Netzwerk will Methanol als Schiffstreibstoff etablieren

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Netzwerk will Methanol als Schiffstreibstoff etablieren
Quelle: Marc Petrikowski

Unternehmen und Forschungseinrichtungen haben gemeinsam das Netzwerk „Green Meth“ gegründet, das die Entwicklung und Markteinführung von Methanol-basierten Antriebslösungen für kleine Schiffe voranbringen soll. Das teilte das Maritime Cluster Norddeutschland (MCN) mit, von dem das Netzwerk initiiert worden war. Betreut wird das Netzwerk durch das Oldenburger Beratungsunternehmen embeteco.

Die Netzwerkpartner wollen Methanol langfristig als Alternative zu anderen Konzepten wie LNG, Wasserstoff oder GTL-Diesel in den Markt einführen und etablieren. Methanol-Antriebe sollen es Schiffseignern flächendeckend ermöglichen, aktuelle und zukünftige Emissionsgrenzwerte einzuhalten. Zu den Vorteilen gehören die einfachere Umrüstbarkeit von Schiffen, keine Energieverluste durch Lagerung und Transfer, geringe Logistikkosten sowie vorhandene beziehungsweise leicht zu schaffende Infrastrukturen. Die Stagnation bei der Einführung von alternativen Brennstoffen, zum Beispiel bedingt durch fehlende Bunkerinfrastruktur und hohe regulatorische Hürden, soll somit aufgebrochen werden.

„Alternative Antriebskonzepte für kleinere Schiffseinheiten fehlen auf dem Markt“

Das operative Ziel des Netzwerks besteht darin, durch Forschungs- und Entwicklungsprojekte innovative Produkte zu entwickeln, die es erlauben, Methanol auf kleineren Schiffen als alternativen Brennstoff sicher und zuverlässig einzusetzen. Diese könnten zukünftig auf Arbeitsschiffen und -booten wie zum Beispiel Peilschiffen und kleineren Schwimmbaggern, Schleppern, Offshore-Fahrzeugen wie Crew-Transfer-Vessels oder Guard Vessels, Fährschiffen, Inselversorgern und Küstenmotorschiffen eingesetzt werden.

“Grüne” Herstellung von Methanol möglich

Methanol kann synthetisch aus Wasser und Kohlenstoffverbindungen unter Einsatz von Energie hergestellt werden. Zudem ist eine Herstellung aus Synthesegasen, welche relativ umweltfreundlich aus Abfällen verschiedenster Art produziert werden können, technisch leicht möglich. Hierin liegt die Chance, in weiteren Projekten die dezentrale Produktion von „grünen“ Schiffsbrennstoffen flankierend voranzutreiben.

Im ZIM-Netzwerk Green Meth arbeiten unter anderem kleine und mittlere Unternehmen eng zusammen, dazu zählen FriTec, IB-HAWE, Scan Diesel, Anleg, EMDION, OPTOLUTION Messtechnik und das Ingenieurbüro Beck. Als zukünftige Anwender sind EMS Maritime Offshore und Niedersachsen Ports mit an Bord, das landeseigene Hafeninfrastrukturunternehmen betreibt eine eigene Flotte von Arbeitsfahrzeugen.

Die Forschungseinrichtungen BIBA – Bremer Institut für Produktion und Logistik, DLR Institut für vernetzte Energiesysteme, Hochschule Wismar, Jade Hochschule, und Northern Business School bringen ebenfalls Ihre Kompetenzen in das Netzwerk ein.

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