„PV2Float“: RWE will mit Partnern Konzepte für Floating-PV weiterentwickeln

Symbolbild Floating-PV (Bildquelle: malp - stock.adobe.com)

RWE Renewables, das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme und die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg wollen gemeinsam mit weiteren Partnern die Floating-PV-Technologie weiterentwickeln. Im Rahmen des Forschungsprojekts „PV2Float“ sollen dabei mehrere Floating-PV-Anlagen mit unterschiedlichen Systemdesigns einem intensiven Praxistest unterzogen werden. Das Forschungsvorhaben ist auf insgesamt drei Jahre angelegt, berichtet RWE. Ein geeigneter Tagebausee für die Durchführung werde derzeit ausgewählt.

Floating PV berge weltweit ein bisher kaum genutztes Stromerzeugungs- und Klimaschutzpotenzial. Im Unterschied zu Freiflächenanlagenwerden die PV-Module auf Schwimmkörpern installiert und auf einem stehenden Gewässer oder dem Meer ausgebracht. Allein in Deutschland entstanden durch den Braunkohletagebau rund 500 Tagebauseen. Laut einer Studie des Fraunhofer ISE verfügen diese aus reintechnischer Sicht über ein nutzbares Potenzial im mittleren zweistelligen Gigawatt-Bereich. Das vom Bundeswirtschaftsministerium geförderte Projekt soll zur Erschließung dieses Potenzials beitragen. Die Versuchsanlagen bildeten eine wichtige Basis für eine genaue Analyse der technischen Voraussetzungen, Wirtschaftlichkeit und ökologischen Auswirkungen schwimmender PV-Kraftwerke in Deutschland. „Im Fokus steht dabei auch die Akzeptanzfrage“, heißt es.

RWE trägt den Angaben zufolge neben der finalen Standortauswahl mit einer umfassenden Potenzialanalyse des deutschen und internationalen Marktes für Floating-PVzum Forschungsvorhaben bei. RWE verfüge über langjährige Erfahrung bei Bau und Betrieb von Freiflächen-Solaranlagen, aktuell realisiert das Unternehmen aber auch ein Floating-PV-Projekt in den Niederlanden.

Vier schwimmende PV-Anlagen mit insgesamt 150 kW Leistung geplant

Konzipiert und aufgebaut wird die Versuchsanlage gemeinsam mit Volta Solar. Geplant sind vier schwimmende Installationen und eine Referenzanlagean Land mit insgesamt etwa 150 kW Leistung. Der Modulhersteller Heckert Solar werde das Projekt mit innovativen Modulkonzepten unterstützen. VDE Renewables evaluiert die im Rahmen des Projekts entwickelten Kraftwerkskonzepte in Bezug auf Normenkonformität und elektrische Sicherheit und überprüft die Anlagen nach der Errichtung.

Das Fraunhofer ISE untersucht schließlich den regulatorischen Rahmen für Floating-PV-Anlagen und erarbeitet ein Verfahren zur Beteiligung lokaler Akteure. Das Institut überprüft des Weiteren die Zuverlässigkeit der einzelnen Systemkomponenten, entwickelt PV-Module sowie Ertragssimulationen für die besonderen Anforderungen des schwimmenden Anwendungsgebietes weiter und analysiert die Wirtschaftlichkeit von Floating-PV. „Das Gewässer stellt besondere Anforderungen an Design, Material, Umweltverträglichkeit und Betriebsführung schwimmender PV-Kraftwerke“, erläutert Stefan Wieland, Leiter des Projekts beim Fraunhofer ISE. Im Projekt werden diese im Hinblick auf die Errichtung großer Floating-PV-Anlagen untersucht.

Die gewässerökologische Begleitung des Projekts liegt bei der BTU Cottbus-Senftenberg und dem Institut für Wasser und Boden Dr. Uhlmann aus Dresden. „Die ökologische Verträglichkeit schwimmender Solaranalgen ist eine Grundvoraussetzung für deren Genehmigungsfähigkeit“, betont Dieter Leßmann vom Lehrstuhl Gewässerschutz der BTU Cottbus-Senftenberg. „Mit dem Forschungsprojekt ‚PV2Float’ wollen wir unsere Kenntnisse zu den gewässerökologischen Auswirkungen weiter vertiefen.“

Kontext und Hintergrund:

Im Blickpunkt: Floating- und Agri-Photovoltaik

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