In den Niederlanden führen Next Kraftwerke und Jedlix gemeinsam ein internationales Pilotprojekt durch, in dessen Verlauf die Partner Sekundärreserve (automatic Frequency Restoration Reserve – aFRR) von Batterien aus E-Fahrzeugen bereitstellen. Der Übertragungsnetzbetreiber Tennet hatte das Pilotprojekt ausgeschrieben, bei dem die technische Machbarkeit von Sekundärreserve aus neuen Technologien erprobt werden soll.

Das Projekt wird Anfang 2019 starten und soll eine Laufzeit von zwei Jahren haben. Innerhalb dieses Zeitraums beabsichtigen Next Kraftwerke und Jedlix automatisch Sekundärreserve (SRL) über die Elektrofahrzeugflotte von Jedlix und deren Smart-Charging-Lösung anzubieten. Next Kraftwerke stellt die Anbindung an den Übertragungsnetzbetreiber Tennet her und vermarktet die vernetzte Leistung am Regelenergiemarkt, während Jedlix die Ladevorgänge der Elektrofahrzeuge über seine Plattform steuert.

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Ruben Benders, Jedlix-CEO kommentiert: „Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Next Kraftwerke und sehen hier eine Chance, das bislang größte Virtuelle Kraftwerk aus Elektrofahrzeugen zu etablieren. Die Integration des immer weiter wachsenden Pools an Elektrofahrzeugen und smarten Lademöglichkeiten bietet den Fahrzeugbesitzern die Möglichkeit, das Maximum aus ihren Fahrzeugen herauszuholen und einen wertvollen Beitrag zur Stabilisierung der Netze zu leisten.“

Next Box (Quelle: ©Next Kraftwerke/Jennifer Braun)

Über eine Anbindung der Fernsteuereinheit Next Box soll die Jedlix-Flotte vom Leitsystem von Next Kraftwerke überwacht und gesteuert werden können. Der Datenaustausch in Echtzeit ermögliche es, dass Jedlix Sollwerte von Next Kraftwerke erhält und das Ladeverhalten der Elektrofahrzeugflotte daraufhin abstimmt.

E-Fahrzeuge können sowohl positive als auch negative SRL bereitstellen

Nutzer der Jedlix-Fahrzeuge sollen eine neue Interface-App zur Verfügung gestellt bekommen, die sie über diese Dienstleistung informiert. Zudem sollen Nutzer von E-Fahrzeugen im Rahmen des Pilotprojekts finanzielle Anreize bekommen, wenn sie die Flexibilität der Batterie beim Laden zur Verfügung stellen. Jedlix erhalte die Ladeeinstellungen des Elektrofahrzeugs, sobald es mit der Jedlix-Plattform verbunden ist und könne so eine Datenverbindung in Echtzeit aufbauen, um die Batterie intelligent zu laden.

Abhängig von den hinterlegten Ladeeinstellungen sollen die Elektrofahrzeuge in der Lage sein, sowohl positive als auch negative SRL bereitzustellen. Aus der Kombination von Nutzereinstellungen, Fahrzeugdaten und den Informationen der Ladestation sei es Jedlix möglich, kontinuierliche Prognosen über die vorgehaltene Leistung zu generieren.

Next Kraftwerke nutze diese Prognosen für die Gebote bei der Regelenergieauktion. Um etwaige Prognoseabweichungen aufzufangen, würden Next Kraftwerke und Jedlix auf andere Reserven im Virtuellen Kraftwerk Next Pool zurückgreifen – etwa Kapazitäten aus Gewächshausbeleuchtung, Wind- und Solarenergie, Biogasanlagen oder BHKW von Gewächshäusern.

(Quelle für Beitragsbild: Jedlix)

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