PPA und förderfreier Solarstrom: Spanischer Markt für deutsche Akteure attraktiv

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Symbolbild: Solarenergie
Symbolbild: (Quelle: kalafoto - Fotolia)

Auf dem spanischen Markt für erneuerbare Energien sind Power Purchase Agreements (PPA) anders als in Deutschland weit verbreitet. Sowohl der Asset Manager Luxcara als auch BayWa r.e. berichten über aktuelle PPA-Projekte, wenngleich sie den Markt von unterschiedlichen Seiten betrachten.

Der auf Investitionen in erneuerbare Energien spezialisierte Asset Manager Luxcara hat das Solarprojekt Guillena-Salteras in Südspanien erworben. Die Errichtung der Anlage, die über eine projektierte Leistung von etwa 121 MWp verfügt, soll in Kürze beginnen, der Netzanschluss ist für das zweite Quartal 2020 geplant. Der erzeugte Strom wird auf der Grundlage eines Power Purchase Agreements direkt an einen Stromabnehmer verkauft. Ein ähnliches PPA hatte Luxcara auch beim Solarprojekt El Salobral realisiert, das der Asset Manager im Dezember 2017 erworben hat.

MEAG erwirbt förderfreien 175-MW-Solarpark von BayWa r.e.

Guillena-Salteras liegt nördlich von Sevilla in der einstrahlungsstarken Region Andalusien und wird an das Umspannwerk Salteras der Red Eléctrica de España S.A. angeschlossen. Der Solarpark wurde den Angaben zufolge für ein Portfolio von institutionellen Investoren erworben. Der Projektentwickler Solarig Global Services S.A. ist auch als Generalunternehmer mit dem Bau des Solarprojektes betraut.

Die BayWa AG tritt über ihre Beteiligung BayWa r.e. renewable energy GmbH als Verkäufer des Solarparks „Don Rodrigo” in Südspanien auf. Erworben wurde das 175-MW-Projekt kurz vor dem Jahreswechsel von einem Konzernmandanten der MEAG, dem Vermögensmanager von Munich Re und ERGO. Insgesamt wurden in der 20 Kilometer südlich von Sevilla gelegenen Anlage rund 500.000 Solarmodule auf einer Fläche von 265 Hektar installiert. Den Solarertrag beziffert BayWa auf 300 GWh.

„Mit dem planmäßigen Verkauf dieses Solarkraftwerks im vierten Quartal 2018, hat die BayWa r.e. einen sehr wichtigen Beitrag dazu geleistet, dass der BayWa Konzern die Gesamterwartungen für 2018 erfüllt“, so der Vorstandsvorsitzende der BayWa AG, Klaus Josef Lutz. Don Rodrigo ist das bisher größte Projekt, das die BayWa r.e. im Solarbereich umgesetzt hat. In den letzten Monaten wurden bis zu 10.000 Solarpanels täglich vor Ort installiert.

Erstmals in Europa Solarstrom ohne Förderung zu Marktpreisen

Das Besondere an dem Projekt ist laut BayWa, dass „erstmals in Europa ohne jegliche Förderung zu Marktpreisen“ grüner Strom erzeugt werde. „Damit treten wir in eine neue Phase der Energiewende ein, in der Solarstrom günstiger produziert werden kann als konventioneller Strom“, sagt BayWa-Energievorstand der BayWa AG, Matthias Taft. Ziel sei es, in den nächsten Jahren auch in anderen südlichen Ländern Europas mit ähnlichen Projekten subventionsfreien Solarstrom zu erzeugen und die Energiewende in Europa auf diesem Weg voranzutreiben.“

Der Strom des 175-MW-Solarparks wird künftig über einen 15-jährigen Stromabnahmevertrag (PPA) mit dem norwegischen Energiekonzern Statkraft vermarktet. Das Serviceteam von BayWa r.e. zeichnet künftig für die technische Betriebsführung verantwortlich.

Nach der Veräußerung mehrerer Solaranlagen in Großbritannien an die MEAG in den Jahren 2014 und 2015 ist der Verkauf von Don Rodrigo bereits die dritte Zusammenarbeit von BayWa r.e. mit dem Vermögensmanager von Munich Re und ERGO.         

 

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