Mieterstrommodelle haben in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. Der ganz große Durchbruch steht allerdings noch aus. Grundidee des Konzepts ist es, auch die Mieter aktiv an der Energiewende zu beteiligen: Während Eigentümer mit der Errichtung etwa einer Photovoltaikanlage schon seit vielen Jahren von der Energiewende profitieren konnten, war es Mietern nicht möglich, Solarstrom vom eigenen Dach zu beziehen.

Letztes Update des Dossiers: 7. Juli 2017: Mieterstromgesetz passiert den Bundesrat
Das Potenzial von Mieterstrom ist durchaus groß: Rund 3,8 Mio. Wohnungen könnten mit Mieterstrom versorgt werden, heißt es in einer Analyse, die das Bundeswirtschaftsministerium in Auftrag gegeben hat. Andere Beobachter halten sogar eine deutlich höhere Zahl potenzieller Nutzer von Mieterstrom für realistisch.

Der Geschäftsführer des Ökoenergieversorgers Polarstern, Florian Henle, sah schon im Frühjahr 2017 viel Bewegung beim Thema Mieterstrom. „Die Mieterstromnachfrage hat sich bei uns im vierten Quartal 2016 vervierfacht“, sagt Henle. Die bisherigen Hürden von Mieterstrom, geringe Erlöspotenziale und hohe Investitionskosten für die Energietechnik, schwänden zunehmend. „Es gibt immer mehr Förderungen. Gleichzeitig sinken die Kosten für Solarstromanlagen und Batteriespeicher“, sagte Henle. Das mache Mieterstrom wirtschaftlich immer attraktiver.

Deutscher Bundestag verabschiedet Mieterstromgesetz

Die Chancen für einen Durchbruch von Mieterstrom könnten durch das Mieterstromgesetz verbessert werden, das der Deutsche Bundestag in der letzten regulären Sitzungswoche vor der Sommerpause und den Wahlen im September verabschiedet hat.

Der Bundestag hatte bereits 2016 im Zuge der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) 2017 eine Verordnungsermächtigung für die Bundesregierung integriert, die es der Regierung ermöglichte, die Bedingungen für Mieterstrom zu verbessern, indem die Belastung von Mieterstrom mit der EEG-Umlage reduziert wird. Mit dem im Juni 2017 im Bundestag verabschiedeten Mieterstromgesetz hat die Regierung aber einen anderen Weg beschritten – der Bundesrat hat am 7. Juli bereits grünes Licht für das Gesetz gegeben. 

Nach Vorlage des Referentenentwurfs und öffentlicher Konsultation folgte am 25. April 2017 die Verabschiedung des Entwurfs für das Mieterstromgesetz.  Der Entwurf griff auf die Erkenntnisse der vom BMWi Anfang des Jahres veröffentlichten Studie zum Thema Mieterstrom an. Betriebswirtschaftliche Analysen hätten gezeigt, dass eine einheitliche und weitergehende indirekte Förderung von PV-Strom in Mieterstrommodellen in Form einer reduzierten EEG-Umlage im Hinblick auf die unterschiedlichen Anlagengrößen „nicht ausreichend differenziert“ wäre, heißt es in der Studie. „Zielgenauer und besser steuerbar“ wäre ein direkter Förderansatz, der die Kostenunterschiede verschiedener Anlagengrößenklassen in den Mieterstrommodellen aufgreife.

Zuschlag = “Normale” EEG-Vergütung für eingespeisten Strom minus 8,5 ct/kWh

Genau diesen Weg hat die Bundesregierung beschritten. Die Förderung erfolgt wie bei Einspeisung in das Netz der allgemeinen Versorgung pro Strommenge in Kilowattstunden. Anders als bei Strom, der in das Netz eingespeist wird, erhält der Photovoltaik-Anlagenbetreiber beim Mieterstrommodell allerdings nicht nur die EEG-Vergütung, sondern auch einen Erlös aus dem Verkauf seines Stroms an die Mieter. Für diesen Strom fallen keine Netzentgelte, netzseitigen Umlagen, Stromsteuer und Konzessionsabgabe an. “Daher ist der Zuschlag zu errechnen, indem von der ‘normalen’ EEG-Vergütung für ins Netz eingespeisten Strom ein angemessener Abschlag abgezogen wird”, heißt es im Eckpunktepapier, das die Grundlagen für die spätere Formulierung des Gesetzes gelegt hat. Berechnungen hätten gezeigt, dass unter den derzeitigen Rahmenbedingungen ein einheitlicher Abschlag von 8,5 Cent/kWh auf die aktuellen Vergütungssätze Mieterstromprojekte wirtschaftlich mache und zugleich Überrenditen verhindern könne.

