Projekt Emsig: Stromspeicher werden durch künstliche Intelligenz flexibler

Energiemanagementsystem für integrierte Geschäftsmodelle

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Symbolbild (Quelle: vege - stock.adobe.com)

Die Universität Passau entwickelt mit Hilfe von künstlicher Intelligenz Lösungen, um Stromspeicher flexibel zu machen. „Unser Ziel ist es, das große Potential von verteilten Stromspeichern besser nutzbar zu machen“, erklärt Prof. Hermann de Meer, der das Projekt „Energiemanagementsystem für integrierte Geschäftsmodelle (Emsig)“ leitet. Profitieren von den Erkenntnissen könnten Verbraucher und Stromnetzbetreibende.

Stromspeichersysteme in Haushalten mit Photovoltaikanlagen können zwar überschüssige Sonnenenergie für den späteren Eigenverbrauch zwischenspeichern. Allerdings stecken hinter der Be- und Entladung des Speichers meist nur einfache Algorithmen, die die Möglichkeiten des Speichers nicht voll ausschöpfen, heißt es seitens der Universität.

„Pooling Lösung“ für Stromspeicher

Im Zuge des Projekts werden innovative Be- und Entlade-Algorithmen für das Energiemanagementsystem des Stromspeichers entwickelt, mit dem Ziel, den Eigenverbrauch und die Steuerung variabler Lasten zu optimieren. Zudem erarbeitet das Forschungsteam eine „Pooling Lösung“ für Stromspeicher. Dieses Konzept steht für die Bündelung dezentraler Angebote auf einer Plattform. Haushalte und Unternehmen könnten die Pooling-Plattform als flexiblen Speicher nutzen, überschüssige Energie einspeisen und diese bei Bedarf wieder entnehmen.

Aus diesen Daten entwirft und analysiert das Team um Prof. de Meer Modelle, um künftige Verbrauchs- und Erzeugungsspitzen mit Hilfe von Methoden des maschinellen Lernens vorhersagen zu können. Daraus wiederum lässt sich die Flexibilität des dezentralen Energiesystems berechnen.

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Teilnahme am Energiemarkt

Mit Hilfe dieser Berechnungen verbessern die Forscher die Ladestrategien des Stromspeichers, so werde der Anteil für den Eigenverbrauch optimiert und steuerbare Lasten würden ideal eingebunden. Die Pooling-Plattform bündelt mit Hilfe eines „Flexibility Pooling Service“ die Speicher- und Leistungsflexibilität der verteilten Stromspeicher. Der Pooling Service kann so im Rahmen von integrierten Geschäftsmodellen am Energiemarkt teilnehmen.

Durch die Verbesserung der netzdienlichen Betriebsweise von Stromspeichersystemen reagiert das Projekt auf den sich abzeichnenden Bedarf von Netzbetreibenden und in der Energieversorgung. Die gesammelten Energiedaten werden durch eine Open Data Plattform (Open EMS) für Forschung und Entwicklung im Bereich Energiemanagement Bereich bereitgestellt.

Fenecon koordiniert das Projekt

Prof. de Meer, der Inhaber des Lehrstuhls für Informatik mit Schwerpunkt Rechnernetze und Rechnerkommunikation an der Universität Passau, leitet das Projekt. Koordinator ist die Fenecon GmbH, die Stromspeichersysteme vertreibt und Energiemanagementsysteme entwickelt. Das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Energie und Technologie fördert das Vorhaben drei Jahre lang mit Mitteln aus dem Forschungs- und Entwicklungs-Programm „Informations- und Kommunikationstechnik“.

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