Die EEG-Umlage sinkt im kommenden Jahr auf 6,405 ct/kWh. Das haben die Übertragungsnetzbetreiber soeben bekannt gegeben. Die Senkung des Umlagesatzes für nicht-privilegierte Letztverbraucher entspricht einem Rückgang von 5,7 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau von 6,792 ct/kWh. Dagegen steigt die Offshore-Netzumlage deutlich an.

Entwicklung-EEG-Umlage
Quelle: EUWID

Grundlage für die Berechnung der EEG-Umlage ist die Prognose der im Jahr 2019 zu erwartenden Einspeisung aus regenerativen Stromerzeugungsanlagen nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) sowie des prognostizierten Stromverbrauchs. Für 2019 ergeben die Berechnungen einen Umlagebetrag von 22,59 Mrd. €, berichten die Übertragungsnetzbetreiber. Die EEG-Umlage wird von Letztverbrauchern für jede bezogene Kilowattstunde entrichtet und dient der Förderung der erneuerbaren Energien im Stromsektor. Für stromintensive Industrien gibt es zahlreiche Ausnahmeregelungen, die sie vor dem größten Teil der Belastung durch die Umlage befreien.

ÜNB rechnen mit Anstieg der EEG-Stromerzeugung um 13 TWh im Jahr 2019 auf 217 TWh

Für das Jahr 2019 wird im Vergleich zum Vorjahr eine weitere Zunahme von Strom aus regenerativen Anlagen um ca. 13 Terawattstunden (TWh) auf etwa 217 TWh prognostiziert (dies entspricht einer Fördersumme von rund 27,3 Mrd. €). Dieser Anstieg spiegelt vor allem den Ausbau der Windenergie an Land und auf See wider. Abzüglich der prognostizierten Börsenerlöse, die sich im Wesentlichen aufgrund des gestiegenen Börsenpreises im Vergleich zum Vorjahr um 37 Prozent erhöht haben, ergibt sich für das Jahr 2019 eine prognostizierte Deckungslücke von etwa 24,8 Mrd. €.

1,1 ct/kWh der Kernumlage entfallen auf Offshore-Windenergie

Dies entspricht einer Kernumlage für 2019 von etwa 7,0 ct/kWh. Davon entfallen etwa 2,5 ct/kWh auf Photovoltaik, etwa 1,7 ct/kWh auf Energie aus Biomasse, etwa 1,6 ct/kWh auf Windenergie an Land und etwa 1,1 ct/kWh auf Windenergie auf See. Die 2018 stark gestiegenen Börsenpreise führen somit trotz angewachsener Vergütungsansprüche zu einem Absinken der EEG-Umlage für das Jahr 2019.

Hoher EEG-Kontostand senkt EEG-Umlage für 2019 rechnerisch um 1,0 ct/kWh

Für die finale Umlageberechnung fließen zusätzlich der aktuelle Stand des EEG-Kontos sowie die so genannte Liquiditätsreserve ein. Das EEG-Konto war zum 30. September 2018 mit 3,65 Mrd. € im Plus. Die positive Deckung des EEG-Kontos 2018 senkt die EEG-Umlage 2019 rechnerisch um gut 1,0 ct/kWh. Die Liquiditätsreserve soll Schwankungen auf dem EEG-Konto abfedern, die sich aus Abweichungen zwischen der Prognose und der tatsächlichen Einspeisung aus erneuerbaren Energien ergeben – zuletzt war das Konto allerdings immer prall gefüllt.

Unter Berücksichtigung des Kontostandes wird die Liquiditätsreserve mit 6,0 Prozent, bezogen auf die prognostizierte Deckungslücke, angesetzt. Sie liegt 2019 bei knapp 1,5 Mrd. €. Damit erhöht die Liquiditätsreserve die EEG-Umlage um 0,4 ct/kWh.

Netzbetreiber veröffentlichen auch EEG-Mittelfristprognose

Die Ermittlung der EEG-Umlage erfolgt auf Basis von Prognosen unabhängiger Gutachter in Abstimmung mit der Bundesnetzagentur. Diese überwacht die Ermittlung, Festlegung, Veröffentlichung und Weitergabe der EEG -Umlage sowie die Vermarktung der EEG -Strommengen und regelt die Anforderungen für die Vermarktung.

Zusammen mit der EEG-Umlage haben die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber auch die EEG-Mittelfristprognose oder „EEG-Vorschau“ veröffentlicht. Sie beinhaltet die wahrscheinliche Entwicklung der Einspeisung aus regenerativen Stromerzeugungsanlagen nach dem EEG für die nächsten fünf Jahre. Der Mittelfristprognose zufolge wird die installierte EEG-Leistung von 107,6 GW im Jahr 2017 bis zum Jahr 2023 auf 138,1 GW steigen. Das wäre eine Steigerung von 28 Prozent. Wachstum sieht die Mittelfristprognose vor allem in den Bereichen Wind auf See (+61 Prozent auf 8,7 GW) und PV-Freiflächen (+40 Prozent auf 16,3 GW). Die sonstige PV (+30 Prozent auf 40,0 GW) würde den Prognosen zufolge stärker wachsen als die Windenergie an Land (+25 Prozent auf 63,3 GW).

0,416 ct/kWh: Offshore-Netzumlage schnellt in die Höhe

Neben der EEG-Umlage haben die Übertragungsnetzbetreiber heute auch die Offshore-Netzumlage (die bisherige Offshore-Haftungsumlage) nach § 17f Abs.5 EnWG veröffentlicht. In diese Umlage fließen ab 2019 nicht mehr nur die Kosten für Entschädigungen bei Störungen oder Verzögerungen von Offshore-Netzanbindungen ein, sondern auch die Kosten für die Anbindung von Offshore-Windparks in der Nord- und Ostsee. Grundlage ist das Netzentgeltmodernisierungsgesetz, das im Juli 2017 in Kraft getreten ist. Damit erhöht sich die Offshore- Netzumlage im Vergleich zum Vorjahr auf 0,416 ct/kWh (2018: 0,037 ct/kWh).

Kostenbasis für die Berechnung der Offshore-Netzumlage sind zum Einen die prognostizierten wälzbaren Kosten aus Entschädigungszahlungen an Betreiber von Offshore-Windparks sowie die Differenz zwischen den tatsächlich wälzbaren Kosten des Jahres 2017 und dem Vortrag aus der Jahresabrechnung des Jahr es 2017. Zum Anderen werden die prognostizierten Kosten für Errichtung und Betrieb der Offshore-Anbindungsleitungen für das Jahr 2019 einbezogen. Für 2019 ergeben die Berechnungen ein Kostenvolumen von rund 1,7 Mrd. €.

Lesen Sie weitere Hintergründe zur EEG-Umlage in unserem Dossier zur EEG-Umlage 2018:

EEG-Umlage: Hintergründe und Faktencheck

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