MVV übernimmt Biogasanlage von Kompotec in Dresden

457
Bioabfallvergärungsanlage in Dresden-Klotzsche
Quelle: MVV

Das Mannheimer Energieunternehmen MVV übernimmt eine Bioabfallvergärungsanlage des zur Eggersmann Gruppe gehörenden Entsorgungsfachbetriebs Kompotec in Dresden-Klotzsche. Wie MVV mitteilte, sei die Anlage mit einer jährlichen Kapazität von 31.000 Tonnen Bioabfall erst im Jahr 2017 in Betrieb gegangen. Der Bioabfall stamme aus der sächsischen Landeshauptstadt sowie dem benachbarten Zweckverband Abfallwirtschaft Oberes Elbtal. Aus dem daraus gewonnenen Biogas wird in zwei Blockheizkraftwerken mit je 400 kW Leistung Strom gewonnen, dabei erfolgt eine Teilwärmenutzung für die Fermenter- und Rottetunnelbeheizung. Zum Kaufpreis haben die beiden Unternehmen Stillschweigen vereinbart.

Für MVV ist es die erste Biogasanlage, in der Bioabfälle zur Vergärung eingesetzt werden. In den vier bestehenden Anlagen der MVV in Sachsen-Anhalt kommen Substrate aus der Landwirtschaft zum Einsatz. „Die Vergärung von Bioabfällen bietet enormes Potenzial für ihre energetische Nutzung und ergänzt damit die anschließende Kompostierung um einen weiteren Baustein einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft“, sagte MVV-Technikvorstand Hansjörg Roll. „Damit wird auf der einen Seite die Abgabe der Treibhausgase Methan und CO2 an die Umwelt verringert und auf der anderen Seite ein Ersatz für fossiles Erdgas gewonnen.“ MVV arbeitet daher bundesweit an weiteren Bioabfallvergärungsprojekten, aktuell in Bernburg/Saale in Sachsen-Anhalt.

Nach den Worten von Eggersmann-Geschäftsführer Karlgünter Eggersmann kommt der Verkauf der Anlage für sein Unternehmen zur richtigen Zeit: „Für uns sind die Erfahrungen aus der Entwicklung, dem Bau und dem Betrieb der Anlage sehr wichtig. Wir konzentrieren uns auf unser Kerngeschäft: Im Bereich der Recyclingtechnologie liegt der Schwerpunkt auf eigens entwickelten Anlagen, Konzepten und Produkten zur Abfallverwertung und Wertstoff-Rückgewinnung. Bei der Weiterentwicklung können wir nun die gewonnenen Erkenntnisse einbringen.“

Die MVV übernimmt auch die fünfköpfige Betriebsmannschaft der Anlage. Gleichzeitig prüft das Mannheimer Unternehmen die Erweiterung der Dresdener Anlage, kündigte der Geschäftsführer der zuständigen Tochtergesellschaft MVV Umwelt, Martin Becker-Rethmann an. „In einem zweiten Bauabschnitt wollen wir die aktuelle Kapazität der Anlage von 31.000 auf 46.500 Jahrestonnen erweitern. Parallel werden wir mit dem Bau einer Biogasaufbereitungsanlage das gewonnene Biogas künftig zu Biomethan weiterverarbeiten und in das Gasnetz einspeisen.“ Die zukünftige Kapazität beziffert die MVV auf 200 m3 Biomethan je Stunde.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Bitte Kommentar einfügen!
Bitte geben Sie Ihren Namen hier ein