Netzstabilität und E-Mobilität: Tennet und BMW testen intelligente Ladesteuerung

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Tennet und BMW haben sich in einem gemeinsamen Pilotprojekt mit dem Potenzial der intelligenten Ladesteuerung von E-Autos für die Netzstabilität befasst. Gezeigt wurde, wie die Ladestrategie von Elektrofahrzeugen intelligent auf die Auslastung des Stromnetzes und die Verfügbarkeit von erneuerbarer Energie abgestimmt werden kann, geht aus einer Mitteilung des Übertragungsnetzbetreibers hervor. Das Pilotprojekt könne die Grundlage für eine Realisierung dieser Lösung in größerem Maßstab bilden.

„Wenn wir Elektroautos digital in das Stromnetz integrieren, können die Ladevorgänge sowohl auf den Mobilitätsbedarf der Autofahrer als auch auf die Netzstabilität abgestimmt werden. So kann eine intelligente Ladesteuerung dazu beitragen, Engpässe im Stromnetz zu verhindern und dabei grünem Strom Vorfahrt zu gewähren“, sagte Tennet-Geschäftsführer Tim Meyerjürgens. „Wir erschließen so neue Wege, um die stark vom Wetter abhängige erneuerbare Stromproduktion flexibel zu steuern. Das entlastet das Stromnetz. Damit kann eine intelligente Ladesteuerung von Elektro-Autos den Netzausbau ergänzen und zu einem der Bausteine der Energiewende werden.“

BMW verarbeitet Hinweise von Tennet und unterbricht Ladevorgang

Im Rahmen des Pilotprojekts hatte die BMW Group über die intelligente Ladesteuerung und vernetzte Elektronik der Pilot-Fahrzeuge Hinweise von Tennet auf drohende Netzüberlastungen registriert und verarbeitet, um daraufhin den Ladevorgang in ausgewählten BMW i3 zeitweise zu unterbrechen. Die frei werdende Leistung konnte Tennet für den Ausgleich von Netzengpässen nutzen und so die Inanspruchnahme von konventionellen fossilen Kraftwerken vermeiden.

Tennet
Quelle: Tennet

Wegen der zunehmenden dezentralen Einspeisung erneuerbarer Energien kommt es immer öfter zu Engpässen im Stromnetz. Um sie zu vermeiden, greift Tennet in die Erzeugung von konventionellen Kraftwerken (Redispatch) und von Erneuerbaren ein (Windabregelungen) und sorgt so dafür, dass der Stromtransport im Rahmen der Übertragungskapazität des Netzes liegt. Die Kosten hierfür lagen 2018 deutschlandweit bei ca. 1,4 Mrd. €, davon fielen etwa 500 Mio. € für Eingriffe in die konventionelle Erzeugung an. Diese Kosten werden über die Netzentgelte letztlich von den Stromverbrauchern getragen.

Im Zuge der Energiewende sollen neue Flexibilitäten wie die Elektromobilität die Aufgaben der konventionellen Kraftwerke übernehmen. Tennet testet daher in dem Pilotprojekt mit BMW und weiteren Pilotprojekten, welche dezentralen Flexibilitäten in Zukunft genutzt werden können.

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