Offshore-Windenergie: Branchenverbände für schnelle Anhebung der Ausbauziele

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Drei Offshore-Windanlagen
Quelle: halberg / stock.adobe.com

Die Branchenverbände fordern erneut, die Ausbauziele für Offshore-Windenergie auf mindestens 20 GW bis 2030 anzuheben. Wie BWE, BWO, Stiftung Offshore-Windenergie, VDMA Power Systems und WAB anlässlich der Vorstellung der Offshore-Ausbauzahlen für das Jahr 2018 in Deutschland monierten, bremsten die aktuellen politischen Rahmenbedingungen die weitere positive Entwicklung der Offshore-Windenergie in Deutschland aus.

Laut Koalitionsvertrag sollen 65 Prozent der deutschen Stromerzeugung bis zum Jahr 2030 aus erneuerbaren Energieträgern gewonnen werden, was jedoch mit dem derzeit vorgesehenen Zubau nicht zu realisieren sei.

Die Verbände brachten auch den von Industrie und Bundesländern bereits auf der WindEnergy in Hamburg an die Bundespolitik gerichteten Aufruf in Erinnerung: „Um ihren Beitrag zur Erreichung der Ziele des Koalitionsvertrages zu leisten, benötigt die Offshore-Branche einen Ausbau auf mindestens 20 GW bis 2030 und mindestens 30 GW bis 2035. Die energiepolitische Agenda 2019 bietet die Chance, in diesem Jahr zukunftsgerichtete Entscheidungen zu treffen und die fehlenden Aussagen zu Offshore-Wind im Energiesammelgesetz zu vervollständigen“, so die Branchenvertreter.

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Kritik am Energiesammelgesetz

Die Verbände kritisierten, dass das im Dezember 2018 verabschiedete Energiesammelgesetz keinen, wie im Koalitionsvertrag ursprünglich vorgesehenen, Sonderbeitrag für die Windenergie auf See enthält. Zwar hätten SPD und CDU/CSU das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) beauftragt, einen Szenariorahmen für Offshore-Windparks im Bereich 15 bis 20 GW anzufertigen. Die konkreten politischen Maßnahmen, die sich daraus ableiten, seien jedoch völlig unklar.

Die Chance, noch im ersten Quartal 2019 den im Koalitionsvertrag vorgesehenen Sonderbeitrag durch die Vergabe von mindestens 1.500 MW zur Nutzung der noch freien Konverterkapazitäten auf den Weg zu bringen, sollte nach Ansicht der Branchenverbände jetzt ergriffen werden. Dringenden Handlungsbedarf gebe es auch bei der Konkretisierung des Testfelds für die Offshore-Windenergie. „Es darf keine weitere Verzögerung geben“, meinten die Branchenvertreter.

Auch hänge neben dem Ausbau der erneuerbaren Energien der Erfolg der Energiewende in Deutschland wesentlich vom Netzausbau und Fortschritten bei der Sektorkopplung ab.

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