Österreich erhöht Förderung für effiziente Bioenergie

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In Österreich wird die Stromerzeugung aus Biomasse künftig nur noch dann gefördert, wenn die dabei anfallende Wärme ebenfalls genutzt wird. Das geht aus der neuen Ökostrom-Tarifverordnung hervor, die Wirtschafts- und Energieminister Reinhold Mitterlehner im Einvernehmen mit Sozialminister Rudolf Hundstorfer und Umweltminister Nikolaus Berlakovich erlassen hat. Während die Stromerzeugung aus Anlagen, die feste Biomasse verfeuern, nach der neuen Verordnung höher vergütet wird, steigt im Biogasbereich nur der Fördersatz für kleine Anlagen. Für das Jahr 2013 kündigte das österreichische Wirtschaftsministerium (BMWFJ) eine Tarifreduzierung von 0,5 Prozent für alle Bioenergie-Tarife an. Die Förderung der Stromerzeugung aus fester Biomasse erhöht sich dem BMWFJ zufolge aufgrund der gestiegenen Rohstoffpreise. Im Jahr 2012 steigt die Vergütung je Kilowattstunde für große Anlagen um einen Cent auf elf Cent. Kleine Anlagen erhalten bis zu 18 Cent je kWh, was einer Erhöhung um drei Cent entspricht. Um den effizienten Biomasse-Einsatz stärker zu forcieren, ist innerhalb des Gesamttopfes erstmals rund ein Drittel des jährlich neu verfügbaren Förderkontingents für kleine dezentrale hocheffiziente Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung reserviert. Um die Weiterentwicklung innovativer Technologien zu unterstützen und neue Exportchancen zu nutzen, wird für KWK-Anlagen bis 500 kW auf Basis fester Biomasse mit einem Brennstoffausnutzungsrad von mindestens 70 Prozent ein Bonus von 2 Cent pro kWh gewährt. Bei Biogas liegen die neuen Tarife je nach Anlagengröße zwischen 13 und 19,60 Cent pro kWh, heißt es in der Ankündigung des BMWFJ. Für die größte Anlagenkategorie bleibe der Tarif gleich, für kleinere Anlagen gebe es ein Plus von bis zu sechs Prozent. Die neuen Tarife gelten nach Maßgabe der verfügbaren Kontingente für neue Anlagen, für die ein Antrag auf Vertragsschluss mit der Ökostrom-Abwicklungsstelle (OeMAG) gestellt wird. „Durch den effizienteren Einsatz der Fördermittel können wir in Verbindung mit dem mehr als verdoppelten Fördervolumen deutlich mehr Anlagen fördern als bisher“, sagte Mitterlehner bei der Verkündung der neuen Tarife. Durch das neue Ökostromgesetz wurde die jährliche Förderzuwachssumme für neue Anlagen auf 50 Mio. € mehr als verdoppelt. Um der technologischen Entwicklung Rechnung zu tragen und Anreize für Forschung und Entwicklung zu bieten, ist die Fördersumme degressiv gestaltet und sinkt daher jährlich um eine Mio. € auf 40 Mio. € im Jahr 2022.


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