Projekt Blue Milk: Mehr Systemeffizienz in der Molkerei durch Erneuerbare

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Milch-Symbolbild
Quelle: adimas - stock.adobe.com

Die Technische Hochschule Ingolstadt (THI) untersucht in ihrem neuen Forschungsprojekt Blue Milk, wie sich die Systemeffizienz in der Milchindustrie durch einen höheren Einsatz erneuerbarer Energien steigern lässt.

Ziel sei die optimale Kombination eines effizienten und flexiblen Einsatzes elektrischer Kapazitäten, heißt es in einer Mitteilung der Hochschule.

Die milchverarbeitende Industrie gilt als energieintensiv, und durch den hohen Wärme- und Energiebedarf liegen meist hohe Effizienzsteigerungspotentiale vor. Erneuerbare Energien können hier z. B. durch Sektorkopplung oder durch den intelligenten Einsatz von bestehenden elektrischen Verbrauchern flexibel integriert werden.

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Hochregal-Kühllager wird zu einer Art Kältespeicher

Volatil erzeugte erneuerbare Strommengen müssen sowohl erzeugungsorientiert und intelligent, als auch so effizient wie möglich genutzt werden. Als Praxisbeispiel dafür nennt die THI den Betrieb eines Hochregal-Kühllagers. Zur Kühlung von Milchprodukten wird z. B. eine Kühltemperatur von 5°C angestrebt. Besteht im Stromversorgungssystem ein hoher Anteil an erneuerbaren Energien und somit gleichzeitig niedrige Preise, wird die Temperatur unter diese Zieltemperatur abgesenkt. Das Kühlregal werde dadurch zu einer Art Kältespeicher.

Bei wenig Erneuerbaren im Versorgungssystem und damit verbundenen hohen Strompreisen wird die Kühlleistung reduziert und so entsprechend kein oder weniger Strom bezogen. Stattdessen wird auf die gespeicherte „Kälte“ zurückgegriffen und die Temperatur steigt auf die Zielkühltemperatur von 5°C.

Die Molkereibetriebe könnten sich durch diese und andere Systemeffizienzmaßnahmen die Kopplung des Erneuerbaren-Angebots an den Strompreis wirtschaftlich zu Nutze machen. Gleichzeitig wird bei diesem Ansatz der Systemeffizienz dem effizienten Einsatz des Erneuerbaren-Stroms hohe Beachtung geschenkt.

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Projektpartner sind Andechser Molkerei Scheitz, Zott und DLG

Partner des Projektes aus der Wirtschaft sind u.a. die Andechser Molkerei Scheitz, Zott und die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG). Der Fokus der Projektarbeit von Zott liegt auf den Reinigungssystemen und Kühlanlagen, bei der Andechser Molkerei Scheitz auf optimierten Energieversorgungsanlagen.

Das Projekt wird aus Mitteln des Bundesforschungsministeriums gefördert. Die Projektträgerschaft hat die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) im Rahmen des Programmes zur Innovationsförderung inne.

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