Naturstrom schließt erste PPA-Verträge mit Betreibern von Post-EEG-Windenergieanlagen

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Windpark_Huell
Quelle: Naturstrom AG

Die Naturstrom AG hat die ersten PPA-Verträge mit Betreibern von Post-EEG-Windenergieanlagen geschlossen. Die Verträge sicherten den Weiterbetrieb der Anlagen ohne EEG-Vergütung, heißt es bei Naturstrom. Die Strommengen werden an die eigenen Ökostromkunden geliefert. Naturstrom nutzt dabei das Instrument der langfristigen Stromlieferverträge (Power Purchase Agreements). Weitere Kontrakte sollen „zügig folgen“.

„Nicht nur die Betreiber älterer Windräder stehen vor einer Zäsur, auch der Ökostrommarkt“, sagt Oliver Hummel, Vorstand bei der Naturstrom AG. „Bislang finden die Ökostromerzeugung in Deutschland und die Energiebeschaffung für Ökostromtarife in Parallelwelten statt. Das wird sich ab 2021 ändern, wenn mit Auslaufen der zwanzigjährigen EEG-Förderung Windstrom für die Belieferung von Endverbrauchern zur Verfügung steht.“

Die jetzt abgeschlossenen Verträge wurden mit den Windanlagenbetreibern Dedo Behrends und Johannes Bentfeld vereinbart. Bentfeld ist seit 1999 Mitbetreiber einer Enercon E 66 mit einer Leistung von 1,5 MW in der Nähe von Paderborn. Das Windrad von Behrends vom Typ Tacke TW 600 dreht sich nahe des Ortes Carolinensiel im ostfriesischen Landkreis Wittmund. Die Anlage mit einer Leistung von 600 kW ist seit 1996 in Betrieb. „Meine Anlage wird ebenso wie viele andere Windräder in der Region noch eine ganze Weile weiterlaufen und günstig Strom produzieren können“, meint Behrends. Der Vertrag mit Naturstrom gebe ihm nicht nur Planungssicherheit für den Übergang ins Post-EEG-Zeitalter. „Mich freut, dass der in meiner Anlage erzeugte Strom künftig nicht an der Börse untergeht, sondern konkret zur Versorgung von Ökostromkunden dient.“  

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Naturstrom hatte bis 2014 rund 200 Windenergieanlagen als Lieferanten unter Vertrag, ehe eine Reform des EEGs das sogenannte Grünstromprivileg beendete und die Belieferung von Endkunden mit dezentral erzeugtem Ökostrom „nahezu unmöglich“ machte. Aktuell vermarktet das Unternehmen die Erzeugung von Ökostromanlagen mit einer Leistung von rund 900 MW im Rahmen der Direktvermarktung im Großhandel, darunter gut 90 Prozent Windenergie. „Unser Ziel für 2021 und die Folgejahre ist es, einen relevanten Anteil der an unsere Kunden gelieferten Strommengen durch Windenergie abzudecken und auch den Photovoltaik-Anteil nach und nach auszubauen“, sagt Naturstromvorstand Hummel. „Dafür stehen wir in Verhandlungen mit einer Vielzahl von Betreibern.“

Auch eigene Windenergieanlagen sollen in Post-EEG-Phase weiterbetrieben werden

Zu den Lieferanlagen werden den Planungen zufolge auch eigene gehören. Naturstrom betreibt Windenergie-, Photovoltaik- und Biomasseanlagen mit einer Leistung von zusammen knapp 180 MW, an weiteren Erzeugungsanlagen ist das Unternehmen beteiligt. In diesem Portfolio befinden sich auch ältere Windräder, die Ende 2020 aus dem EEG ausscheiden und die Naturstrom weiterbetreiben wird. Anfang des Jahres hatte Naturstrom zudem einen Windpark in Hessen gekauft, mit dem Ziel, einen Teil der Anlagen nach Ablauf der EEG-Vergütung zur Belieferung der eigenen Kunden zu nutzen.

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