Photovoltaik und Biodiversität: 8 Ergebnisse der bne-Studie in Kürze

154
Solarpark (Photovoltaik-Freiflächenanlage bei Hofkirchen-Edlham in Niederbayern im Landkreis Passau.
Symbolbild Photovoltaik-Freiflächenanlage bei Hofkirchen-Edlham in Niederbayern im Landkreis Passau (Nachweis: Eberhard - stock.adobe.com)

Der Bundesverband Neue Energiewirtschaft (bne) hat jetzt Ergebnisse der Studie „Solarparks – Gewinne für die Biodiversität“ vorgestellt. Die gesamte Studie können Sie hier herunterladen.

1. PV-Parks führen zu Flächenaufwertung

Eine Flächeninanspruchnahme von Flächen für Solarparks ist grundsätzlich positiv zu sehen, da sie neben dem Klimaschutzbeitrag durch die Erzeugung erneuerbarer Energie gleichzeitig zu einer Flächenaufwertung im Sinne der Erhaltung der biologischen Vielfalt führen kann.

2. Deutlich positiver Einfluss auf Artenvielfalt möglich

Die Flächeninanspruchnahme durch die Anlagen kann bei naturverträglicher Ausgestaltung zu einem deutlich positiven Effekt auf die Artenvielfalt führen.

3. Extensive Nutzung fördert die Entwicklung von Artenvielfalt

Eine wesentliche Ursache für die teilweise arten- und individuenreiche Besiedlung von Solarparks mit Arten aus unterschiedlichen Tiergruppen ist die dauerhaft extensive Nutzung oder Pflege des Grünlandes in den Reihenzwischenräumen. „Dies unterscheidet diese Standorte deutlich von intensiv landwirtschaftlich genutzten Standorten oder Standorten zur Energiegewinnung aus Biomasse.“

4. Tagfalter, Heuschrecken und Brutvögel profitieren

Solarparks können die Artenvielfalt im Vergleich zur umgebenden Landschaft fördern. Dies ist mit den vorliegenden Unterlagen für Tagfalter, Heuschrecken und Brutvögel belegt.

5. Struktur des Solarparks hat starken Einfluss auf Arten- und Individuendichte

Es besteht teilweise ein deutlicher Unterschied zwischen Solarparks mit breiten und schmalen Reihenabständen. Breitere besonnte Streifen zwischen den Modulreihen erhöhen die Arten- und Individuendichten. Dies ist belegt für die Besiedlung mit Insekten, Reptilien und Brutvögeln. Besonders deutlich ist dies für die Zauneidechse nachgewiesen.

6. Unterschied der Wirkung von kleinen und großen Solarparks

Die Auswertung der Unterlagen zeigt auch einen möglichen Trend im Unterschied der Bedeutung kleiner Anlagen im Vergleich zu großflächigen Anlagen: Während kleinere Anlage als Trittsteinbiotope wirken und damit Habitatkorridore erhalten oder wieder herstellen können, können große Anlagen – bei entsprechender Unterhaltung – ausreichend große Habitate ausbilden, die den Erhalt oder den Aufbau von Populationen z. B. von Zauneidechsen oder Brutvögeln ermöglichen.

7. Solarparks auf Konversionsflächen können helfen, Sukzession der Vegetation zu stoppen

Solarparks auf Konversionsflächen können dazu beitragen, die Sukzession der Vegetation, die zu einem Verlust offener, besonnter Habitate führt, zu stoppen.

8. Weitere Forschung und Monitoring sinnvoll

Es besteht noch weiterer Untersuchungsbedarf. Insbesondere ein Monitoring der Besiedlung der Solarparks nach Errichtung der Anlagen fehlt oft. Es kann jedoch die Bedeutung der Solarparks für die Arten- und Individuendichten verschiedener Tiergruppen deutlich machen.

Lesen Sie zum Thema PV und Fläche auch:

Next2Sun: Nächster Einsatz für Agro-PV-System mit senkrecht aufgestellten Modulen

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Bitte Kommentar einfügen!
Bitte geben Sie Ihren Namen hier ein