Netze BW und Smight: Digitalisierte Ortsnetzstationen durch Stromsensor und IoT

156
Netze-BW-Stromsensor
Quelle: Netze BW

Als einer der ersten Verteilnetzbetreiber Deutschlands investiert die Netze BW GmbH großflächig in die Digitalisierung ihrer Ortsnetzstationen und setzt auf den gemeinsam mit dem EnBW Start-up Smight entwickelten Stromsensor „Smight Grid“. Der neuartige Sensor misst die jeweilige Stromstärke an den einzelnen Abgängen – also den Kabeln, über die der Strom von der Ortsnetzstation zu den Haushalten transportiert wird – und überträgt diese verschlüsselt in Echtzeit über das Mobilfunknetz an Smight.

Wie Netze BW weiter mitteilt, werden die Daten dort auf einer IoT-Plattform gespeichert, ausgewertet und dem Netzbetreiber anschließend in einem Web-Portal zur Verfügung gestellt. Der Stromsensor sei damit das erste am Markt verfügbare Messsystem, das durch die Nutzung von IoT-Technologie großflächig und dauerhaft zur Datengewinnung im Verteilnetz eingesetzt werden kann. Informationen über die tatsächliche Auslastung der Verteilnetze werden für Netzbetreiber daher immer wichtiger. Sie gelten als Grundlage für einen effizienten und vorausschauenden Netzausbau.

„Die Zahl an E-Autos wird zunehmen. Als führender Netzbetreiber ist es unsere Aufgabe, dieser Entwicklung einen Schritt voraus zu sein und abzusehen, wo und mit welchen Maßnahmen wir unser Netz ausbauen und intelligenter machen müssen“, sagt Hendrik Adolphi, der bei der Netze BW für das Technische Anlagenmanagement Strom/Gas verantwortlich ist. Deshalb sollen in den nächsten Wochen 550 Ortsnetzstationen in Baden-Württemberg mit Stromsensoren ausgestattet werden. In Summe entstehen dadurch etwa 18.000 digitale Messpunkte, die viertelstündlich Daten erfassen und übertragen.

Auch interessant:

Sensor misst Stromstärke an den einzelnen Abgängen

Klassische Ortsnetzstationen besitzen zwar selbst eine Messeinheit, den so genannten Schleppzeiger, dieser zeigt aber nur den höchstgemessenen Gesamtverbrauch einer Station an, heißt es. Zudem wird dieser meist nur alle vier Jahre von den Netzbetreibern manuell abgelesen. Der Stromsensor hingegen misst die Stromstärke an den einzelnen Abgängen und liefert so detaillierte Informationen, wann in welchem Straßenzug wie viel Strom gesamtheitlich verbraucht wird.

Komplettes Verteilnetz digitalisieren

„Mit Smight Grid bieten wir allen Netzbetreibern ein Full-Service-Produkt, mit dem sie ihr komplettes Verteilnetz schnell und einfach digitalisieren können“, sagt Oliver Deuschle, der Leiter von Smight. Im Gegensatz zu herkömmlichen Messlösungen sei der Stromsensor für einen dauerhaften Einsatz gedacht. Dank einer Installations-App brauche es maximal 60 Minuten, um alle Abgänge einer Ortsnetzstation mit Sensoren und einem Gateway auszustatten.

Lesen Sie hier, was im Klimaschutzprogramm der Bundesregierung zu Verteilnetzen steht:

Klimaschutzprogramm X: Elektromobilität, Ladeinfrastruktur und Verteilnetze

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Bitte Kommentar einfügen!
Bitte geben Sie Ihren Namen hier ein