Personalexperten: Energieversorger haben sehr großen Bedarf an externer Beratung

Herausforderungen in der Belegschaft in den Griff bekommen

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Bildquelle: S. Hofschlaeger / pixelio.de

Angesichts des gravierenden Wandels in der Branche haben die deutschen Energieversorgungsunternehmen (EVU) einen sehr großen Bedarf an externer Beratung, vor allem, um die mit den Veränderungen einhergehenden Herausforderungen in der Belegschaft in den Griff zu bekommen. Dieses Fazit zieht der Report „Arbeitsmarkt und berufliche Herausforderungen 2017 in der deutschen Energiewirtschaft“, den die BWA Akademie jetzt vorgelegt hat. Er basiert auf einer Umfrage unter 100 Personalexperten aus der Energiebranche.

Als wichtigste Aufgaben der externen Berater fördert die Studie die bessere Organisation des betrieblichen Know-hows (74 Prozent) und die Verbesserung der Produktivität (72 Prozent) zutage (Mehrfachnennungen waren erwünscht). Über die Hälfte der Experten misst zudem der Aufrechterhaltung der Motivation der Beschäftigten (53 Prozent) und der Vorbereitung auf die Auswirkungen der demographischen Entwicklung durch Hilfe von außen eine wichtige Rolle für die Energieversorger bei. 45 Prozent der EVU-Personalexperten erwarten eine Steigerung der Motivation im Betrieb durch Beratung, 44 Prozent eine Erhöhung der Attraktivität als Arbeitgeber und 37 Prozent ganz konkret eine Reduzierung des Krankenstandes, indem externe Berater zum Einsatz kommen.

„Die Erwartungen der Unternehmen an die Erfolge externer Berater stimmen weitgehend mit den tatsächlich erzielbaren Ergebnissen überein“, testiert BWA-Geschäftsführer Harald Müller der Energiebranche eine „ausgesprochen realistische“ Einschätzung.

Coaching, Konfliktmanagement und Information sind am wichtigsten

Die Studie wollte auch herausfinden, mit welchen Methoden die Beratungsgesellschaften den Energieversorgern bei der Bewältigung ihrer Aufgaben helfen können. Dabei steht mit großem Abstand an erster Stelle Coaching (83 Prozent). An zweiter Stelle folgt die Unterstützung beim Konfliktmanagement durch externe Hilfe (61 Prozent). Platz drei belegt mit 54 Prozent die Information der Beschäftigten über bevorstehende Veränderungsprozesse.

Zudem wünschen sich die EVU eine professionelle Begleitung des Wandels auf den Themengebieten Persönlichkeitstests zur besseren Einschätzung der Beschäftigten (43 Prozent), Teamentwicklung (41 Prozent), Outplacement (41 Prozent), Mitarbeiterstrukturanalysen (37 Prozent) und den Kampf gegen psychische Erkrankungen (Burn-out, 13 Prozent).

Erhöhter Know-how-Bedarf

Wie dringend externe Hilfe benötigt wird, drückt sich der Umfrage zufolge auch dadurch aus, dass drei Viertel der Personalexperten fest davon überzeugt sind, dass sich der anstehende Wandel in der Energiebranche unmittelbar auf die Arbeitsplatzsituation in den EVU auswirken wird. 72 Prozent gehen von einem erhöhten Know-how-Bedarf aus, 28 Prozent von einem Arbeitsplatzabbau und bemerkenswerte 26 Prozent erwarten die Schaffung neuer Arbeitsplätze in der Branche. Für 54 Prozent ist eine externe professionelle Hilfe durch Berater „stets von Vorteil“. 71 Prozent halten ein professionelles Personalmanagement als einen Schlüsselfaktor für den Unternehmenserfolg in der deutschen Energiewirtschaft. 

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