Die Photovoltaik ist – zumindest kostenseitig – auf der Überholspur, auch in Deutschland. Dennoch treiben die Rahmenbedingungen der Solarbranche Sorgenfalten auf die Stirn: Sie sind nicht geeignet, um den maximalen Nutzen aus der Kostenentwicklung zu ziehen. Eine jetzt vorgelegte Studie zeigt, dass sich mit Anpassungen der Flächenkulisse im Bereich großer Solarparks Kosten im Milliarden-Euro-Bereich einsparen ließen. Und dann ist da noch das große Potenzial der ungenutzten Dachflächen. Hier hängt der 52-GW-Deckel wie ein Damoklesschwert über der weiteren Entwicklung.

Die Förderkosten des Ausbaus der Photovoltaik bis zum Jahr 2030 könnten um bis zu 3,5 Mrd. € reduziert werden, heißt es in einer Analyse, die das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und die Bosch & Partner GmbH im Auftrag von innogy durchgeführt haben. Dabei spielt eine flexiblere Flächennutzung eine wichtige Rolle.

Begrenzungen erhöhen sowohl Förderkosten als auch Flächenverbrauch unnötig

Photovoltaikanlagen auf Freiflächen seien mittlerweile kostenseitig kaum noch zu schlagen, heißt es seitens innogy. Das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) schränke die zulässigen Flächen für solche Anlagen allerdings stark ein. Hinzu kommt, dass von wenigen Ausnahmen abgesehen nur Anlagen bis zu einer Größe von zehn Megawatt (MW) gebaut werden dürfen, „was sowohl die Förderkosten als auch den Flächenverbrauch häufig unnötig erhöht“.

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„Unsere Studie zeigt, dass ein stärkerer Fokus auf Freiflächenanlagen beim Photovoltaik-Ausbau und eine Erweiterung der zulässigen Flächenkulisse wichtige Stellhebel für eine kosteneffiziente Energiewende sind“, sagt Tobias Kelm, Projektleiter am Fachgebiet Systemanalyse des ZSW. „Naturschutzfachlichen und landwirtschaftlichen Bedenken könne durch angemessene flankierende Regelungen Rechnung getragen werden, betont Dieter Günnewig, Geschäftsführer der Bosch & Partner GmbH.

Förderkosten für Freiflächen-PV könnten bis 2030 um 3,5 Mrd. € gesenkt werden

Die Analyse belege, dass die bis zum Jahr 2030 kumulierten Stromgestehungskosten des Photovoltaik-Zubaus und auch die Förderkosten um bis zu 3,5 Mrd. € reduziert werden könnten, wenn das Freiflächensegment gestärkt und die zulässige Flächenkulisse flexibilisiert würde. Eine Erhöhung des Ausbauziels von 50 auf 65 Prozent im Photovoltaik-Segment könnte förderseitig damit „nahezu kostenneutral“ erfolgen.

Auch bei entsprechender Ausweitung des Freiflächenzubaus und Flächenflexibilisierung werden laut den Berechnungen max. 0,32 Prozent der heute verfügbaren Ackerflächen benötigt, sodass „keine übermäßige Flächeninanspruchnahme“ in diesem Bereich stattfinde.

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„Wir kommen in unserer Untersuchung zu dem Schluss, dass die Flächenkulisse flexibilisiert werden sollte – insbesondere durch eine Erweiterung des vergütungsfähigen Korridors von 110 Metern an Bundesautobahnen und Schienenwegen und die Streichung des 10-MW-Deckels für Anlagen auf Konversionsflächen“, halten Kelm und Günnewig fest. Zudem empfiehlt die Studie flexiblere Möglichkeiten für Photovoltaik-Anlagen auf landwirtschaftlichen Flächen zu schaffen, unter Berücksichtigung naturschutzfachlicher und landwirtschaftlicher Interessen.

Branche warnt vor abruptem Abbrechen der EEG-Förderung für Dachanlagen

Derweil setzt ein Verbände-Bündnis an einer anderen Stelle an, um der Photovoltaik im Zuge der Energiewende in Deutschland einen breiteren Raum zu verschaffen. Dem Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) und 14 weiteren Verbänden geht es um die Aufhebung des 52-GW-Deckels, der das Ende des geförderten Ausbaus der Photovoltaik auf Gebäuden bedeuten soll. Die Regelung aus dem Jahr 2012 entspreche nicht mehr den aktuellen Notwendigkeiten, machen die Verbände deutlich. „Inzwischen ist der Bundesregierung klar, dass deutlich mehr Solarenergie erforderlich ist, um das Klimaproblem in den Griff zu bekommen“, sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW.

Mit dem Erreichen des Solardeckels sei bereits im Verlauf des kommenden Jahres zu rechnen, heißt es. Zwar sänken die Preise neuer Solarstromanlagen wie auch deren Fördersätze von Monat zu Monat, „so dass die EEG-Marktprämie im Verlauf der 20er Jahre überflüssig werden dürfte und neue Photovoltaiksysteme bereits absehbar unter fairen marktwirtschaftlichen Rahmenbedingungen förderfrei errichtet werden können“. Bei einem abrupten und zu frühen Förderende würde aber auch nach Einschätzung von Regierungsberatern, die den Erfahrungsbericht Erneuerbare Energien verfasst haben, der Ausbau von PV-Dachanlagen stark einbrechen. (Beitragsbild: Eberhard – stock.adobe.com)

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