Rheinland-Pfalz fördert Vermarktung industrieller Energiespeicher

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Rheinland-Pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken
Quelle: MULEWF, Foto: Kerstin Bänsch

Mit insgesamt 181.555 € fördert das rheinland-pfälzische Umwelt- und Energieministerium die Transferstelle Bingen bei der Umsetzung eines Nachfolgeprojektes zur Vermarktung industrieller Energiespeicher. Das teilte das Ministerium am Mittwoch mit. Ansatzpunkt der Binger Wissenschaftler sei es, die Flexibilität des Energieverbrauchs industrieller Produktionsprozesse zu untersuchen und identifizierte Potenziale zu einem Virtuellen Energiespeicher zu verknüpfen, um Regelenergie am Markt anzubieten.

„Insbesondere in unseren Industrie- und Gewerbeunternehmen schlummern riesige Potenziale für die Energiespeicherung. Materialspeicher, Produktspeicher, Wärme- und Kältespeicher, Druckluftspeicher, aber auch Wasserhochbehälter erlauben es, den Energiebedarf von Produktionsprozessen in gewissen Grenzen zeitlich variabel zu steuern“, so Umwelt- und Energieministerin Ulrike Höfken. „Besonders energieintensive Produktionsschritte oder –verfahren können so in Zeiten mit geringer Stromnachfrage und damit verbundenen niedrigen Strompreisen verschoben werden. Gleichzeitig können bei hohem Strombedarf und hohen Strompreisen Produktionsschritte mit hohem Energiebedarf gedrosselt werden“.

Virtueller Speicher hat im Vorgänger-Projekt Regelenergie angeboten

Das sogenannte Lastmanagement oder Demand Side Management (DSM), erlaubt es, den eigenen Strombedarf an den Preissignalen der Strommärkte auszurichten, vorhandene Verbrauchsflexibilitäten von Produktionsprozessen wirtschaftlich vorteilhaft zu vermarkten und dadurch die eigenen Energiekosten nachhaltig zu senken.

Im Rahmen des ebenfalls vom Land geförderten Vorgänger-Projekts „Aufbau eines Verbundes dezentraler Stromspeicher verschiedenster Art zu einem virtuellen Energiespeicher“ (Vevide), das von 2012 bis 2015 von einem rheinland-pfälzischen Projektkonsortium unter der Federführung der Transferstelle Bingen umgesetzt wurde, konnte in der Praxis gezeigt werden, dass durch eine intelligente Verknüpfung von industriellen DSM-Potenzialen unterschiedlichster Art ein virtueller Energiespeicher geschaffen werden kann. Nach erfolgreicher Präqualifikation durch den Netzbetreiber konnte dieser Virtuelle Energiespeicher am Regelenergiemarkt sowohl positive als auch negative Regelleistung anbieten.

Ausweitung der Vermarktung verfügbarer Lastmanagementpotenziale

Aufbauend auf diesen Ergebnissen werden von der Transferstelle Bingen im Rahmen des jetzt geförderten Folgeprojekts Vevide 2 nun geeignete Industriebranchen mit hohem DSM-Potenzial in Form einer Erstanalyse in Workshops und Seminaren mit Branchenvertretern identifiziert. Durch den branchenspezifischen Ansatz sollen die Nutzung von Lastmanagementpotenzialen systematisch erfasst und vereinfacht, die Hemmschwellen bei den Unternehmen deutlich gesenkt und die Vermarktung verfügbarer Lastmanagementpotenziale ausgeweitet werden.

Darüber hinaus wird der strommarktorientierte Betrieb einer realen Industrieanlage unter anderem hinsichtlich der Optimierung der Eigenversorgung getestet sowie Strategien für die Vermarktung industrieller DSM-Potenziale an den Regelenergiemärkten, aber auch der Strombörse entwickelt.

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