Die Kanzlei von Bredow Valentin Herz merkt an, dass der Gesetzgeber im endgültig verabschiedeten Gesetz klargestellt hat, dass sich der Mieterstromzuschlag de facto aus der Formel “Anzulegender Wert – 8,5 ct/kWh – 0,4 ct/kWh” ergibt. “Hintergrund ist, dass die in den Anzulegenden Wert eingepreisten Vermarktungskosten für die Direktvermarktung in Höhe von 0,4 ct/kWh in außerhalb des Netzes der allgemeinen Versorgung abgewickelten Mieterstrommodellen von vornherein nicht anfallen”, heißt es bei der Kanzlei. Die spezifischen Vermarktungskosten für Mieterstrom seien vielmehr wohl bei der Ermittlung des Abschlags in Höhe von 8,5 ct/kWh bereits zugunsten der Mieterstromanbieter berücksichtigt worden. 

Konkret bedeutet das Folgendes: Wird eine 10-kWp-PV-Anlage zur Bereitstellung von Mieterstrom genutzt, erhält der Betreiber einen Mieterstromzuschuss von 3,7 ct/kWh. Ist die Anlage größer, erhält der Betreiber die 3,7 ct/kWh nur anteilig. Im Bereich 10 bis 40 kWp beträgt die Vergütung nur noch 3,37 ct/kWh, für größere Installationen bis 100 kWp sinkt die Vergütung auf 2,11 ct/kWh (Stand: 1. Juli). Dennoch erhalten auch solche Anlagen für die “ersten 10 kWp” den höheren Vergütungssatz. Ein Beispiel: Für eine 60-kWp-PV-Anlage ergibt sich eine Vergütung von 3,01 ct/kWh.

Im Ergebnis heben die Vergütungssätze die Projektrenditen in vielen Mieterstromkostellationen auf ein Niveau von “mindestens 5 bis 7 Prozent pro Jahr”, rechnet das BMWi vor. Bei hohen Grundversorgungstarifen könnten die Renditen für Mieterstrom aber auch deutlich höher ausfallen.

Das Gesetz greift eine Reihe von erforderlichen flankierende Maßnahmen auf, die mit einer Vergütung für Mieterstrom einhergehen. Aber nicht alle in der BMWi-Studie adressierten Hemmnisse werden mit dem verabschiedeten Gesetz gelöst.

Welches sind die drei größten Hemmnisse bei Mieterstrom?
Hemmnisse bei Mieterstrom

Die Probleme für Wohnungsgesellschaften im Gewerbesteuer- und Körperschaftsrecht wurden im Rahmen des ersten Gesetzentwurfs adressiert, später dann aber fallen gelassen. Das Problem liegt in einem möglichen Verlust der Steuerbefreiung.

Um zu verhindern, dass Vermieter aus steuerlichen Gründen von der Lieferung von Mieterstrom Abstand nehmen, sah der Referentenentwurf im Gewerbesteuergesetz eine Regelung vor, “wonach die Lieferung von Mieterstrom unschädlich für die Inanspruchnahme der erweiterten Kürzung ist, wenn nicht mehr als 20 Prozent des Gewerbeertrags des Vermieters aus der Lieferung von Mieterstrom resultieren. Im Kabinettsentwurf war diese Passage allerdings nicht mehr enthalten, auch im verabschiedeten Gesetz sind keine Ausnahmeregelungen für Wohnungsgesellschaften vorgesehen.

