Photovoltaik-Module: Preisverfall hält vorerst an

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Freiflächenanlage-Photovoltaik
Symbolbild / Bildnachweis: mvtstockshot / stock.adobe.com

Der in den vergangenen Monaten einsetzende allgemeine Preisverfall bei den Photovoltaik-Modulen geht vorerst weiter. „Preiserleichterungen im oberen einstelligen Prozentbereich sind über alle Technologien hinweg bemerkbar“, berichtet Martin Schachinger, Geschäftsführer des PV-Marktplatzes pvXchange. Die Nachfrage im europäischen Markt sei zwar stabil bis wachsend, doch gebe es vielerorts noch großvolumige Restposten, die sich durch Corona-bedingte Verzögerungen in der Projektrealisierung aufgestaut hätten und erst langsam wieder abflössen.

Die zu Quartalsende üblichen Lagerbereinigungen führten zu Preissenkungen an breiter Front, die auch zu Anfang des zweiten Halbjahres noch immer den Markt bestimmten. „Hersteller und Händler unterbieten sich gegenseitig bei kurzfristig verfügbarer Lagerware, um Platz für neue Lieferungen zu machen“, heißt es bei pvXchange. Projektpreise im Megawattbereich von unter 18 Cent pro Watt-peak seien auch für Top-Produkte keine absolute Ausnahme mehr.

„Dieser Ausverkauf, der einigen kleineren Herstellern mit geringer Kapitalbasis unter Umständen zum Verhängnis werden kann, dürfte keinesfalls kostendeckend sein.“ Sollte die Situation länger andauern, werde es „zwangsläufig zu Marktbereinigungen“ kommen. „Nur die finanzstarken Hersteller können eine Phase der Tiefstpreise, wie wir sie gerade erleben, dauerhaft überstehen.“

Nachfrage zieht an – Hoher Zubau in China erwartet

Der Abwärtstrend dürfte allerdings zumindest in Europa nur von kurzer Dauer sein. EPC und Projektgesellschaften im In- und Ausland hätten volle Auftragsbücher, Banken und Genehmigungsbehörden arbeiteten den Stau ebenfalls zügig ab. Eine Stabilisierung werde durch den Nachfrageschub, insbesondere auch in China erwartet. Dort existierten Förderprogramme, deren Nutzung bisher schleppend voranschritt, die jedoch bis Jahresende noch in Anspruch genommen werden müssen. Hier sei von zu erwartenden Zubaumengen im Bereich von 25 bis 40 GW für das 3. und 4. Quartal die Rede.

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