Negative Strompreise: Statkraft regelt Windstromproduktion herunter

Durch eine bedarfsgerechte Regelung von rund 3.000 MW Windstrom aus vermarkteten Windparks hat Statkraft die deutschen Stromkunden letzten Sonntag nach eigenen Angaben um mehr 5 Mio. € entlastet. Am Sonntag war es an der Strombörse zu acht aufeinanderfolgenden Stunden mit negativen Strompreisen von bis zu -374 €/MWh im kontinuierlichen Intraday-Handel gekommen. Der Grund hierfür lag in einer hohen Einspeisung aus Wind- und Solarenergie bei gleichzeitig niedriger Stromnachfrage. Statkraft habe aufgrund dessen in der Spitze die Windstrom-Erzeugung um rund 3.000 MW verringert. Das Unternehmen hatte bereits am Samstag entsprechend angepasste Vortags-Gebote an der Börse platziert, da der Strompreis schon bei -130 €/MWh gelegen habe. Durch diese Maßnahme habe alleine Statkraft die EEG-Umlage um über 5 Mio. € entlastet und gleichzeitig zur Erhöhung der Systemstabilität beigetragen. „Die Regelung in dieser Größenordnung zeigt, dass wir als Direktvermarkter in diesen Überschusssituationen reagieren und die Einspeisung reduzieren“, sagte Stefan-Jörg Göbel, Geschäftsführer der Statkraft Markets GmbH mit Sitz in Düsseldorf. Erneuerbare Energien seien in der Lage, bedarfsgerecht zu erzeugen und so zur Systemstabilität beizutragen. „In einem System, das in den kommenden Jahren immer stärker von fluktuierender Erzeugung dominiert wird, ist Windkraft eine tragende Säule und steuert zur Systemsicherheit bei.“ Der Bundesverband Erneuerbare Energie bezeichnete das Auftreten der negativen Preise als „deutliches Zeichen von Marktversagen bei Braunkohle“ Jedes Frühjahr um Pfingsten zeige sich ein ähnliches Bild, wenn unflexibler Strom aus Braunkohlemeilern „die Netze verstopft“. An den Wochenenden oder an Feiertagen fehlt der Stromverbrauch aus der Industrie. Die Kraftwerke liefen dann nur mit minimaler Besetzung und könnten nicht ausreichend herunterfahren. Aus Sicht des BEE sei ein schneller Braunkohleausstieg erforderlich, bei dem die inflexibelsten Braunkohlekraftwerke zuerst vom Netz genommen werden. Die KWK-Förderung dürfe nur noch für flexible KWK-Anlagen gewährt werden, die „Platz im Netz für sauberen Strom schaffen“. Aber auch die Sektorkopplung in Netzengpassgebieten, vor allem über Nutzung zuschaltbarer Lasten zähle zu den Maßnahmen, die gegen das identifizierte Marktversagen ergriffen werden müssten. Zudem müsse der Netzausbau im Verteil- und Übertragungsnetz weiter vorangetrieben werden. Die Frage der Engpässe im Netz ist auch Gegenstand der aktuellen Debatten um die EEG-Novelle. Details zum Bund/Länder-Gipfel von gestern und den aktuellen Trends lesen Abonnenten von EUWID Neue Energie in der kommenden Ausgabe der Publikation, die am kommenden Mittwoch erscheint. .

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