Mpreis baut Anlage zur Wasserstoffproduktion in Tirol

300
Wasserstoff-Symbolbild
Quelle: malp - stock.adobe.com

Die Tiroler Supermarktkette Mpreis hat bereits vor einem Jahr offiziell den Grundstein für seine künftige Wasserstoffproduktionsanlage in Völs (Landkreis Innsbruck) in der Nähe seines Hauptsitzes gelegt. Die Anlage soll im Herbst oder Winter 2021 in Betrieb gehen. Das teilte die AEG Power Solutions mit, die aktuell einen Auftrag zur Lieferung des Stromversorgungssystems für die Anlage erhalten hat. Mpreis kooperiert mit Partnern im gemeinsamen Unternehmen Demo4Grid für Brennstoffzellen und Wasserstoff, das von der Europäischen Union unterstützt wird, um einen alkalischen Hochdruckelektrolyseur zur Bereitstellung von Netzstabilisierungsmaßnahmen zu demonstrieren.

Das Ziel von Mpreis ist die Minimierung des CO2-Ausstoßes. Dieses Ziel wird durch die Produktion von Wasserstoff auf zwei Arten unterstützt: Zunächst wird es zur CO2-neutralen Beheizung einer Bäckerei eingesetzt. In einem zweiten Schritt wird der Wasserstoff für Brennstoffzellenfahrzeuge dienen, die von Mpreis im Lieferprozess verwendet werden. Langfristiges Ziel von Mpreis ist es, die gesamte LKW-Flotte auf Wasserstoffbetrieb umzustellen. Die vollständige Umrüstung der Fahrzeugflotte sollte etwa sieben Jahre dauern.

Investitionsvolumen beträgt 13 Mio. €

Mpreis kooperiert in der Umsetzung mit Partnern aus der Region. Die Strategie- und Projektentwicklung erfolgt zusammen mit dem Tiroler EU-Projektpartner FEN Systems im Green Energy Center in Innsbruck. Für den Stromeinkauf und das Stromnetz wird mit der Tiwag/Tinetz zusammengearbeitet. Für die technische Umsetzung wurde ILF aus Rum mit ins Boot geholt und die Elektrolyse-Technologie stammt von der Schweizer Firma IHT. Das Investitionsvolumen für das innovative Projekt, welches auch die Speerspitze einer in Entstehung befindlichen Wasserstoffwirtschaft ist, beträgt 13 Mio. €.

AEG Power Solutions liefert Stromversorgungssystem

AEG Power Solutions wird die 8 Thyrobox DC 3-Systeme zur Stromversorgung des Elektrolyseprozesses für die Wasserstoffproduktionsanlage von Mpreis liefern. Nach Angaben von AEG wurde die Thyrobox DC 3 entwickelt, um einen guten Leistungsfaktor und minimierte Oberschwingungen zu liefern, die zum Wirkungsgrad und zur Verringerung von Netzrückwirkungen beitragen und schließlich die Gesamtkosten für den Betrieb des Elektrolyseprozesses senken. Das System erfüllt auch die hohen Anforderungen in Bezug auf die Zuverlässigkeit der Stromversorgung.               

Lesen Sie dazu auch:

Österreich: Tiwag will mehr als 20 Mio. € in Wasserstoffzentrum bei Kufstein investieren

1 KOMMENTAR

  1. Abgesehen davon, dass es sich um ein Forschungsprojekt handelt, denke ich, dass ein gewerblicher oder industrieller Backprozess genügend Abwärme zur Beheizung der Bäckerei liefert und es nicht einer ineffizienten Elektrolyseanlage bedarf, um das Gebäude zu beheizen. Was nützen 90% Systemwirkungsgrad, wenn außerhalb der Heizperiode, in der am ehesten ein Überangebot regenerativen Strom wahrscheinlich ist, kein Heizwärmebedarf besteht?
    Einer ganzheitlichen Betrachtung hält die ohne Zahlen kolportierte Co2 Einsparung nicht stand. Vorweg sei allen welche die H2 Technik als Co2freie Zukunftstechnik puschen ins Stammbuch geschrieben: Solange in Europa die Nachfrage nach Strom die regenerative Stromproduktion übersteigt, wird diese Lücke mit atomarer oder fossiler Erzeugung gedeckt. Ebenso gibt es keinen regenerativen Überschuss sondern ein Verteilungsproblem. Das heißt, jede Kwh die dem Elektrolyseprozess zugeführt wird, verursacht ca. 1,23kg Co2 (*Deutscher Fossilstrommix 2019).
    Die Substitution von 1000L Diesel (9700Kwh Brennwert, emittieren 2640kgCo2, ohne Graue Energie vor der Zapfsäule ) im Endverbrauch mittels H2, benötigen ca. 12000Kwh Strom zur Elektrolyse (Effizienz Gleichrichter 97%; Elektrolyseur74%; Pzu Brennstoffzelle 9700Kwh minus 10% Rekuperation). Bei den derzeitigen österr. Strommix in der Hauptheizperiode von 0,250Kg Co2 je Kwh, sind das schöngerechnet 3000Kg Co2 oder um 13,6% höhere Co2 Emissionen als der Status Quo eines Dieselfahrzeuges. Bezogen auf den deutschen *Fossilstrommix ergeben sich 14760kg Co2 oder 450% mehr Co2. Die in anderen Beiträgen vom LKW-Hersteller kolportierte Substitution von 2Mil. Liter Jahresdieselbedarf des Projektwerbers bedürfen eines zusätzlichen Strombedarf von 24,074Gwh und ergeben hochgerechnet nach österr. Co2-Mix 250g/Kwh 720t Co2 mehr , oder nach deutschem *Fossilmix 24120t höhere Co2 Emissionen als die herkömmlichen LKWs.
    Auch wenn TIWAG oder wer auch immer regenerativen Strom liefert, fehlt dieser auf Grund EU-weiten regenerativen Mangel anderorts und muss produziert werden.
    Der Schwindel eines Grünen H2 und dessen Effizienzlüge der von unkritischen Journalisten wie auch Politikern und Wirtschaft gehypt wird, führt zum gefährlichen Irrweg!
    *Lt. strom-report.de wurden von der E-Wirtschaft in D 2019 254Mil.t Co2 emittiert, bei einer konventioneller Produktion von 277Twh minus 71Twh Atom ergibt 206Twh fossil somit einen Fossilmix 1,233kg Co2/Kwh.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Bitte Kommentar einfügen!
Bitte geben Sie Ihren Namen hier ein