Netzersatzanlagen könnten Flexibilität im Strommarkt erhöhen

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Netzersatzanlagen (NEA) sind eine wichtige Flexibilitätsoption für einen effizienten Strommarkt. Bislang sichern NEA jedoch primär die Stromversorgung ihrer Betreiber bei lokalen Stromausfällen ab und bleiben folglich die meiste Zeit hinweg ungenutzt. Darauf weist Clean Energy Sourcing (Clens) hin. Nach Ansicht von Clens sollten NEA als flexible Erzeugungsanlagen gewinnbringend an den Regelenergie- und Kurzfristmärkten vermarktet werden und in diesem Zuge eine wichtige Rolle für die Stabilisierung und die Kosteneffizienz des Energiesystems übernehmen.

Clens treibt eigenen Angaben zufolge die flexible Steuerung und Vermarktung von NEA bereits seit längerem voran und vermarktet derzeit über die virtuelle Kraftwerks-Plattform EC24 knapp 80 Anlagen mit einer installierten Leistung von rund 50 MW am Regelenergiemarkt. Der größte Teil dieser Anlagen erfülle die vergleichsweise hohen technischen Anforderungen des Sekundärregelenergiemarktes.

NEA eines Rechenzentrums in
virtuelles Kraftwerk eingebunden

Jüngst habe Clens den 1,5 MW leistungsstarken Notstromgenerator eines Rechenzentrums der aixit GmbH in Offenbach in das virtuelle Kraftwerk eingebunden. „Dass innovative Akteure wie die aixit GmbH, die als Rechenzentrumsbetreiber naturgemäß über eine sensible Infrastruktur verfügen, ihre Netzersatzanlage für eine flexible Vermarktung nutzen, verstehen wir als starkes Signal für das Potential in diesem Bereich“, sagte Marcel Kraft, Key Account Manager bei Clens. „Im Grunde unterstützen wir Betreiber von Netzersatzanlagen dabei, ihre Aggregate von einem reinen Kostenfaktor in eine systemdienliche Erlösquelle zu wandeln. Dass im Rahmen der Vermarktung die Notstromfunktion der Anlagen nicht beeinträchtigt wird, steht außer Frage“, so Kraft.

Clens zufolge eignen sich NEA aus den verschiedensten Sektoren für eine gewinnbringende Vermarktung von Regelleistung. In den vergangenen Wochen hätten der Technologiekonzern Heraeus Group mit mehreren NEA an den Standorten in Hanau und Kleinostheim sowie die Fernwasserversorgung Franken mit der Regelenergievermarktung ihrer Anlagen begonnen. Die Fernwasserversorgung Franken verfügt Clens zufolge über acht NEA mit einer Leistung von insgesamt 4,7 MW.

Noch bestehen Hemmnisse
für flexiblen Einsatz von NEA

Dass die Bedeutung des bislang kaum genutzten Flexibilisierungspotentials von NEA bei einer fortschreitenden Energiewende zunehmen wird, habe auch das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) im Weißbuch „Ein Strommarkt für die Energiewende“ explizit hervorgehoben. Das BMWi möchte daher sicherstellen, dass der flexible Einsatz von NEA vereinfacht wird, unter anderem indem regulatorische Hemmnisse beseitigt werden.

Heute bestehen jedoch insbesondere für Bestandsanlagen weiterhin erhebliche Markteintrittsbarrieren. Nach Ansicht von Clens ist das umso bedauerlicher, da somit ein enormes Flexibilitätspotenzial ungenutzt bleibe, für das die Investitionskosten bereits getätigt wurden und mit dem unmittelbar ein wichtiger Beitrag zur Systemstabilität geleistet werden könnte. Für die Hebung dieser Potentiale gelte es nun, durch die Schaffung transparenter Vorgaben sowie der verbindlichen Absprache mit den Verteilnetzbetreibern, einen verlässlichen Marktzugang zu garantieren.

Des Weiteren müssten bestehende und neue NEA nach Ansicht von Clens künftig systematisch im sogenannten Marktstammdatenregister erfasst werden. Clens empfiehlt Betreibern von NEA daher, die Registrierung im Marktstammdatenregister zum Anlass zu nehmen, um die Möglichkeiten einer flexiblen Vermarkung zu prüfen und ein transparentes Angebot von einem entsprechenden Dienstleister einzuholen.

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