Nun liegt er also vor, der Entwurf der nationalen Wasserstoffstrategie. Die Bundesregierung setzt es sich darin zum Ziel, bis zum Jahr 2030 rund 20 Prozent des in Deutschland verbrauchten Wasserstoffs über CO2-freien Wasserstoff zu decken. Aus heimischen regenerativen Ressourcen wird man den Bedarf kaum decken können. Vor diesem Hintergrund strebt die Bundesregierung internationale Kooperationen und Partnerschaften an.

Der Titelbereich der jetzt erschienenen Ausgabe 7.2020 von EUWID Neue Energie ist ganz dem Energieträger Wasserstoff gewidmet. Die Bundesregierung setzt große Hoffnungen auf das Thema und sieht die Industrie in einer guten Position, sich zum nationalen Vorreiter beim Markthochlauf von Wasserstofftechnologien zu entwickeln.

Auf dem Weg zu einer Energiewende, die (auch) auf dem Standbein Wasserstoff fußt, könnten Kostenreduktionen durchaus schneller erreicht werden, als bislang vermutet. Eine gemeinsame Studie des Hydrogen Council und der Wirtschaftsberatung McKinsey prognostiziert, dass sich die Kosten von Wasserstoffanwendungen innerhalb der nächsten Dekade halbieren könnten. Der größte Treiber für die Kostenreduktion sei dabei die Ausweitung der Produktion und Distribution von Wasserstoff.

Eine Sektorkopplung via Power-to-Gas bedeutet einen deutlichen Anstieg der Stromnachfrage im Inland, wenn man sich nicht komplett auf Importe aus Drittländern verlassen will. Woher der regenerative Strom im Inland aber kommen soll, dazu ist die Bundesregierung noch viele Antworten schuldig. Die Warnungen der Wind-  und Solarbranche werden immer dringlicher. „Bei einem reinen ‚Weiter so’ mit den gegenwärtigen Rahmenbedingungen wird es zu einem starken Markteinbruch kommen“, sagt Peter Thiele von Sharp Energy Solutions Europe im EUWID-Interview. (Nachweis für Beitragsbild: malp – stock.adobe.com)

Unsere Topthemen der Woche:

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Bitte Kommentar einfügen!
Bitte geben Sie Ihren Namen hier ein