Rheinland-Pfalz und Hessen fördern Wasserstofftankstelle

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Rheinland-Pfalz und Hessen wollen den öffentlichen Nahverkehr mit Brennstoffzellenbussen ausstatten. Bis Ende 2018 sollen elf Brennstoffzellenbusse auf den Straßen im Rhein-Main-Gebiet fahren – acht in Mainz und Wiesbaden, drei in Frankfurt. Nun fördern die Länder den Aufbau einer Wasserstofftankstelle in Wiesbaden.

„Die Busse werden künftig mit Wasserstoff aus der mit Windkraft betriebenen Power-to-Gas-Anlage in Mainz betankt“, sagte Rheinland-Pfalz Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) am Montag in Mainz. Insgesamt könnten durch das Pilot-Projekt in Mainz und Wiesbaden pro Jahr 600 Tonnen CO2 eingespart werden.

Die elf Brennstoffzellenbusse werden durch EU- und Bundesmittel gefördert. Ein entsprechender Förderbescheid zum Aufbau einer Wasserstofftankstelle wurde am Montag an den Verkehrsverbund Mainz-Wiesbaden, an die Mainzer Umwelt- und Verkehrsdezernentin Katrin Eder sowie den Wiesbadener Verkehrsdezernenten Andreas Kowol in Wiesbaden übergeben. Die Länder Rheinland-Pfalz und Hessen beteiligen sich jeweils mit einer Million Euro an diesem Pilot-Projekt.

Die Wasserstofftankstelle wird auf dem Betriebshof der ESWE Verkehr in Wiesbaden installiert. Sie wird das kontinuierliche Betanken von mindestens acht Bussen ermöglichen. Ein Kompetenzzentrum mit Werkstatt für die Wartung der Brennstoffzellenbusse wird auf dem Gelände der MVG in Mainz aufgebaut, heißt es in einer Mitteilung des Umweltministeriums. Als wichtigen Beitrag zur Luftreinhaltung im Rhein-Main-Gebiet und zur Nutzung erneuerbarer Energien im Verkehr, bezeichnete Ministerin Höfken das Projekt. In Rheinland-Pfalz gab es laut Ministerium im vergangenen Jahr an vier Messstationen im Land Überschreitungen bei den gesundheitsschädlichen Stickstoffdioxid-Langzeitwerten.

Politikwechsel hin zu sauberer Antriebstechnik notwendig

Vor dem Hintergrund des Dieselskandals forderte Höfken von der Bundesregierung Sofortmaßnahmen bei der Nachrüstung, verbindliche Rückrufe und umgehende Unterstützung der Kommunen, insbesondere im Bereich der Emissionsverringerung von Taxen und Bussen. Außerdem müsse die Bundesregierung mit dem ,nationalen Dieselforum‘ einen Politikwechsel einleiten, eine klare Strategie für saubere Antriebstechniken vorlegen und die Voraussetzung für die Plakettenverordnung schaffen. „Denn in Zukunft müssen wir emissionsfrei fahren“, sagte die Umweltministerin. Großbritannien und Frankreich haben ein Verbot von Verbrennungsmotoren ab 2040 angekündigt.

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