich erneuerbaren Energien für das gesamte Gebiet der Kommune erstellen und beschließen. Diese Planung solle unter anderem vorhandene und neue Wärmenetze enthalten.

Elektrische Wärmeerzeuger oder regenerative Brennstoffe mit Herkunftsnachweis

Mit Fördermaßnahmen im Bereich der Wärmedämmung soll der sehr schnelle Umstieg auf grüne Energien flankiert werden. „Nichtelektrische Wärmeerzeuger dürfen ab 2030 ausschließlich mit nachweislich Erneuerbarem Brennstoff betrieben werden“, fordern die Autoren. Das gleiche gelte für KWK-Anlagen. Beispiele für entsprechende Energieträger seien aus erneuerbarem Strom gewonnene Brennstoffe wie Wasserstoff, Methanol und biogene Reststoffe. „Holzpellets und Holzhackschnitzel dürfen nur noch aus Reststoffen gewonnen werden und benötigen einen entsprechenden Herkunftsnachweis.“

Der RT-EE macht deutlich, dass die im Papier vorgestellten Inhalte „nicht zwangsläufig“ die Beschlusslage der Organisationen, Vereinigungen und Bewegungen widerspiegeln. „Das Arbeitspapier ist Produkt des Runden Tisches Erneuerbare Energien und der daran beteiligten Personen.“ (Nachweis für Symbolbild Energetische Sanierung: EUWID)

Die beiden Arbeitspapiere des RT-EE können hier abgerufen werden:

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1 KOMMENTAR

  1. 100% erneuerbare Energien bis 2030 ist eine Illusion.
    Wer solche Ziele setzt, sollte auch sagen, mit welchen konkreten Maßnahmen sie zu erreichen sind, oder er sollte zum Arzt gehen (Helmut Schmidt)

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