Welche Pläne hat Österreich mit Blick auf die Energiewende? Und wie bewerten die Akteure aus der Energiebranche den energiepolitischen Kurs der neuen Regierung unter FPÖ-Beteiligung? Auf dem Titel der neuen Ausgabe 15/2018 von EUWID Neue Energie stellen wir den in der vergangenen Woche vorgestellten Entwurf der „#mission2030“ vor.

Österreich will 100 Prozent Strom aus Erneuerbaren erreichen. Und beim Gesamtenergiebedarf soll der Anteil der Erneuerbaren von derzeit rund 35 Prozent auf 45 bis 50 Prozent gesteigert werden.

Offensive für thermische Sanierungen und 100.000-PV-Dächer-Programm geplant

Ein Schwerpunkt soll den Plänen zufolge auf der Energieeffizienz liegen. „Wir werden daher eine Offensive für thermische Sanierungen starten“, sagt Österreichs Nachhaltigkeitsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP). Geplant ist auch ein 100.000-Dächer-Programm für die Photovoltaik. Und: Ab 2020 sollen im Neubau keine neuen Ölheizungs-Anlagen mehr installiert werden. Ab 2025 beginnt der schrittweise Ausstieg aus den bestehenden 700.000 Anlagen, zuerst bei den ältesten und schmutzigsten Anlagen.

Erneuerbaren-Branche sieht Bedarf an Zwischen- und Sektorzielen

Die Erneuerbaren-Branche in Österreich begrüßt die Zielsetzung von 100 Prozent Erneuerbaren-Strom bis 2030, ihr ist die #mission2030 aber noch nicht hinreichend hinterlegt mit konkreten Maßnahmen. Auch mangele es an Zwischen- und Sektorzielen. „Diese müssen die Zielrichtung festigen und noch viel deutlicher als bisher machen, dass das fossile Energiesystem ab sofort das Abstellgleis ist, das es abzubauen gilt“, heißt es bei der IG Windkraft.

Branchenverband Oesterreichs Energie lobt Papier als “bedeutenden Schritt nach vorn”

Oesterreichs Energie als Interessenvertretung der Elektrizitätswirtschaft sieht die Vorlage der Klima- und Energiestrategie als „bedeutenden Schritt nach vorn“. Positiv sei, dass die Strategie explizit alle Sektoren anspreche. „Schon seit langem ist klar, dass die Energiezukunft nicht mit einer Stromwende allein gestaltet werden kann, sondern auch eine Mobilitäts- und Wärmewende umfassen muss“, sagt Verbandspräsident Leonhard Schitter.

Biomasse als wichtiger Bestandteil der österreichischen Energielandschaft

Traditionell groß ist die Bedeutung der Bioenergie in Österreich. Der Anteil der Bioenergie am Energieverbrauch in Österreich ist nach Analysen der Klimaschutzinitiative klimaaktiv von 2005 auf 2016 von 10 Prozent auf 17 Prozent gestiegen. Inzwischen gehen 245 Petajoule auf das Konto der Bioenergie. Besonders stark gestiegen ist die Nutzung von Holznebenprodukten aus Forstwirtschaft und Sägeindustrie. Genutzt werden die entsprechenden Nebenprodukte vor allem in Heizwerken und Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen.

Österreichischer Biomasse-Verband mahnt schnelle Lösung für heimische Holzkraftwerke an

Mit Blick auf die entsprechenden heimischen Holzkraftwerke fordert der Österreichische Biomasse-Verband dringend Perspektiven im Ökostromregime. Komme es hier nicht in wenigen Monaten zu einer tragfähigen Lösung, stehe noch im Jahr 2019 etwa die Hälfte der bestehenden Anlagen vor dem Aus.

Mit der aktuellen Situation an den Märkten für Sägespäne und Hackschnitzel in Österreich befasst sich ein aktueller EUWID-Marktbericht, der von der Redaktion EUWID Holz und Holzwerkstoffe erstellt wurde und in der aktuellen Ausgabe von EUWID Neue Energie ebenfalls zu finden ist.

EUWID Neue Energie

EUWID Neue Energie 15/2018 ist am 11. April erschienen und umfasst 40 Nachrichten, Berichte, Analysen und zahlreiche Tabellen und Graphiken auf 24 Seiten. Kernfragen der redaktionellen Arbeit des Teams von EUWID Neue Energie sind:

  • Wie gelingt der Umbau der traditionellen Energiewirtschaft hin zu einem auf regenerativen Quellen basierenden Energiesystem der Zukunft?
  • Und wie können die Akteure am Markt den Umbauprozess für sich ökonomisch und gewinnbringend gestalten?

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3 Themen aus EUWID Neue Energie 15/2018, die wir Ihnen gerne ans Herz legen wollen:

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