Ein weiteres Thema im Zuge der parlamentarischen Vorbereitung des Gesetzes waren die Anforderungen an das Messkonzept. Das bei derzeitigen Mieterstrommodellen vielfach verwendete Summenzählermodell bilde nicht die physikalische Verteilung des Mieterstroms im Gebäude ab. Daher zielt der Rechtsrahmen auf eine möglichst exakte Messwerterfassung ab. Perspektivisch bietet sich hierfür der Einsatz intelligenter Messsysteme an.

Lob und Kritik für das Mieterstromgesetz

An dem jetzt verabschiedeten Gesetz scheiden sich die Geister. Der Tenor der Wirtschaftsverbände aus dem Energiesegment fiel im Wesentlichen positiv aus. Zwar wird auf eine Vielzahl von Verbesserungspotenzialen aufmerksam gemacht, gleichzeitig begrüßen die Akteure, dass es nun überhaupt Verbesserungen zu Gunsten von Mietern gibt, die bislang nicht direkt von der Energiewende profitieren konnten.

Es gibt aber auch grundsätzliche Kritik. Die Bioenergiebranche etwa bemängelt die technologische Begrenzung des Gesetzes auf die Photovoltaik. So würden umfassende Mieterenergiekonzepte unmöglich gemacht. Auch der Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung kritisiert die technologische Einschränkung auf Solarstrom. Mieterstrommodelle mit KWK werden im Gesetz nicht berücksichtigt. “Dies ist aus Sicht des B.KWK zu kritisieren, da KWK-Anlagen die Stromerzeugung in PV-Anlagen ideal ergänzen.”

Ein weiterer grundlegender Kritikpunkt knüpft daran an, dass es es auch nach der Gewährung der Mieterstrom-Förderung Eigenverbrauch und Mieterstrom unterschiedlich behandelt werden – zum Nachteil von Mietern.

Aufgegriffen hat der Gesetzgeber die Kritik an der engen Definition der belieferbaren Mieter. Waren zunächst nur Lieferungen im Gebäude, auf dem die Photovoltaikanlage errichtet wird, Gegenstand der Förderung, wurden auf den letzten Metern des parlamentarischen Verfahrens noch Bewohner in “Wohngebäuden oder Nebenanlagen im unmittelbaren räumlichen Zusammenhang” des Anlagengebäudes berücksichtigt. Dies sieht auch der B.KWK als Erleichterung mit Blick auf die Realisierung von Quartierslösungen.

Bestand laufender Mieterstromprojekte wächst stetig

In vielen Projekten wurden bereits Erfahrungen mit dem Instrument gesammelt. Über viele dieser Vorhaben hat der Brancheninformationsdienst EUWID Neue Energie berichtet. Letztlich sind Mieterstrommodelle angesichts sinkender Kosten für die Stromerzeugung und -speicherung ein Geschäftsfeld, das an Bedeutung gewinnen dürfte. Und damit ist es ein Thema, das als innovative Energiedienstleistung von etablierten und neuen Akteuren am Energiemarkt genau beobachtet wird. Im Folgenden findet sich ein kurzer (und keineswegs vollständiger) Blick auf ein paar der Projekte der vergangenen Monate und Jahre.

1Köln

Aus dem Baugebiet Lindgens-Areal soll ein Kölner Vorzeigeviertel in Sachen nachhaltiges und ökologisches Wohnen werden. Das geht aus einer Mitteilung der Rheinenergie hervor, die bei der Entwicklung neuen Quartiers im Mülheimer Hafen mit den Investoren des Areals, der Lindgens & Söhne GmbH & Co. KG, der Lindgens Areal Projekt GmbH & Co. KG und Wolfgang von Moers kooperiert. Die Rheinenergie und ihre Schwestergesellschaften des Stadtwerkekonzerns unterstützen das Projekt unter anderem Fernwärme aus dem Gas-und-Dampfturbinen-Heizkraftwerk Niehl 3 sowie mit Photovoltaik-Anlagen, die für die Umsetzung eines Mieterstrommodells zum Einsatz kommen, und mit intelligenten Lösungen für Elektromobilität.

