Mehr Struktur für das Thema Blockchain in der Energiewirtschaft

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Blockchain-Digitalisierung
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Das Thema Blockchain in der Energiewirtschaft strukturiert sich weiter. Nachdem sich im Juli 2017 Unternehmen aus dem Blockchain-Bereich zu einem Bundesverband zusammengeschlossen hatten, meldete der Bundesverband Energiemarkt & Kommunikation (EDNA) im Januar, dass sich 26 Unternehmen der Blockchain-Initiative Energie (BCI-E) angeschlossen haben. Aus den 26 Mitgliedern sind inzwischen 36 geworden.

Damit sei die EDNA-Blockchain-Initiative nun der größte Interessenverband zu diesem Thema in Deutschland, teilte EDNA anlässlich des dritten Treffens der Initiative in Karlsruhe mit. Mit Richard Plum von der ProCom GmbH hat die Blockchain-Initiative Energie nun auch einen Vorsitzenden – er wurde in Karlsruhe für diese Position ausgewählt.

“Die Disruption durch die Blockchain wird nicht sofort kommen”

„Wenn es eine Erkenntnis dieses Tages gibt, dann die, dass die Disruption durch die Blockchain noch nicht sofort kommen wird”, fasste EDNA-Geschäftsführer Rüdiger Winkler die Aussagen auf dem Fachtreffen zusammen. Ein Durchbruch der Technologie sei noch nicht absehbar, sagte Victor Peter, Fachgebietsleiter Digitalisierung beim BDEW. Der Mitautor der BDEW-Blockchain-Studie stellte verschiedene Einsatz-Szenarien vor. Wann und in welcher Form die Blockchain sich durchsetze, hänge stark davon ab, wie schnell die Blockchain tatsächlich in die bestehenden energiewirtschaftlichen Prozesse eingebunden werden könne.

Blockchain als ideale Spielwiese für Stadtwerke

Aus rechtlicher Sicht spreche nichts gegen den Einsatz der Blockchain, erläuterte Sönke Gödeke von der internationalen Wirtschaftskanzlei Pinsent Masons. „Wir konnten bisher kein Hindernis identifizieren, das den Einsatz dieser Technologie infrage stellen könnte.” Er hält die Blockchain für eine ideale Spielwiese, auf der die Stadtwerke neue Geschäftsmodelle mit überschaubarem Aufwand ausprobieren könnten. Als Beispiel nannte er das Wuppertaler Tal.Strom-Projekt, das die Kanzlei juristisch begleitet hat. Als die einzigen möglichen „Deal-Breaker” verwies er auf die unterschiedlichen Gemeindeordnungen, die im Stadtwerke-Umfeld eine zentrale Rolle spielen. Auch die gesellschaftsrechtlichen Aspekte müssten vor dem Einstieg in die Blockchain genauer unter die Lupe genommen werden.

Erfahrungen sammeln und Wissen aufbauen, bis Technologie reif ist

Raik Kulinna, verantwortlich für das Solution Management Blockchain for Utilities bei der SAP, riet Stadtwerken, vor einem Projekt einen „DesignThinking-Prozess” zu durchlaufen und genau zu prüfen, ob ihre Projektideen technisch machbar, wirtschaftlich tragbar und vor allem von den Menschen erwünscht seien. Wichtig sei auch die Integration der bestehenden operativen Systeme und vor allem die „User-Experience”. Kulinna empfahl allen Stadtwerken, sich jetzt schon für die Blockchain „warmzumachen”. „Es geht jetzt darum, Erfahrungen zu sammeln und Wissen aufzubauen, um bereit zu sein, wenn diese Technologie den nötigen Reifegrad erreicht hat“, zitiert EDNA den SAP-Experten.

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Welche Potenziale hat die Blockchain in der Energiewirtschaft?

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