„Netzsaldo-Ampel“ der Übertragungsnetzbetreiber geht an den Start

Quelle: EUWID

Im deutschen Netzregelverbund (NRV) startet heute die neue „Netzsaldo-Ampel“ für Marktteilnehmer. Die Ampel zeigt in jeder Viertelstunde Ungleichgewichte der Regelzonen der vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) 50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW an. „Ziel der NRV-Saldo-Ampel ist, den Marktteilnehmern die Gelegenheit zu geben, Unausgeglichenheiten ihrer Bilanzkreise sofort zu erkennen und entsprechende Gegenmaßnahmen zu ergreifen“, teilten die ÜNB mit.

Die vier Regelzonen sind im deutschen Netzregelverbund zusammengefasst. In diesem Verbund optimieren die vier ÜNB die Vorhaltung und den Einsatz von Regelenergie. Das neue Ampelsystem auf www.netztransparenz.de soll Marktteilnehmer dabei unterstützen, ihre Erzeugungs- und Verbrauchsportfolien effizient bewirtschaften zu können.

Die neue NRV-Netzsaldo-Ampel zeigt die Situation in der Systembilanz in drei Stufen an: Bei unkritischen NRV-Saldi wird ein grünes Ampelsignal übermittelt. Bei erhöhten oder angespannten Saldi wird ein gelbes oder rotes Ampelsignal gesendet. Dabei wird auch angezeigt, ob zu viel Strom im System ist (Überdeckung) oder Strom fehlt (Unterdeckung). Die Marktteilnehmer können ihre eigenen Positionen bzw. Ungleichgewichte damit schneller erkennen und am Markt ausgleichen. „Damit können Kosten für Ausgleichsenergie vermieden werden.“ 

Bislang veröffentlichten die Übertragungsnetzbetreiber den NRV-Saldo wenige Minuten nach einer Viertelstunde. Händler können jedoch kurzfristige Stromkäufe innerhalb einer Viertelstunde abschließen. Mit dem neuen Ampelsystem wird die Transparenz über den Zustand des deutschen Netzregelverbundes erhöht und den Marktteilnehmern die Möglichkeit gegeben, direkt darauf zu reagieren.

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