Quelle: Max Bögl Wind AG/ Holger Hessenthaler

Im baden-württembergischen Gaildorf sollen vier Windenergieanlagen des Pilotprojekts Naturstromspeicher Gaildorf am kommenden Montag in Betrieb genommen werden. Unter ihnen auch die höchste Anlage der Welt mit einer Gesamthöhe von 246,5 Metern, wie die Max Bögl Wind AG mitteilt. Die vier Anlagen mit einer Leistung von jeweils 3,4 MW sind Teil eines, Unternehmensangaben zufolge, „weltweit einzigartigen Speicherkonzepts, das auf innovative Weise erneuerbare Energien mit einem modernen Pumpspeicherkraftwerk kombiniert“.

Seit der Grundsteinlegung im April 2016 arbeitet das Projektteam an der Errichtung von vier Windrädern mit integrierten Wasserspeicherfundamenten, die mit einer Pumpspeicheranlage verbunden werden. Hierfür werden die Fundamente der vier leistungsstarken Windenergieanlagen auf den Limpurger Bergen als Oberbecken genutzt. Über unterirdische Druckrohrleitungen sind diese mit einem Pumpspeicherkraftwerk im Tal verbunden, das mit drei Turbinen eine Leistung von bis zu 16 Megawatt liefern kann. Die elektrische Speicherkapazität des Kraftwerks ist auf insgesamt 70 Megawattstunden ausgelegt.

Wasserbatterie kann auch an andere Erneuerbare angepasst werden

Durch die bis zu 40 Meter hohen Speicherfundamente und den Einsatz des von Max Bögl neu entwickelten Tübbingturm-Systems erreichen die Anlagen eine Gesamthöhe von bis zu 246 Metern. Diese neuartige Technologie macht den Naturstromspeicher zu einer natürlichen Wasserbatterie, die sich mittels Modifikationen auch an andere erneuerbare Energien anpassen lässt.

Die Wasserbatterie in Gaildorf kann überschüssigen Strom aus dem Stromnetz aufnehmen und bei Bedarf wieder abgeben. Sie dient als Kurzzeitspeicher und trägt dazu bei, das Stromnetz in Zukunft stabil zu halten und eine kontinuierliche und lückenlose Versorgung zu gewährleisten. Dank der Anwendung von Peak Shaving können Lastspitzen gesenkt und leistungsgebundene Netzentgelte gespart werden. Bei Bedarf kann das Pumpspeicherkraftwerk innerhalb von 30 Sekunden Energie bereitstellen und die Speicherenergie ins Netz einspeisen.

Förderung durch Bundesumweltministerium

Die effiziente Kombination von Wind- und Wasserkraft mit dem Pumpspeicherkraftwerk sorgt letztlich für eine bestmögliche Nutzung der erneuerbaren Energien und soll durch die innovative und nachhaltige Speichertechnologie fossile Brennstoffe langfristig überflüssig machen.

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) unterstützt das Projekt in Gaildorf mit Mitteln aus dem Umweltinnovationsprogramm in Höhe von 7,15 Millionen Euro. Die Wasserbatterie ist bereits für den GreenTec Award 2018 – einem der wichtigsten deutschen Umweltpreise – in der Kategorie „Energie“ nominiert.

 

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