2Esslingen

Die Partner Polarstern und RVI sehen das Quartier Lok.West als ein Paradebeispiel für die vielfältige Nutzung von Mieterstrom. Auf einem rund 26.500 m² großen Grundstück in der Weststadt von Esslingen entstehen in fünf Baublöcken bis 2022 etwa 500 Wohneinheiten und Gewerbeflächen unterschiedlicher Größen. Das gesamte Projekt hat ein Investitionsvolumen von rund 190 Mio. €. Der aktuell im Bau befindliche Gebäudekomplex Béla wird bis 2018 fertiggestellt und ist das erste und später zweitgrößte Gebäude des neuen Quartiers. Auf etwa 5.600 Quadratmetern entstehen neun Gewerbeeinheiten und 132 Wohneinheiten. Das Mieterstromkonzept soll den Mietern ermöglichen, auf wirtschaftliche Weise einen Großteil der im Gebäude mittels PV-Anlage und Blockheizkraftwerk (BHKW) erzeugten Energie vor Ort zu verbrauchen. Insgesamt sollen so 80 Prozent des Strombedarfs gedeckt werden. „Alles in allem realisieren wir mittels PV-Stromerzeugung, Biogas-Brennwerttherme und Biogas-BHKW eine 100 Prozent CO2-neutrale Energieversorgung und sparen gleichzeitig sogar noch 50 Prozent mehr Energie als laut EnEV-Kriterien gefordert ist“, so RVI-Geschäftsführer Carsten Buschmann. (EUWID 5/2017)

3Wiesbaden

ABO Wind beliefert seit etwa einem Jahr die Mieter des Gewerbeparks „Unter den Eichen 7″ mit Strom und Wärme. Jetzt wurde eine Redox-Flow-Batterie installiert, die das Energieversorgungskonzept noch effektiver machen soll. Die rund 1,2 m² große und eine Tonne schwere Batterie speichert Strom, wenn er nicht vor Ort benötigt wird. „Damit ist die Batterie eine ideale Ergänzung für unser Energiekonzept”, erklärt Mike Luther, Leiter der zuständigen Wärmeabteilung bei ABO Wind, die in Wiesbaden vor einem Jahr zwei Blockheizkraftwerke und eine Photovoltaik-Anlage installiert hat. (EUWID 1-2/2017)

4Hamburg/Dortmund

Das Energie- und IT-Unternehmen Lichtblick realisiert gemeinsam mit der enercity contracting GmbH aus Hannover vier neue Mieterstrom-Projekte in Hamburg und Dortmund. Beide Unternehmen beteiligen sich im Rahmen von Ausschreibungen für Neubauwohnungen an dem Projekt. In den neuen Mehrfamilienhäusern setzen die Planer von Anfang an auf Energieerzeugung und -verbrauch vor Ort. Blockheizkraftwerke in den Häusern erzeugen Wärme und Strom, beides sollen die Bewohner direkt und preisgünstig beziehen. „Für Baugesellschaften spielt die Eigenversorgung eine immer größere Rolle”, erklärte der Geschäftsführung Energiewirtschaft bei Lichtblick, Gero Lücking. Sie müsse bereits bei der Planung mitgedacht und konzipiert werden. Sollte der vor Ort erzeugte Strom für die Versorgung nicht ausreichen, beziehen die Bewohner 100 Prozent Ökostrom von Lichtblick. (EUWID 50/2016)

5Neustadt/Weinstraße

Die Stadtwerke Neustadt an der Weinstraße GmbH haben jetzt ein Mieterstrommodell auf Gebäuden der städtischen Wohnungsbaugesellschaft WBG realisiert. Gemeinsam mit der Ludwigshafener Pfalzsolar installierten die Stadtwerke auf sieben Gebäuden Solaranlagen. Den Strom verkaufen die Stadtwerke an die Mieter, teilte Pfalzsolar mit. „Das Photovoltaik Mieterstrommodell lohnt sich für alle Beteiligten”, versichert Dominic Lauer, Leiter Privat- und Geschäftskundenvertrieb bei Pfalzsolar. Der Solarstrom vom Dach sei günstiger als Strom aus herkömmlichen Energiequellen, da durch Erzeugung und Verbrauch direkt im Haus die öffentlichen Netze nicht genutzt und damit keine Netzentgelte und Umlagen fällig würden. „Für uns ist das Mieterstrommodell ein voller Erfolg”, erklärt Holger Mück, Geschäftsführer der Stadtwerke Neustadt. Bereits die Hälfe der Mieter habe sich im ersten Schritt für das Modell entschieden. (EUWID 47/2016)

