Photovoltaikmarkt: Schnee und Regen erschweren Umsetzung der Projektpipeline

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Die Nachfrage nach Photovoltaikmodulen ist im neuen Jahr witterungsbedingt „eher verhalten“. Darauf weist der Photovoltaik-Handelsplatz pvXchange hin. Schnee- und anhaltende Regenfälle machten die Arbeit an den Dächern schwierig bis unmöglich, „wobei zumindest in Nord- und Westdeutschland schon wieder viele Montagetrupps unterwegs zu sein scheinen“.

Angesichts der bevorstehenden größeren Absenkung der Einspeisevergütung für mittlere Anlagengrößen sei noch eine Pipeline von Projekten abzuarbeiten, da viele Betreiber ihre Neuinstallation noch bis Ende Januar zuverlässig am Netz haben wollten.

Die meisten der seit der zweiten Januarwoche wieder ausgelieferten Module sind laut pvXchange schon im vergangenen Jahr geordert worden. Wer jetzt erst auf Komponenten-Einkaufstour geht, der werde unter Umständen durch leere Warenlager und lange Lieferzeiten überrascht, „wählerisch darf er bei der Marken- und Produktauswahl jedenfalls nicht sein“, so pvXchange-Geschäftsführer Martin Schachinger.

Bei den Großhändlern seien momentan auch kurzfristig noch Module und Wechselrichter zu bekommen, aber fast alle größeren Hersteller seien aktuell so gut wie ausverkauft und vertrösteten ihre Kunden auf das zweite oder sogar dritte Quartal. Insbesondere bei den hocheffizienten monokristallinen Modulen ab 300 Wp sei die Versorgungslage schlecht. Polykristalline Module hingegen seien zumindest im Spotmarkt noch reichlich vorhanden.

Mangelnde Verfügbarkeit: Preissenkungen kommen Kunden kaum zu Gute

In den Modulpreisen spiegelt sich die aktuelle Lage noch nicht richtig wieder. Während die Preise für die überwiegend polykristallinen Mainstream-Module stagnieren, geben sie bei monokristallinen Modulen (High Efficiency und All Black) gegenüber dem Vormonat sogar noch etwas nach. Dies ist vor allem auf Preissenkungen bei den bisher sehr viel teureren Produkten der Marken AUO-Benq, LG und Panasonic zurückzuführen. Hier wirken sich Preisänderungen stärker auf den Durchschnittspreis der gesamten Klasse aus als bei anderen Marken.

Das pvXchange-Preisbarometer sieht aktuell Preissenkungen gegenüber den Dezemberwerten in den Segmenten High Efficiency (-2,8 Prozent auf 0,35 €/Wp), All Black (-2,7 Prozent auf 0,36 €/Wp) und Low Cost (-5,3 Prozent auf 0,18 €/Wp). Die Mainstream-Ware verharrt dagegen mit 0,27 €/Wp auf dem Vormonatswert. Der Kunde habe von den „sichtbaren, wenn auch insgesamt eher geringen Preisnachlässen“ allerdings wenig, denn die tatsächliche Verfügbarkeit sei in vielen Fällen gar nicht gegeben. „Kurzfristig verfügbare Ware dürfte einer gegenläufigen Preisbewegung ausgesetzt sein“, heißt es im pvXchange-Marktbericht weiter.

Wie sich allerdings der deutsche Markt ab dem zweiten Quartal entwickeln wird, wenn die letzte Stufe der EEG-Vergütungssenkung gezündet ist, bleibt ungewiss.
– Martin Schachinger, pvXchange

Als erfreulichere Entwicklung wertet pvXchange den allgemeinen Trend, dass die angebotenen Leistungsklassen immer weiter nach oben tendieren. Als Schallgrenze könne hierbei die 400 Wattpeak-Marke betrachtet werden. „Die Modulhersteller werden sich daran messen lassen, wer zuerst diese Leistungsklasse mit einem noch gut zu verarbeitenden Produkt erreicht“, sagt Schachinger.

Nur moderater Anstieg der weltweiten Nachfrage in den kommenden Monaten erwartet

Die Tendenz der stagnierenden Preise mit leichten Schwankungen nach unten und oben werde wohl durch das gesamte erste Quartal 2019 anhalten. „Angebot und Nachfrage werden sich in etwa die Waage halten, solange es keine größeren Überraschungen durch weitere politische Einflussnahme gibt“, prognostiziert der Geschäftsführer des PV-Handelsplatzes. Die weltweite Nachfrage werde über die nächsten Monate ebenfalls nur moderat ansteigen, da ein weiterer Boom in China nicht vor Beginn der zweiten Jahreshälfte zu erwarten sei.

„Wie sich allerdings der deutsche Markt ab dem zweiten Quartal entwickeln wird, wenn die letzte Stufe der EEG-Vergütungssenkung gezündet ist, bleibt ungewiss“, so Schachinger weiter. Er rechnet „zumindest mit einen vorübergehenden Markteinbruch“ und einem damit zusammenhängenden Überangebot, das dann „zwangsläufig bei Herstellern und Händlern zu Preiskorrekturen nach unten führen dürfte“. Wie schnell diese einsetzen und wie stark sie ausfallen, bleibe indes abzuwarten.

„Aufholjagd für mehr Photovoltaik auf nordrhein-westfälischen Dächern“

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