Mikro-Stromnetz im indischen Kerala rekonfiguriert sich selbst

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Symbolbild (Quelle: vege - stock.adobe.com)

Ein Mikro-Stromnetz im indischen Kerala läuft nicht nur zuverlässig und rekonfiguriert sich bei Störungen selbst, sondern es wird auch teilweise aus erneuerbaren Energiequellen gespeist. Wie das Forschungsinstitut des Freistaats Bayern für softwareintensive Systeme und Services (fortiss) berichtet, haben europäische und indische Partner am Campus der Amrita-Universität das aus 13 Knoten bestehende Micro Grid im Niederspannungsbereich von 400 V installiert.

Ausschlaggebend hierfür waren waren laut fortiss das Design des Verteilernetzes, eine robuste Kommunikationsinfrastruktur sowie ein intelligenter Stromzähler, um alle relevanten Datenpunkte zu erfassen. Die von fortiss entwickelte Software-Lösung arbeitet dezentral und folgt einem so genannten selbstähnlichen Architekturkonzept. Dabei haben die fortiss-Experten die gleiche Software-Architektur auf unterschiedlichen Ebenen eingesetzt – vom Stromzähler über die Aggregatoren bis zur Energieleitwarte.

Damit lassen sich Daten aus unterschiedlichen Quellen verarbeiten, aufbereiten und integrieren. Sollte ein Knoten einmal ausfallen, übernehmen dessen Aufgaben andere Knoten im Netz. Außerdem lässt sich jeder der 13 Knoten mit Hilfe einer mobilen Anwendung zentral oder individuell überwachen und steuern, heißt es.

Eine Besonderheit ist den Angaben zufolge die weiterentwickelte und an die Landesgeografie angepasste Simulationsumgebung, so ließen sich Anwendungsfälle wie Strom- und Spannungsschwankungen, Beschädigungen des Netzes oder Stromdiebstahl testen und entsprechende Lösungen auf die Installation im Feld übertragen. Sollte einmal eine Leitung zusammenbrechen, kann das Verteilnetz den Fehler nicht nur erkennen, so fortiss. Indem es Alternativverbindungen zwischen den Knoten aktiviert, sei es auch selbstständig in der Lage, sich zu rekonfigurieren. Damit sei die Energieversorgung zu jeder Zeit gesichert.

Das Projekt „Stabiliz-Energy“ wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und durch die Initiative Inno Indigo unterstützt. Sie hat das Ziel, die wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen Indien und Europa voranzubringen und Industriepartner bei Forschungsprojekten einzubinden.

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