Der Solarkonzern Q-Cells sieht hervorragende Aussichten an den europäischen Photovoltaikmärkten. Auch in Deutschland böten die veränderten Rahmenbedingungen viele Chancen, berichtet das Unternehmen in einer aktuellen Bewertung der Marktlage. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) befreie Anlagen bis zu 30 kW von der Umlage auf Eigenverbrauch, erläutert Oliver Beckel, Director Public Affairs bei der Hanwha Q-Cells GmbH. „Damit wird es 2021 vor allem den Markt der kleinen Aufdachanlagen in Deutschland direkt ankurbeln. Wir erwarten Installationen von deutlich mehr als 1 GW in diesem Bereich.“

In dem Segment sehe Q-Cells „ein wichtiges Geschäftsfeld für uns“. Bei Solaranlagen für Gewerbe und Industrie erwarte man, dass die neuen EEG-Regelungen für Anlagen größer als 300 kW eine Chance bieten, dieses Segment „mit cleveren neuen Lösungen zu bedienen“. Hierzu zählten Modelle wie das „Power Contracting“ und die Anlagenpacht, die den Kunden die „dringend benötigte Sicherheit“ und einen stabilen ROI böten.

Niederlande und Belgien

Die Entwicklung von Q-Cells hin zu einem Komplettanbieter stelle dezentrale Energielösungen in den Mittelpunkt der gesamteuropäischen Strategie. In den Niederlanden werde 2021 die Nachfrage nach Solarenergie weiter anziehen, wobei alleine am Privatkundenmarkt voraussichtlich fast 1 GW an neuen Installationen erwartet wird. „Als einziger Premium-Hersteller mit einer großen lokalen Präsenz will Q-Cells seinen Service, sein Partnernetzwerk und sein Team in den Niederlanden weiter ausbauen“, sagt Maarten Ribbens, Head of Sales Benelux. In Belgien führe die Förderung von Speichersystemen dazu, dass Q-Cells seine neuen flexiblen ESS-Produkte noch in diesem Jahr auf dem belgischen Markt einführen werde.

Italien

In Italien werden auf den privaten und gewerblich-industriellen Aufdachbereich rund 70 Prozent der über 1 GW an Neuinstallationen im Jahr 2021 entfallen. „Das neue Förderprogramm ‘Super Bonus’ wird das Wachstum des privaten Aufdachsegments in Italien weiter antreiben und so den Speichermarkt gleich mit ankurbeln“, sagt Marco Dona, Leiter des Vertriebs in Italien. Um die eigene Position zu festigen, werde Q-Cells ab 2021 Energiespeicherlösungen für Privatkunden und ein verbessertes Portfolio an BOS- und Montagesystemen für den C&I-Bereich anbieten.“

Frankreich

Auch der französische Solarmarkt für Hausdächer wird voraussichtlich in diesem Jahr wieder wachsen, „gespeist aus dem hohen Interesse an smarten und AC-Modulen“. Die Pläne zur Einführung des neuen Einspeisetarifs für Systeme der Größen 100-500 kWp seien durch Verzögerungen bei der Berechnungsmethode für die neuen CFP-Werte beeinträchtigt worden, was die Marktakzeptanz in diesem Bereich eingeschränkt habe. „Sobald diese Details geklärt sind, sehen wir ein großes Potential für diese Anlagengrößen“, heißt es bei Q-Cells.

Polen

Der zu erwartende 2-GW-Markt in Polen werde in diesem Jahr durch eine gleichmäßige Aufteilung zwischen Aufdach- und Freiflächenanlagen geprägt sein, sagt Szymon Kurjanski, Leiter des Vertriebs in Polen. „Die polnische Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2040 einen Anteil von 50 Prozent erneuerbarer Energien zu erreichen, was zur Einführung eines neuen Förderprogramms für Solaranlagen auf Hausdächern im 3. Quartal führen wird.“ Um dieses Segment zu stärken, werde Q-Cells seine neue Energiespeicherlösung noch in diesem Jahr auch in Polen einführen.

Ost- und Südeuropa

Ein ähnliches Bild zeige sich in vielen anderen ost- und südeuropäischen Ländern, darunter Ungarn, die Slowakei und die Tschechische Republik, wo das Fehlen von ‚Net Metering‘ und diverse Förderprogramme zu einer wachsenden Nachfrage der Kunden nach flexiblen Speicherlösungen führe, so Adrian Kocan, Leiter des Vertriebs in Süd- und Osteuropa. In einigen südeuropäischen Ländern wie Griechenland blieben Solarkraftwerke der dominierende Geschäftsbereich.

