Welche Rolle kann Power-to-Gas für die Energiewende in Deutschland spielen? Das Thema polarisiert und die Meinungen gehen weit auseinander. Für die einen ist Power-to-Gas ein idealer Weg, um Flexibilität in einem auf fluktuierenden erneuerbaren Energien basierenden System zu sichern und Strom langfristig zu speichern. Und eine Möglichkeit, grüne Gase als Rohstoffe für die Industrie bereitzustellen. Andere warnen davor, dass Power-to-Gas zu teuer und zudem ineffizient ist, da in vielen Fällen direktelektrische Alternativen mit der gleichen Menge an grünem Strom viel mehr zur Energiewende beitragen können.

Der Titel der jetzt erschienenen Ausgabe 27.2019 von EUWID Neue Energie gibt einen Überblick über die Debatte zu Power-to-Gas und weiteren Power-to-X-Lösungen.  Kritiker merken etwa an, dass Verbrennungsfahrzeuge auf der Grundlage von Power-to-Liquids-Ansätzen nur einen vergleichsweise kleinen Teil des eingesetzten Stroms tatsächlich auf die Straße bringen können. Und im Bereich der Wärmeversorgung sieht es ggf. noch schlechter aus: Moderne Wärmepumpen sind in der Lage, aus einer kWh regenerativem Strom leicht 4 bis 5 kWh (regenerative) Heizenergie zu gewinnen. Der Hebel der direktelektrischen Lösung ist hier besonders groß und mit Blick auf die Wärmewende besonders wirksam.

Viele Experten gehen dennoch davon aus, dass es Raum und auch die Notwendigkeit für Power-to-Gas und Power-to-X gibt. „Das System kann nicht unbegrenzt Stromspitzen decken, die zu Zeiten geringer Einspeisung aus erneuerbaren Energien und gleichzeitig hoher Nachfrage nach strombasierter Wärme und Mobilität entstehen können“, heißt es etwa in einer Studie, die das Bundesverkehrsministerium in Auftrag gegeben hat. Importierter oder aus grünem Überschussstrom erzeugter Wasserstoff beziehungsweise Methan „kann und muss“ daher dazu beitragen, Erzeugung und Nachfrage zeitlich zu entkoppeln, meinen die Autoren.

Neues Report & Dossier-Angebot zu Power-to-Gas


Aufgrund der Vielschichtigkeit des Themas und der besonderen Bedeutung in der Debatte über die Gestaltung der Sektorkopplung in Deutschland wird das Thema Power-to-Gas ab sofort auch in einem Top-Dossier strukturiert abgebildet. Premium-Abonnenten haben mit ihrem Online-Login den Zugriff auf sämtliche Artikel in den Dossiers. Komplementär zum Dossier gibt es den Report „Power-to-Gas: Potenziale, Grenzen und Geschäftsmodelle“ in gedruckter Form. Premium-Abonnenten erhalten ein Exemplar des Reports automatisch zugesandt. Printkunden können ein Exemplar anfordern. Das Paket kann als Report & Dossier-Angebot auch unabhängig von einem Abonnement im Einzelverkauf gebucht werden.

In der vergangenen Woche ging es auch im Bundestag um Power-to-Gas. Parlament und Bundesrat haben auch über eine Reihe von anderen Fragen der Energiewende Entscheidungen gefällt. Zudem haben etliche Parteien erläutert, wie sie den Klimaschutz forcieren wollen. (Nachweis für Beitragsbild: Malp – stock.adobe.com)

Tipp: Das sollten Sie diese Woche im Blick haben:

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