Mieterstromgesetz: Bei Ökoenergieversorgern Naturstrom und Polarstern überwiegt Zufriedenheit

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Die Ökoenergieversorger Polarstern und Naturstrom begrüßen trotz mancher Änderungswünsche den Kabinettsbeschluss zum Mieterstromgesetz. „Die Direktförderung wird der Mieterstrom-Nachfrage noch einmal einen ordentlich Impuls bringen“, sagt Polarstern-Geschäftsführer Florian Henle.

Auch bei Naturstrom überwiegt die Zufriedenheit. „Trotz mancher Einschränkungen sieht der Kabinettsbeschluss eine im Großen und Ganzen stimmige und konsistente Förderung vor“, sagt Tim Meyer, Geschäftsbereichsleiter Dezentrale Energieversorgung bei der Naturstrom AG. „Es ist längst überfällig, der Benachteiligung von Mieterstromlösungen gegenüber dem Eigenverbrauch entgegenzuwirken.“

Mieterstromgesetz sieht direkte Förderung in Höhe von 2,2 bis 3,8 ct/kWh vor

Das Mieterstromgesetz sieht eine direkte Förderung in Höhe von 2,2 bis 3,8 Cent je Kilowattstunde Solarstrom vor, die direkt im Hausnetz an Mieter geliefert wird. Gleichzeitig bleibt Mieterstrom mit der vollen EEG-Umlage belastet. Die bisherige Schlechterstellung von Mieterstrom gegenüber dem Eigenverbrauch von Sonnenstrom werde durch die Förderung „größtenteils kompensiert – allerdings nicht komplett beseitigt“, heißt es bei Naturstrom.

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„Mieter konnten von der Energiewende bislang noch viel zu selten profitieren“, betont Meyer. „Denn Mieterstromprojekte lassen sich aktuell nur unter besonders günstigen Umständen umsetzen. Das Mieterstromgesetz ändert dies.“ Künftig würden deutlich mehr Mieter als bislang Mieterstrom vom Dach beziehen können. Damit schließe sich „endlich die Gerechtigkeitslücke zwischen Mietern und Eigenheimbesitzern mit Solaranlage“.

Polarstern: Allein der Ausblick auf die Förderung hat Mieterstrom-Nachfrage “spürbar angeschoben”

Allein der Ausblick auf die Förderung habe bei Polarstern seit dem vierten Quartal 2016 die Mieterstrom-Nachfrage „spürbar angeschoben“, berichtet das Münchner Unternehmen. Polarstern habe schon jetzt über 60 Projekte in der Planung mit 20 bis mehreren hundert Mietern. Aktuell berichtet das Unternehmen über ein erstes Mieterstromprojekt unter Einbindung eines Gewerbespeichers mit einer Kapazität von 79 kWh. Naturstrom weist darauf hin, dass der Gesetzentwurf die Verwirklichung von Mieterstromprojekten in zweierlei Hinsicht einschränkt. So ist die Förderung pro Jahr auf 500 MW gedeckelt. Anlagen, die nach Erreichen dieses Deckels realisiert werden, erhalten die Förderung erst ab dem folgenden Kalenderjahr. Zudem sind nur Anlagen mit einer Leistung von bis zu 100 Kilowatt peak förderfähig.

Mieterstromgesetz-Entwurf schließt Quartierslösungen aus

Nachbesserungsbedarf sieht Naturstrom bei weiteren Aspekten: „Bei großen Wohnblöcken sollte es auch möglich sein, Sonnenstrom über eine direkte Verbindung ins Nachbarhaus zu liefern“, fordert Meyer. Nicht immer eigneten sich bei Wohnkomplexen beispielsweise mit Vorder- und Hinterhaus alle Dachflächen für Photovoltaikanlagen. „Bislang schließt der Gesetzesentwurf solche Quartierslösungen aus.“ Klärungsbedarf sieht Naturstrom auch bei den Bestimmungen zu den Mieterstromverträgen sowie beim Zählerwesen. In den nächsten Wochen werden sich Bundestag und Bundesrat mit dem Mieterstromgesetz befassen. Das federführende Bundeswirtschaftsministerium hat angekündigt, dass das Gesetzgebungsverfahren noch vor der Sommerpause abgeschlossen werden soll.

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