Naturspeicher Gaildorf erhält 7,15 Mio. € Fördergelder

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Fördermittel in Höhe von 7,15 Mio. € erhält ein Projekt, das die Idee eines Pumpspeicherkraftwerks in Verbindung mit einer Windkraftanlage realisieren will. Im Rahmen des Demonstrationsprojekts „Naturstromspeicher in Gaildorf“ werden vier 5-MW-Windkraftanlagen mit einem Wasserspeicher ausgestattet werden, der über eine Speicherkapazität von 70 MWh verfügen soll. Verbunden werden die in die Windkraftanlagen baulich integrierten oberen Wasserspeicher über eine Druckrohrleitung mit einem Unterbecken in einer Flutmulde. Die zugesagten Fördermittel kommen aus dem Umweltinnovationsprogramm des Bundesumweltministeriums (BMUB). Das Projekt soll dem Problem der Überschussstromerzeugung bei günstigen Windbedingungen entgegensteuern. Wenn der Wind kräftig weht, kann der erzeugte Strom immer häufiger nicht ins öffentliche Netz eingespeist werden. Stattdessen werden die Produktion gedrosselt und Windräder abgeschaltet. Durch die Kombination von Windkraftanlage und Pumpspeichertechnologie könnte überschüssige regenerativ erzeugte Energie kurzfristig vor Ort gespeichert werden. Die Anlage liefere neben Strom auch die für das zukünftige Energiesystem benötigte Flexibilität, betont das Ministerium. Durch die Integration des oberen Wasserspeichers in die Bauwerke der Windkraftanlagen kann auf den Bau eines separaten Oberbeckens verzichtet werden. Damit entfallen Baumaßnahmen sowie An- und Abtransport von Aushubmasse. Allein dadurch können laut BMUB rund 19.000 Lkw-Fahrten mit einem CO2-Ausstoß von ca. 400 Tonnen vermieden werden. Weiterhin entfallen Rodungsarbeiten auf einer Waldfläche von 2 bis 4 Hektar. Eine weitere Neuerung stellt der Projektbeschreibung zufolge die Verwendung von unterirdisch verlegten, biegsamen Polyethylen-Rohren anstelle der üblichen teilweise oberirdisch verlegten, starren Stahlrohre für die Druckrohrleitungen dar. Auch dadurch werde die Landschaft geschont, heißt es. Die Einwohner des baden-württembergischen Gaildorf hatten sich bereits Ende 2011 in einem Bürgerentscheid für das Naturstromspeicherprojekt ausgesprochen (EUWID 31/2011). Danach gab es dennoch Proteste, die über die Bürgerinitiative „Für Gaildorf“ institutionalisiert wurden. Anfang 2015 hat der Petitionsausschuss des Landtags grünes Licht für das Vorhaben gegeben. Im Rahmen des Projekts setzt die Naturstromspeicher Gaildorf GmbH & Co. KG auf Windkraftanlagen des spanischen Herstellers Gamesa. Die erforderliche Wasserkrafttechnologie wird von der Heidenheimer Voith Gruppe entwickelt, als Bauunternehmen ist Max Bögl mit im Boot. .

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