Nordex-Gewinn sinkt auf knapp 28 Mio. €

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In den ersten neun Monaten des Jahres 2017 hat der Hamburger Windanlagenbauer Nordex das Umsatzniveau mit 2.319 Mio. € im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zwar halten können. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern hat sich jedoch im Vergleich zu den ersten neun Monaten 2016 auf 63 Mio. € in den ersten drei Quartalen 2017 nahezu halbiert. Der Konzerngewinn fiel von 64 Mio. € auf knapp 28 Mio. €. Belastet haben unter anderem deutlich gestiegene Abschreibungen aus der Acciona-Übernahme.

Das Unternehmen macht insbesondere die schwache Auftragslage dafür verantwortlich. Nach neun Monaten kommt Nordex gerade einmal auf 1,11 Mrd. € an neuen Aufträgen. Der Vergleichswert aus dem Vorjahreszeitraum ist mit 2,17 Mrd. € fast doppelt so hoch. Das dritte Quartal 2017 allein fiel dabei mit einem Auftragseingang von lediglich 203 Mio. € (Q3 2016: 841,0 Mio. €) schwach aus. Das sei wesentlich auf den deutschen Markt zurückzuführen, hieß es in dem Quartalsbericht. Hier wurden nur Aufträge im einstelligen Millionen-Euro-Bereich erzielt, verglichen mit über 200 Mio. € im Vorjahreszeitraum.

„Ursächlich hierfür waren vor allem veränderte gesetzliche Rahmenbedingungen, die sich negativ auf die Projektvorlaufzeiten und damit auf die Auftragsvergabe ausgewirkt haben. Das gilt insbesondere für das 2017 in Kraft getretene Ausschreibungssystem in Deutschland”, heißt es am Dienstagmorgen von Seiten der Norddeutschen. Gleichzeitig verzögerten sich auch Aufträge für Großprojekte. Im dritten Quartal 2017 erreichte nur das Projekt „Pomona“ in Argentinien einen Auftragswert über 100 Mio. €.

Deutlich weniger Aufträge aus Europa

In den ersten neun Monaten 2017 entfielen mit 43 Prozent weniger als die Hälfte der Neuaufträge auf Europa, während es im Vorjahreszeitraum noch 70 Prozent des Neugeschäfts waren. Lateinamerika hat einen Anteil von 35 Prozent am bisherigen Auftragseingang 2017, Nordamerika 18 Prozent und auf alle weiteren Märkte entfielen 4 Prozent.

„Derzeit ermutigen uns die aktuellen Verhandlungen mit großen internationalen Kunden. So gehen wir von einem erneut starken Schlussquartal aus”, sagt zwar Nordex-Chef Jose Luis Blanco und prognostiziert ab 2019 eine Erholung bei der Entwicklung. „Auf mittlere Sicht sehe ich gute Chancen für unser Geschäft. So stoßen unsere im Sommer vorgestellten neu entwickelten Turbinen mit 140 und 149 Meter großen Rotoren auf wachsendes Interesse bei Kunden”, so der Manager am Dienstag.

Nordex senkt Umsatzerwartung für Gesamtjahr 2017

Dennoch, die Schwierigkeiten der Windenergiebranche haben Nordex wieder voll im Griff. Nach einem kleinen Lichtschimmer zur Jahresmitte musste der Hamburger Windanlagenbauer nun seine Umsatzprognose für das laufende Jahr senken. Nordex hatte erst im Frühjahr eine Gewinnwarnung ausgegeben.

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