Die Volllaststunden einer Windenergieanlage werden aus dem Verhältnis aus Energieertrag zu Nennleistung ermittelt und in Stunden pro Jahr angegeben. Sie sind damit ein Maß für den Nutzungsgrad einer Windenergieanlage, heißt es in einer jetzt vorgelegten Analyse der Deutschen Windguard im Auftrag von BWE und LEE NRW.

Verfügen zwei Anlagen gleicher Nabenhöhe und gleichen Rotordurchmessers über eine unterschiedliche Nennleistung, wird die leistungsschwächere Anlage an einem vergleichbaren Standort mehr Volllaststunden, aber einen geringeren jährlichen Energieertrag erreichen. „Der Volllaststundenwert sollte daher in Verbindung mit dem Energieertrag bewertet werden.“

„Windenergieanlagen sind in der Vergangenheit immer größer geworden“, heißt es in der Analyse. Es werde erwartet, dass sich dieser Trend auch in den kommenden zehn Jahren fortsetzt. Die mittlere spezifische Nennleistung ist dagegen seit 2012 gesunken. Für die Abschätzung der Volllaststunden wird in der Studie angenommen, dass sich die spezifische Nennleistung zukünftig zwischen 230 W/m² und 350 W/m² bewegt.

Schleswig-Holstein: Neuanlagen könnten im Mittel 3.000 Volllaststunden erreichen

Für Neuanlagen mit Inbetriebnahme im Jahr 2030 in Schleswig-Holstein könnten im Mittel rund 3.000 Volllaststunden erwartet werden. In den anderen Regionen liegen die erwarteten mittleren Volllaststunden mit Werten von 2.800 im Norden, knapp 2.700 in der Mitte und knapp 2.500 im Süden ebenfalls auf hohem Niveau.

An Standorten mit besonders guten Windbedingungen in Schleswig-Holstein mit mittleren Windgeschwindigkeiten in Nabenhöhe von über 8,2 m/s können der Studie zufolge je nach Anlagentechnologie zwischen 3.300 Volllaststunden bei einer spezifischen Nennleistung von 350 W/m² und 4.000 Volllaststunden bei einer spezifischen Nennleistung von 230 W/m² erreicht werden. „Aber auch im Süden werden an guten Standorten in hohen Nabenhöhen mittlere Windgeschwindigkeiten von über 7,5 m/s erreicht“.

Zubau von 59 GW bis zum Jahr 2030 könnte Energieertrag von 153 TWh bringen

Die rechtskräftig ausgewiesenen oder in Aufstellung befindlichen Flächen machen aktuell einen Anteil von 0,9 Prozent an der Fläche Deutschlands aus. Auf dieser Fläche ließen sich unter Berücksichtigung aller Bestandsanlagen, die noch im Jahr 2030 in Betrieb sein werden, gut 12.600 zusätzliche Windenergieanlagen installieren. Verharrt die mittlere spezifische Nennleistung auf dem aktuellen regionalen Niveau, könne mit diesem Zubau eine Gesamtleistung von 59 GW und ein Energieertrag von 153 TWh pro Jahr erreicht werden. Dies entspricht im Mittel 2.590 Volllaststunden. Gemeinsam mit den Bestandsanlagen, die auch über das Jahr 2030 noch in Betrieb sein werden, ließe sich so eine installierte Gesamtleistung von 85 GW und ein jährlicher Stromertrag von etwa 212 TWh erreichen.

Eine zusätzlich durchgeführte Potenzialabschätzung zeigt den möglichen Energieertrag, falls die ausgewiesene Fläche in allen Regionen 2 Prozent der Landesfläche betrüge und es keine Einschränkungen durch Bestandsanlagen gäbe. Unter der Annahme der dargestellten mittleren Anlagentechnologie für das kommende Jahrzehnt ließe sich mit rund 40.000 Anlagen und einer installierten Gesamtleistung von 200 GW ein Energieertrag von etwa 500 TWh pro Jahr erreichen. (Nachweis für Beitragsbild: wajan – stock.adobe.com)

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