Großbritannien

In Großbritannien erwartet Q-Cells ein 80-prozentiges Wachstum im Commercial & Industrial (C&I)-Bereich. Eine der interessantesten Marktentwicklungen werde jedoch im Residential-Bereich erwartet, wo gebäudeintegrierte PV-Installationen (BIPV) einen Durchbruch erleben könnten, ebenso wie die Installation klassischer Solarmodule während der Bauphase neuer Privatgebäude. „Der Plan der britischen Regierung sieht vor, die Kohlenstoffemissionen von Neubauten bis 2025 um insgesamt 75 Prozent zu senken“, sagt Ross Kent, Vertriebsleiter in Großbritannien, Irland und Skandinavien. „Das ist zwar keine Garantie dafür, dass Solaranlagen als Lösung besser angenommen werden, aber es ist zu erwarten, dass immer mehr private Bauherren PV-Lösungen in Betracht ziehen werden – sei es als integrierte BIPV oder einfach durch die Installation von Solarmodulen während des Baus – um diese Ziele erreichen zu können.“

Markt für europäische Freiflächen-Solarkraftwerke

Im Geschäftsbereich Green Energy Solutions (GES) will Q-Cells im laufenden Jahr zahlreiche Solarkraftwerke in Europa entwickeln und umsetzen. Dank der jüngsten Erfolge des Unternehmens bei Ausschreibungen belaufe sich die gesicherte Projektpipeline von Q-Cells allein auf der iberischen Halbinsel derzeit auf 4,5 GW, heißt es.

Das Geschäft mit Freiflächen-Solarkraftwerken sei 2021 „mit Schwung zurückgekehrt“. Der Sektor habe vor mehr als einem Jahrzehnt den Startschuss für Europas Solargeschäft gegeben. Die niedrigen Kosten würden die Nachfrage nach großen Solarprojekten auch 2021 in vielen europäischen Ländern antreiben, insbesondere in Spanien, Frankreich, den Niederlanden und Polen.

Märkte im Gigawattbereich werden in diesem Jahr für Frankreich (1,04 GW) und Polen (1 GW) prognostiziert und auch die Niederlande werden voraussichtlich fast 1 GW an neuen großen Solarprojekten (932 MW) erreichen. „Der eigentliche Star des Jahres 2021 wird jedoch Spanien sein, wo dank des auktionsgesteuerten Marktes in diesem Jahr mehr als 3,3 GW an Solaranlagen im Kraftwerksmaßstab erwartet werden“, heißt es bei Q-Cells weiter.

Kleiner CO2-Fußabdruck von Projekten wird zum Erfolgsfaktor

Ein Großteil der Nachfrage auf dem französischen Markt werde durch Projekte mit kleinem CO2-Fußabdruck (CFP) geprägt sein, also Kraftwerke, für deren Installation Solarmodule vorgeschrieben sind, die als kohlenstoffarm zertifiziert sind. „Q-Cells ist in diesem Bereich sehr gut positioniert, da unsere Module bereits CFP-zertifiziert sind“, sagt Laurent Bodin, Leiter des Vertriebs für Freiflächen-Solarkraftwerke in Frankreich. „Wir gehen davon aus, dass im Jahr 2021 mehr als 80 Prozent des Marktwachstums von Ausschreibungen der Energieregulierungskommission CRE für CFP-Projekte geprägt sein werden. Dieser Trend wird bis 2030 jährlich weiter zunehmen.“

Laut Solar Power Europe betrug das Wachstum der Solarenergie in Europa im vergangenen Jahr 11 Prozent, mit 18,2 GW an neu installierter Leistung. Die Prognosen für 2021 gehen von einem noch größeren Solarwachstum aus, „aber auch von einem großen Sprung in der Marktentwicklung: von verstärkter Digitalisierung, besserer Komponentenleistung, wettbewerbsfähigeren Preisen und ausgefeilteren Energiesystemen, die den Verbrauchern eine bessere Kontrolle darüber geben werden, wie sie ihren Strom beziehen, speichern und verbrauchen möchten“. (Nachweis für Beitragsbild: Q Cells)

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