Photovoltaik: In welche Richtung bewegen sich die Preise im neuen Jahr?

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Freiflächenanlage-Photovoltaik
Symbolbild PV-Park (Quelle: mvtstockshot / stock.adobe.com)

In der Photovoltaikbranche herrscht hinsichtlich der Preisentwicklung auch nach der Verabschiedung des Energiesammelgesetzes mit seinen gegenüber dem ersten Entwurf abgeschwächten Einschnitten bei der PV-Förderung im Segment 40 bis 750 kWp Unsicherheit.

„Scheinbar reicht den Anbietern die Rücknahme der kurzfristigen Einschnitte bei der Einspeisevergütung im mittleren Anlagensegment durch die deutsche Bundesregierung noch nicht, um ihre Kapazitäten oder Liefermengen kurzfristig zu erhöhen“, schreibt pvXchange-Geschäftsführer Martin Schachinger in einem aktuellen Marktbericht.

Markt hat sich durch Abschwächung der Förderkürzung kaum beruhigt

Die erhöhte EEG-Absenkung kommt jetzt schrittweise von Februar bis April 2019, nicht mehr einmalig und schon im Januar. Der Markt habe sich dadurch aber kaum beruhigt. Auch versprächen die Prognosen zu Märkten wie Asien und Südamerika eine weiterhin hohe weltweite Nachfrage und lokale Engpässe, so dass die Produzenten auf stagnierende bis leicht steigende Preise spekulierten. Die großen asiatischen Hersteller vertrösteten ihre Kunden mit dem Versprechen, ihre Zell- und Modulpreise spätestens nach Chinesisch-Neujahr, also im Februar 2019, anzupassen.

2018 war geprägt von einem heftigen Preisverfall, der einerseits durch die Mitte des Jahres angekündigten Kürzungen von Förderprogrammen in China ausgelöst wurde – die im Übrigen dann doch nicht so dramatisch ausfielen, wie zunächst angenommen – und andererseits durch den Wegfall des Mindestimportpreises (MIP) noch beschleunigt wurde. Anfang Oktober war der Boden dann erreicht – die Modulpreise fielen nicht weiter, sondern stabilisierten sich schlagartig.

Preise für Photovoltaik-Module im Jahr 2018 um rund ein Viertel gesunken

Für das Segment „High Efficiency“ weist pvXchange im Dezember einen mittlerer Handelspreis am Spotmarkt für verzollte Ware in Höhe von 0,36 €/Watt peak Leistunga aus. Das ist ein Viertel weniger, als zu Jahresbeginn gezahlt wurde. Noch etwas stärker gesunken (-27 Prozent) sind die Preise für Mainstream-Ware (0,27 €/Wp) und Low-Cost-Angebite (0,19 €/Wp).

Viele Topmodule und „Tier-1“-Produkte seien aktuell gar nicht oder nicht mehr in ausreichender Menge verfügbar, um kurzfristig noch größere Projekte damit ausstatten zu können. Deren Hersteller seien nach eigenen Angaben ausverkauft bis in den März oder April hinein, berichtet Schachinger. Im Spotmarkt seien zwar noch Mengen im einstelligen MW-Bereich verfügbar, bei der Markenwahl dürfe der Kunde jedoch „nicht besonders wählerisch“ sein.

Bleibt Nachfrage in Asien und Südamerika hoch ist längerfristige Preisstagnation möglich

Der Preistrend hänge nun von der zukünftigen Entwicklung in Regionen wie Asien oder Südamerika ab. „Bleibt dort die Nachfrage ungebrochen hoch – für China wird für 2019 ja schon wieder ein Zubau von 50 Gigawatt oder mehr prognostiziert – werden die Zell- und Modulpreise wohl tatsächlich längerfristig stagnieren“, merkt der pvXchange-Geschäftsführer an. In Europa sei wieder mit einem eher moderaten Wachstum zu rechnen, obwohl einige Staaten durchaus ambitionierte Ziele für die nächsten Jahre vorgeben und neue Ausschreibungsmodelle ankündigten.

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Von einem förderungsunabhängigen Marktwachstum sei man noch etwas entfernt, solange die rechtlichen Weichenstellungen für eine unkomplizierte Errichtung von Anlagen mit Stromabnahmeverträgen (Power Purchase Agreement, PPA) noch fehlten. Für 2019 erwartet Schachinger keinen größeren Preisrutsch, allerdings auch keine steigenden Preise. „Polykristalline Zellen werden in den kommenden Monaten wohl schleichend durch Mono-PERC und weitere hocheffiziente Technologien ersetzt, so dass gegebenenfalls bei der Unterkonstruktion und den Montagekosten einige Einsparungen möglich sind.“

Renaissance der Dünnschicht-Photovoltaik steht noch aus

Eine Renaissance von Dünnschichtmodulen stehe noch aus. Dennoch gebe es über First Solar hinaus deutlich mehr Hersteller und Kapazitäten, „als man vordergründig vielleicht wahrhaben möchte“. Gerade im Gebäudeintegrationsbereich dürften in naher Zukunft noch interessante Produkte vorgestellt werden.

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