Auf dem Maiwald-See im baden-württembergischen Renchen ist Deutschlands größte schwimmende Photovoltaikanlage offiziell in Betrieb genommen worden. Das teilte der Industrieverband Steine und Erden Baden-Württemberg (ISTE) mit, der das Solarkraftwerk zusammen mit der Ossola GmbH betreibt. Errichtet wurde es von der Erdgas Südwest GmbH als Generalunternehmer.

Die PV-Anlage soll 800.000 kWh Strom pro Jahr erzeugen und bis zu 70 Prozent der im Kieswerk benötigten elektrischen Energie klimafreundlich liefern. So will man 560 Tonnen CO2-Emissionen vermeiden. Für die rund 150 am Oberrhein in Betrieb befindlichen Baggerseen gelte diese Anlage als Vorzeigeprojekt. „Derartige Anlagen gibt es bereits in Großbritannien, Frankreich, Japan und China, aber hier sind wir die ersten“, sagte Kiesunternehmer Armin Ossola, der sich auch als Beirat in der Initiative „KIWI – Kieswirtschaft im Dialog am Oberrhein“ engagiert.

Die Investitionskosten liegen den Angaben zufolge bei rund 1 Mio. € – ohne Inanspruchnahme öffentlicher Förderungen. „Diese PV-Anlage rechnet sich wirtschaftlich, weil sie einen Großteil der vom Kieswerk benötigten 1,2 bis 1,5 Mio. kWh pro Jahr liefern wird. Damit sind wir fast autonom und vor allem beispielhaft klimafreundlich“, so Ossola.

Zusammen mit Umweltminister Franz Untersteller (hintere Reihe, 4.v.r.) nimmt Armin Ossola (hinten, 3.v.l.) die schwimmende PV-Anlage offiziell in Betrieb.

Den Vorbildcharakter der schwimmenden Photovoltaikanlage lobte auch Umweltminister Franz Untersteller (Grüne): „Sie sind die ersten mit solch einer großen Anlage, aber Sie werden nicht lange die einzigen bleiben. Und das ist gut so.“ Untersteller kritisierte die gesetzlich vorgeschriebene Höchstgrenze von 750 KW Leistung bei PV-Anlagen, bevor diese international ausgeschrieben werden müssen. Durch diese Begrenzung bleibe ein erhebliches Potenzial an möglichen Großanlagen ungenutzt, so der Minister. Anlagen wie diese auf dem Maiwaldsee könnten deutlich zur Energiewende beitragen. Der Umweltminister soll ein Schreiben an den Bundeswirtschaftsminister mit dem Ziel, diese Regelung zu überdenken, angekündigt haben.

2.300 schwimmende Module sorgen für 750 kWp Sonnenstrom.

Die PV-Anlage wird sich nach Einschätzung Ossolas in etwa sieben Jahren amortisiert haben. Strom, den er nicht selber in seinem Werk verbrauchen könne, werde ins öffentliche Netz eingespeist. Sobald Großspeicher verlässlich zur Verfügung stünden, werde er die Anlage durch sie komplettieren. Ziel sei ein autarkes und vollständig klimaneutrales Kieswerk.

Der Geschäftsführer von Erdgas Südwest, Ralf Biehl, lobte, dass im Gegensatz zu Freiflächenanlagen Installationen auf einem aktiven Baggersee mit keiner anderen Nutzung konkurrieren. Durch die Kühlung des Wassers sei im Vergleich zu Freiflächen- oder Dachanlagen sogar ein Mehrertrag von rund zehn Prozent zu erwarten. Sein Unternehmen sehe in solchen PV-Anlagen in Verbindung mit neuen Speichertechnologien ein enormes Potenzial.     

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Beitragsbilder: Bode-Fotografie, Mahrholdt, Erdgas Südwest    

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