Mittelfristprognose der Übertragungsnetzbetreiber: EEG-Umlage könnte 2014 wieder sinken

1129
Die Übertragungsnetzbetreiber können sich für das Jahr 2014 einen Rückgang der EEG-Umlage von 5,27 ct/kWh auf bis zu 4,89 ct/kWh vorstellen. Wie sich aus der heute veröffentlichten EEG-Mittelfristprognose ergibt, ist aber auch ein weiterer Anstieg auf bis zu 5,74 ct/kWh denkbar.

Die Berechnung des unteren prognostizierten Werts für die EEG-Umlage 2014 basiert auf dem (mittleren) Trendszenario eines von den Übertragungsnetzbetreibern bei der r2b energy consulting in Auftrag gegebenen Gutachtens zur deutschlandweiten Stromerzeugung aus EEG geförderten Kraftwerken. Darin erwarten die Autoren einen Solarzubau im laufenden Jahr von 7,7 GW und in den kommenden beiden Jahren von 6,5 GW. Die zum Jahresende installierte Solar-Leistung würde damit von 24,8 GW im vergangenen Jahr über 32,5 GW (2012) und 39 GW (2013) auf 45,5 GW (2014) steigen. Bereits im Jahr 2015 rechnen die Marktforscher mit dem Überschreiten des Photovoltaik-Deckels in Höhe von 52 GW, bei dem neue Photovoltaikanlagen keine staatliche Förderung mehr erhalten sollen. Beim geförderten Onshore-Wind wird ausgehend von einem Bestand von 28,5 GW im Jahr 2011 ein Anstieg der installierten Leistung zum Jahresende auf 30,8 GW (2012), 32,5 GW (2013 und 33,8 GW (2014) erwartet. Die absoluten Zuwächse im Offshore-Bereich bleiben der Prognose zufolge mit einer Jahresendleistung von 0,4 GW (2012) und 0,9 GW (2013) in dem für die Berechnung der Umlage für 2014 relevanten Zeitraum noch bescheiden. Allerdings wird in den Folgejahren mit einem deutlichen Ausbau auf eine Leistung von 7,9 GW im Jahr 2017 kalkuliert. Bemerkenswert bei der Analyse von r2b ist, dass die Einspeisevergütung für Solarstrom, berechnet als Festvergütung zuzüglich Marktprämien und Eigenverbrauchszahlungen und abzüglich vermiedener Netzentgelte, in allen drei Szenarien nur noch geringfügig ansteigt. Nachdem 2012 etwas mehr als 9 Mrd. € in die Einspeisevergütung fließt, steigt dieser Wert 2013 im Trendszenario auf 10,0 Mrd. € (2013), 10,5 Mrd. € (2014), und 11,0 Mrd. € (2016). Da zu diesem Zeitpunkt bereits der 52-GW-Deckel erreicht ist, ist ein weiterer Anstieg der Förderkosten für Photovoltaik ab diesem Zeitpunkt unter den bestehenden rechtlichen Rahmenbedingungen ausgeschlossen. Während die Photovoltaik damit kaum noch zu weiteren Kostensteigerungen beiträgt, steigt die Einspeisevergütung für Offshore-Wind in der Mittelfristprognose ab 2014 steil an. Nachdem 2012 nur 131 Mio. € an Offshore-Projekte fließen, soll dieser Wert im Trendszenario bereits 2014 mit 1.119 Mio. € die Milliardengrenze überschreiten. Im mittleren Szenario rechnet das Consulting-Unternehmen mit Kosten von 2,30 Mrd. € (2015), 3,17 Mrd. € (2016) und 4,12 Mrd. € (2017). Insgesamt gehen die Übertragungsnetzbetreiber für das Jahr 2017 von einer installierte Leistung von rund 111 GW aus erneuerbaren Energiequellen aus, wovon über 91 Prozent auf Solar- und Windenergie (Solar knapp 55 GW und Wind knapp 47 GW) entfallen. Die prognostizierte Jahresarbeit liegt für das Jahr 2017 bei über 200 TWh, was annähernd einer Verdoppelung gegenüber den Werten von 2011 entspricht. Dabei wird davon ausgegangen, dass 2017 ein gutes Drittel der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien (72 TWh) feste Vergütungssätze nach §16 EEG in Anspruch nehmen wird, die als Vergütungen von rund 13 Mrd. € an die Anlagenbetreiber zu zahlen sind. Zusätzlich wird mit einer Zahlung von 12,6 Mrd. € an diejenigen Anlagen gerechnet, die sich im Marktprämienmodell befinden und eine prognostizierte Erzeugungsmenge von 120 TWh aufweisen. Hinzu kommen für 2017 prognostizierte 3,38 TWh für weitere Formen der Direktvermarktung sowie 6,85 TWh an Photovoltaik-Erzeugung, die durch die Anlagenbetreiber selbst verbraucht werden.


95 Nachrichten und Berichte zur Energiewende auf 32 Seiten.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Bitte Kommentar einfügen!
Bitte geben Sie Ihren Namen hier ein