Für Anlagenbetreiber steht mit Blick auf die Post-EEG-Phase eine genaue Prüfung möglicher Erlösströme an, wenn die garantierten Zahlungen aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz ausbleiben. Gleiches gilt für Betreiber von Neuanlagen, die gar nicht erst im Förderregime an den Start gehen. Zentraler Parameter ist in der Regel der Großhandelsstrompreis und dessen prognostizierte Höhe. Nach dem Ende der Förderung können Post-EEG-Anlagenbetreiber aber auch Herkunftsnachweise (HKN) für den von ihnen erzeugten Strom beantragen, gleiches gilt für förderfreie Neuanlagen.

Der Titelbereich der jetzt erschienenen Ausgabe 38.2019 von EUWID Neue Energie zeigt, welche Rolle HKN spielen könnten und wie sich die Preise voraussichtlich entwickeln werden. Aktuell werden HKN als „Mitnahmeeffekt“ bei der Kalkulation von Projekten wahrgenommen, die nicht innerhalb des EEG realisiert werden.

HKN sind aber kein homogenes Produkt – und möglicherweise könnten Herkunftsnachweise für Strom aus förderfreien Neuprojekten, die etwa über Power Purchase Agreements realisiert werden, einen höheren Preis erwirtschaften als HKN für Strom aus norwegischen Wasserkraftwerken.

Post-EEG im Bereich Biogas: Hoffnungen auf die Vermarktung als Kraftstoff

Für viele Biogasanlagenbetreiber erfordert die Post-EEG-Phase eine umfassende Umstrukturierung des Geschäftsmodells, allein aus den Strommarkterlösen dürften sich Post-EEG-Konzepte in den seltensten Fällen refinanzieren lassen – schließlich müssen die Betreiber anders als im Wind- und PV-Bereich neben Instandhaltungskosten oder Mindestrendite auch noch Substratkosten erwirtschaften. Hoffnungen setzt mancher Betreiber da auf eine Vermarktung von Biogas als Kraftstoff im Verkehrsbereich.

Eine aktuelle Studie des Fraunhofer ISI attestiert Biomethan oder Bio-CNG eine hervorragende Klimabilanz. In der praktischen Anwendung stehen Betreiber aber nicht zuletzt vor neuen Nachweiserfordernissen, wenn sie diesen Weg beschreiten wollen. (Quelle für Beitragsbild: Uniseller – stock.adobe.com)

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