6München

Die Naturstrom AG hat ein weiteres Mieterstrom-Projekt umgesetzt. Der Öko-Energieversorger beliefert vier Wohngebäude zweier Bauherrengemeinschaften im Münchener Domagkpark, dem Gelände der ehemaligen Funkkaserne, mit Mieterstrom aus Photovoltaikanlagen. Auf vier Häusern, die auf Initiative und unter Führung der Conplan Betriebs- und Projektberatungsgesellschaft mbH sowie der Bürgerbau AG gebaut wurden, ließ Naturstrom Photovoltaikanlagen errichten. Die Anlagen mit einer Leistung von zusammen ca. 43 Kilowatt peak erzeugen pro Jahr rund 48 MWh Sonnenstrom. Diesen Sonnenstrom liefert Naturstrom direkt über das Hausnetz an die 50 Wohnparteien. Rund 30 Prozent des Bedarfs werden so gedeckt. Wenn der Strombedarf die Produktion der Solaranlagen übersteigt, versorgt Naturstrom die Häuser mit Ökostrom aus dem öffentlichen Netz. Überschüsse aus den Solaranlagen werden hingegen kaum anfallen: Die Anlagen sind so dimensioniert, dass je nach Haus zwischen 70 und 98 Prozent des erzeugten Stroms direkt verbraucht werden können. (EUWID 36/2016)

7Tübingen

Die Stadtwerke Tübingen steigen zunächst mit einem Pilotprojekt in das Mieterstrom-Geschäft ein. In Kooperation mit der Wohnungsbaugesellschaft GWG Tübingen versorgen die Stadtwerke das erste Gebäude in der Stadt mit Mieterstrom, wie das Unternehmen mitteilte. Zu diesem Zweck wurde auf dem Dach eines Mehrfamilienhauses eine Solaranlage mit 52 kW installiert, die der direkten Stromversorgung der Mieter dient. Bei starker Solareinstrahlung können die Mieter den Strom nutzen. Überschüssiger Strom fließt in das Stromnetz. In sonnenarmen Zeiten wird Strom aus anderen Quellen über das Netz in das Gebäude eingespeist. Laut Stadtwerke Tübingen ist der Mieterstrom etwa zehn Prozent günstiger als der Ökostromtarif des Kommunalversorgers. (EUWID 35/2016)

8Berlin

Die Berliner Energieagentur (BEA) hat auf einem Neubau der Charlottenburger Baugenossenschaft in Berlin-Adlershof eine neue Photovoltaikanlage in Betrieb genommen. Es sei die erste Solaranlage der BEA für einen genossenschaftlichen Neubau, teilte die Energieagentur mit. Die Bewohner der „Charlotte am Campus” können den auf den Dächern ihrer Wohnhäuser produzierten Mieterstrom als BEA-Kiezstrom direkt beziehen. Weitere Besonderheiten der Anlage mit insgesamt 270 Modulen sind die Ausrichtung gen Osten und Westen sowie das begrünte Dach. Durch die Anordnung in zwei verschiedene Himmelsrichtungen werde die Sonneneinstrahlung optimal eingefangen und für die Verbrauchslastspitzen in den Morgen- und Spätnachmittagsstunden genutzt. Für das Bauprojekt „Charlotte am Campus” mit 121 Wohnungen und einer Gewerbeeinheit sei ein besonders klimafreundliches Energiekonzept umgesetzt worden. Bei der Wärmeversorgung kommt Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) auf Biomassebasis zum Einsatz. (EUWID 25/2016)

9Konstanz

Die Stadtwerke Konstanz haben ein Mieterstrommodell entwickelt, das in einem Projekt zusammen mit der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Wobak in deren Gebäude im Drechslerweg umgesetzt worden ist. In dem Mehrfamilienhaus sind neben 27 geförderten Mietwohnungen das neue Kunden-Center der Sparkasse Bodensee und der Polizeiposten Wollmatingen untergebracht, berichtet Stadtwerke-Geschäftsführer Kuno Werner. Energiewende im Stromsektor bedeute für die Stadtwerke vor allem den Ausbau hocheffizienter Kraft-Wärme-Kopplung und Photovoltaik. Mit dem von Mieterstrommodell sei es gelungen, die zukunftsträchtigen Geschäftsfelder Energieliefer-Contracting, Telekommunikation (Glasfaser) und Smart Metering erfolgreich miteinander zu verknüpfen. Unterstützt wurde die Umsetzung des Modells aus Mitteln der Grüner-Strom-Zertifizierung. Ein Blockheizkraftwerk (BHKW) im Gebäude erzeugt neben Wärme auch Strom. Hinzu kommt eine Photovoltaikanlage mit 23 kWp auf dem Dach. (EUWID 17/2016)

10Heidelberg

Die Stadtwerke Heidelberg und die Baugenossenschaft Neu Heidelberg haben einen Kooperationsvertrag über die Versorgung einer geplanten Wohnanlage im Wieblinger Weg mit einer Photovoltaik-Anlage im Mieterstrommodell unterzeichnet. Die künftigen Bewohner werden mit Solarstrom vom Dach der Mehrfamilienhäuser versorgt und sollen über Smart Meter jederzeit ihren Stromverbrauch im Blick haben, teilten die Stadtwerke mit. Die Anlage werde etwa ein Drittel des Stromverbrauchs der insgesamt 21 Parteien abdecken. Die Stadtwerke errichten und betreiben die Photovoltaikanlage. Die Solarmodule mit einer Fläche von über 200 m² erzeugen 34.000 kWh Strom pro Jahr, davon werden 19.000 kWh im Gebäude verbraucht und der Rest in das öffentliche Netz eingespeist. „Bei einem Gesamtstrombedarf der Mieter von rund 58.300 kWh stammen damit rund 33 Prozent des Stroms aus Sonnenenergie. Außerdem erwarten wir eine Einsparung von 19 Tonnen CO2 pro Jahr”, erläuterte der Geschäftsfeldleiter Regenerative Stromerzeugung bei den Stadtwerken Heidelberg, Felix Gudat, die technischen Details der Anlage. Den übrigen Strom, den die Mieter nicht aus der Solaranlage beziehen, liefern die Stadtwerke. Baubeginn der Wohnanlage, die voraussichtlich im Herbst 2016 bezogen werden kann, war Anfang des Monats. (EUWID 44/2015)

11Frankfurt

Der Frankfurter Energieversorger Mainova hat ein Pilotprojekt gestartet, bei dem Mieter eines Mehrfamilienhauses ihren Strom aus einem Blockheizkraftwerk im eigenen Keller beziehen können. In der Liegenschaft Kronthaler Straße 5 der ABG Frankfurt Holding hat Mainova die Heizungsanlage um ein Blockheizkraftwerk (BHKW) ergänzt. Es produziert Strom und Wärme in Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Der Energieversorger teilte mit, dass er eigens einen Mieterstrom-Tarif „Mainova Strom Lokal“ entwickelt hat. Der im BHKW erzeugte Strom sei im Vergleich zu Strom aus dem öffentlichen Netz günstiger. Das liege daran, dass der vor Ort erzeugte Strom direkt ohne großen Leitungsaufwand zu den Kunden fließen kann. Die sich daraus ergebenden Kosten-Vorteile gebe die Mainova an die Mieter weiter. Mit 24,5 Cent je kWh (brutto, gültig ab dem 1. Januar 2015) sei „Mainova Strom Lokal“ der günstigste Tarif der Mainova in Frankfurt. „Der Standort bietet die idealen Voraussetzungen für das Pilotprojekt. (EUWID 1/2015)

Titelbildquelle: Wirsol

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